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Ethik ist die wissenschaftliche Debatte um moralische Grundrechte oder moralische Entscheidungsgrundlagen. Sie ist nicht von einer einzelnen Religion abhängig. 

Ethik = (griechisch für Sittenlehre) Lehre von den Grundsätzen der Lebensführung. Ethik bestimmt und erklärt die Werte und Normen für das menschliche Wollen und Handeln (will erklären …).

Ethik ist ein Zweig der Philosophie und setzt sich mit Konzepten, Theorien und Prinzipien moralischen Denkens und Handelns auseinander.


Ethik stellt Fragen nach höchsten Werten der Menschen, nach dem richtigen Verhalten, um diese Werte anzustreben oder gar zu verwirklichen, und nach dem Maß der Freiheit, die den Menschen das richtige Handeln überhaupt erst ermöglicht. Ethische Werte haben nur dann einen Sinn, wenn der Mensch frei ist. Ethik und Freiheit sind untrennbar. Damit sich ein freier Mensch entscheiden kann, braucht er ethische Maßstäbe, nach denen er seine Entscheidung ausrichtet.


Praktisch wird Ethik angewandt in dem sie:

Maßstäbe richtigen Verhaltens der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart beschreibt (deskriptive Ethik)

konkrete Aussagen macht, wie der Mensch sich in bestimmten Situationen verhalten soll (normative Ethik)

Dazu bezieht die Ethik wissenschaftliche Erkenntnisse und Fragestellungen ein aus:

Aufgaben

Pflegende haben vier grundlegende Aufgaben:

Es besteht deshalb ein weltweiter Bedarf an professioneller und an informeller Pflege.

Untrennbar von Pflege ist die Achtung der Menschenrechte, einschließlich dem Recht auf Leben, auf Würde und auf respektvolle Behandlung. Sie wird ohne Rücksicht auf das Alter, Behinderung oder Krankheit, das Geschlecht, den Glauben, die Hautfarbe, die Kultur, die Nationalität, die politische Einstellung, die Rasse oder den sozialen Status ausgeübt.

Die/der Pflegende übt ihre berufliche Tätigkeit zum Wohle des Einzelnen, der Familie und der sozialen Gemeinschaft aus; sie koordiniert ihre Dienstleistungen mit denen anderer beteiligter Gruppen.



Mit Beiträgen aus:

  • Anthropologie (Ist der Mensch ein Einzel- oder Gemeinschaftswesen? Was formt ihn: Vererbung oder Gesellschaft?)
  • Psychologie und Soziologie (Welchen Einfluss haben frühkindliche Erfahrungen auf das Handeln eines Menschen?)
  • Theologie (Wer bestimmt die Grenzen der Freiheit? Welche religiösen Bedürfnisse haben Sterbende?)


Aufgrund des Umfangs der Fragestellungen haben sich Fachethiken gebildet für besondere Fachgebiete. Dazu gehören z.B.:

Rechtsethik (Ist die Todesstrafe ethisch vertretbar? Dürfen Pflegekräfte Geldgeschenke annehmen?

Medizinethik (Wann ist das Leben zu Ende (Herz/Hirntod)? Darf oder soll das Leben um jeden Preis verlängert werden?)

Pflegeethik: sittliche Vorstellung von den Werten und Pflichten eines Berufes, z.B. Freiheit von Vorurteilen, Fachwissen, Bereitschaft zur Selbstkritik und Verantwortung für das berufliche Handeln. Eine Berufsethik der Pflege verbindet die allgemeine Ethik mit den für das Arbeitsfeld spezifischen Fragestellungen;

liefert Maßstäbe und Hilfestellungen für Entscheidungen;
definiert Ziele, die den Pflegekräften eine Identifikation mit ihrer Arbeit ermöglichen sowie Orientierung und Sicherheit geben.

Werte

durch Schätzung und Abwägen entstandenes Übereinkommen zwischen Menschen über das ihnen Zu- bzw. Abträgliche;

Werte ordnen Dinge, Sachverhalte, Denken und Handeln in bezug auf den Menschen. Die breite Skala faktischer Bewertungen und theoretischer Bewertungsmöglichkeiten stellt das Werte-System einer Gesellschaft dar. Aus dem Werte-System ergeben sich Orientierungs- und Handlungsmaßstäbe, Normen, die wiederum zur Grundlage von Bewertungen dienen.

Inhaltlich können Werte nach einer Vielzahl verschiedener Erscheinungsformen auseinandergehalten werden: z.B. wirtschaftlich, politisch, religiös, historisch, sozial, ästhetisch, ethisch, praktisch, theoretisch, mathematisch.

Grundwerte (Primärwerte) sind z.B.: Gleichheit, Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Freiheit der Person und freie Entfaltung der Persönlichkeit, Religions- und Meinungsfreiheit.

Tugenden (Sekundärwerte) sind z.B. Fleiß, Gehorsam, Zuverlässigkeit.

Moral

Moral (lat. mos: Sitten, Gebräuche), Teilbereich der Ethik wie z.B. Sexualmoral, Arbeitsmoral. Für diese Bereiche werden konkrete Verhaltensweisen vorgegeben oder nachträglich gerechtfertigt.


Der ICN Ethik Kodex

Der ICN Ethik Kodex für Pflegende hat 4 Grundelemente, die den Standard ethischer Verhaltensweise in diesem Beruf bestimmen.

vier Aufgaben:

  1. Gesundheit fördern
  2. Krankheit verhüten
  3. Gesundheit wiederherstellen
  4. Leiden lindern


ethikberatung, Frankfurt/M

  • Ethikberatung für Angehörige. (bietet angeblich Hilfe bei Konflikten in der Pflege. Lebensverlängernde Maßnahmen ja oder nein? Nicht immer sind sich Angehörige, Ärzte oder Patienten in Behandlungsfragen einig. In Frankfurt und Offenbach startet jetzt ein Projekt, das dabei helfen soll, eine Entscheidung zu finden. Von MARIE LISA KEHLER in der FAZ 3. 5. 17

Literatur

  • Mit Gerechtigkeit in der Pflege und der Menschenwürde befassen sich in ihrem Buch von 2016, Martin Dabrowski, Judith Wolf (Hrsg.) 205 Seiten, 11 s/w Grafiken, 8 s/w Tab. ISBN 978-3-506-78488-9
  • Reinhard Lay: Ethik in der Pflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2004. ISBN 3899931157,
  • Anna von Zimmermann: Was heißt Schwester sein? Berlin, 1911 (Beiträge zur ethischen Berufserziehung. 2. Aufl: Link zum Springer-Verlag)

Siehe auch

  • Deutscher Ethikrat
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