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Ein Aerosol ist ein heterogenes Gemisch (Dispersion) aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in einem Gas. Die Schwebeteilchen heißen Aerosolpartikel oder Aerosolteilchen.

Zu Aerosol siehe bitte auch die


Diese Schwebeteilchen sind nur einen tausendstel Millimeter groß und nicht sichtbar. Die kleinsten Partikel sind wenige Nanometer groß, eine fixe Obergrenze gibt es nicht. Der Durchmesser von Aerosolpartikeln liegt in der Größenordnung zwischen 0,1 nm und 10 μm. 

Aerosol 5904.jpg

Sinken die Partikel wegen ihrer Größe innerhalb weniger Sekunden (der Chemiker nennt das ausfallen) wird die Tröpfchengröße (Nebel) erreicht/überschritten. Nebel kann schnell kondensieren oder sich an Gegenständen niederschlagen (z. Bspl. an den Atemwegen).


Haften sich Bakterien oder Viren an die Partikel, heißen sie Bioaerosole. Derzeit nutzt das neue Coronavirus diesen Weg, um sich von Mensch zu Mensch zu verbreiten.


Unterschied zu Tröpfchen: das Schweben dauert viel länger als das Sinken von Tröpfchen etwa beim Husten.

Die Aerosolforschung beschäftigt sich unter anderem mit den physikalischen und chemischen Eigenschaften von Aerosolpartikeln, der Entstehung und Generierung von Aerosolen, der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und der Auswirkung von atmosphärischen Aerosolen auf Sichtverhältnisse und das Klima.


Beispiel für Transporte:

So wie der Wind, besonders wenn er Turbulenzen bildet, Bodenstaub mobilisiert (äolische Bodenerosion), kann er zur Bodenoberfläche abgesunkene Aerosolpartikel auch ständig neu mobilisieren. Je nach WindrichtungWindstärke und meteorologischer Situation kann der Wind Aerosole großflächig verteilen. Ein Beispiel dafür ist die Verteilung radioaktiver Aerosole nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986, die vom Wind in Wolken transportiert wurden und als radioaktiver Niederschlag große Teile Europas kontaminierten. 

Bioaerosole

Als Bioaerosol werden alle in der Luft befindlichen Ansammlungen von Partikeln, denen Pilze, Bakterien, Viren oder Pollen sowie deren Zellwandbestandteile und Stoffwechselprodukte (z. B. Mykotoxine) anhaften, bezeichnet. Im weiteren Sinne werden sämtliche Teile biologischer Herkunft, wie zum Beispiel Hautschuppen oder Faserteile, zu den Bioaerosolpartikeln gezählt.

Zu den größeren Schwebeteilchen zählen mit aerodynamischen Durchmessern im Bereich von 10 µm bis 100 µm Pollen, während Viren sich in der Regel in einem Größenbereich von 0,02 µm bis 0,4 µm bewegen



Ausflug in die Namen der Maßeinheiten

Meter 1 m - 100

Dezimeter 1 dm - 10−1 = 10 cm oder 0,1 m

Zentimeter 1 cm - 10−2  = 10 mm oder 0,01 m

Millimeter  1 mm - 10−3 = 1000 μm oder 0,001 m

Mikrometer  1 μm - 10−6 = 1000 nm

Nanometer 1 nm - 10−9

Studie über Verbreitung in der MS Diamond Princess

A computer model of the cruise-ship outbreak found that the virus spread most readily in microscopic droplets light enough to linger in the air.

ak.

“The value of this model is that it allows for recommendations and guidance to be specific to each unique environment,” said another co-author, Joseph G. Allen, an expert in indoor air quality and an assistant professor at Harvard’s T.H. Chan School of Public Health.

Praktische Bedeutung

Wie sehr müssen wir im Freien aufpassen, dass wir uns dort bei Kontakten mit anderen nicht anstecken?

Antw. etwa so: Beim Spazierengehen, ohne Maske

»Also risikoreich, oder risikobehaftet wird es dann, wenn man sich tatsächlich direkt nahe ( ??? ) gegenüber steht und sich dabei unterhält, weil dann die Aerosolwolke, die ich ausstoße, vom Gegenüber direkt eingeatmet werden kann. Und umgekehrt.
Wenn ich nebeneinander hergehe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man diese Aerosolwolke einatmet, schon erheblich geringer.« (nach dem Duisburger Aerosolforscher Christof Asbach)

? Beim Anstehen am Eisstand:

Antw: »In dem Moment, wo man sich miteinander unterhält, könnte es kritisch sein.
Zitat C.A.: »In dem Moment, wo man sich miteinander unterhält in einer solchen Schlange und dann dort längere Zeit steht, könnte es kritisch sein. Dann ist es sicherlich angeraten, da auf Nummer sicher zu gehen und auch eine Maske anzuziehen. Das ist auch einer der wesentlichen Gründe für das Abstandsgebot, dass diese großen Tröpfchen, und dann reden wir über Tropfen, die sind dann im Bereich von einigen hundert Mikrometer, also schon mehr als ein Zehntelmillimeter. Die kann man schon direkt auch sehen und die fliegen tatsächlich wie in so einer Wurfparabel aus dem Mund heraus. Und wenn ich zu nah dran stehe, dann kann ich die möglicherweise direkt auch mit einatmen.«

www


Zitat:

Aerosole auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u.a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig (19).
Beim Atmen und Sprechen, aber noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden (20-29); beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich vermehrt größere Partikel (30-32). Neben der steigenden Lautstärke können auch individuelle Unterschiede zu einer verstärkten Freisetzung beitragen (21). Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber infektiösen Partikeln jeglicher Größe im Umkreis von 1-2 m um eine infizierte Person herum erhöht (33). Eine Maske (Mund-Nasen-Schutz oder Mund-Nasen-Bedeckung) kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren.
Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 1,5 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt

Konsequenz: lüften, lüften, lüften, und bei Kontakten Maske aufsetzen.

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