PflegeABC Wiki
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z B heißt es nur sehr kurz:

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin lehnt das Bereitstellen von Betäubungsmitteln für Suizide ab.



Wo liegt das Problem für die Bundestagsabgeordneten?

R. K.: Das Problem ist, dass einzelne Landesärztekammern Suizidbei­hilfe verbieten, andere nicht. Und dass einzelne Menschen es nicht richtig finden, dass der Suizid und die Hilfe dazu straffrei sind.



Was meint der Mediziner?

M. G.: … noch wichtiger ist es, einen Vorsorgebevollmächtigten zu bestimmen. Einen Arzt seines Vertrauens finden, mit dem man reden kann, und, ganz banal: sich über die Tatsache, dass man sterblich ist, frühzeitig Gedanken machen.



* chrismon.10/2015: Assistierter Suizid. Der Tod zum Einnehmen. (Die Politikerin und der Palliativarzt sagen: Über das Ende des Lebens muss man sprechen dürfen. Auch über seine Beendigung.

Ein Artikel darüber mit Renate Künast, 59, und Matthias Gockel, 45.)  



chrismon: Angenommen, jemand würde Sie bitten, ihm oder ihr dabei zu helfen, sich das Leben zu nehmen, was würden Sie tun?

Renate Künast: Ich habe drei gute Freundinnen beziehungsweise Freunde an Krebs verloren. Und ich war froh, dass mich niemand darum gebeten hat. Aber wenn die Frage da ist, muss ich akzeptieren, dass es nicht um mein Leben geht, sondern um das Recht des anderen. Ich weiß, dass ich als Erstes sagen würde: Da muss ein Profi her. Jemand, der dafür ausgebildet ist, so ein Gespräch zu führen – und im Zweifelsfall auch professionell zu helfen.

Matthias Gockel: Ich bin natürlich schon gefragt worden. Aber ich musste noch nie entscheiden, ob ich es jetzt mache oder nicht – weil vorher der Tod eintrat. Die meisten sagen: „Gibt es nicht eine Spritze, dass alles vorbei ist?“ Selten wird gefragt: „Können Sie mir eine Tablette geben?“

Spritze heißt, jemand anders übernimmt das für mich. Tablette heißt: Ich selbst nehme mir das Leben.

Gockel: Genau, das ist der Unterschied zwischen der verbotenen „Tötung auf Verlangen“ und dem erlaubten „assistierten Suizid“. Ich habe Menschen auch gefragt, warum sie eine Spritze wollen und keine Tablette, die sie selber einnehmen können. Nicht wenige ­haben geantwortet: „Weil ich selber nicht den Mut dazu habe.“


Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2017

Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts von 2017, wonach Sterbewilligen „in extremen Ausnahmesituationen“ ein Zugang zu einer tödlichen Dosis Betäubungsmittel nicht verwehrt werden darf. Schwer kranke Menschen hätten nach dem Grundgesetz das Recht zu entscheiden, wie und wann sie aus dem Leben scheiden wollen.

Das Gesundheitsministerium wies aber im letzten Jahr das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an, entsprechende Anträge abzulehnen. Es könne nicht Aufgabe des Staates sein, Selbsttötungen aktiv zu unterstützen.

Diese Behörde entschied bisher über 93 von 123 vorliegenden Anträgen und lehnte sie alle ab. 22 Antragsteller starben in der Wartezeit auf eine positive Entscheidung.

Medien

Und 

  • Von Stephan Hille im SZ-Magazin vom 27.3.16:
Die Eltern gehen weg.


Film "AM ENDE EIN FEST" AUS ISRAEL ÜBER STERBEHILFE — Auch eine evangelische Filmjury empfiehlt: Am Ende ein Fest



und einige andere

Weblinks

Lesen Sie Reportagen, Hintergrundberichte und mehr zum Thema Sterbehilfe und assistierter Suizid auf der chrismon-Schwerpunktseite ( http://chrismon.evangelisch.de/schlagworte/sterbehilfe )

Zu den Themen Sterbehilfe, Sterben in Würde, Palliativmedizin und assistierter Suizid: Was erlaubt das Gesetz, was darf man nicht? Wie können Ärzte einem Sterbenden helfen? Die moralische Sicht beleuchten Kommentare.

Siehe dort auch

HENNING KIENE ZUR STERBEHILFESterbehilfe: Eine GrenzfrageWissen die Kirchen mehr als andere?SterbehilfeErfahrungen auf einer PalliativstationDer belgische SkandalMeine Begegnung mit dem SterbenNikolaus Schneider zur Sterbehilfe

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