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Die Fernsehserie Charité der ARD, 2017, zeigt in der ersten Staffel in sechs Folgen Medizingeschichte im 19. Jahrhundert in Deutschland. Im Fernsehen zeigt das Drama der ARD-Serie, zur besten Sendezeit wie aus einer vorwissenschaftlichen Medizin das Gesundheitswesen anfängt zu entstehen, das wir heute kennen. Die Hauptrolle spielt die -eine fiktive Rolle !- verarmte Arzttochter Ida Lenze, die sich für das für Frauen damals kaum erreichbare Medizinstudium interessiert (Alicia Rittberg). Sie arbeitet als Pflegehilfskraft in der Charité, der großen Klinik in Berlin ….

2017 kam diese neue tv-Serie über eine der größten Kliniken Europas: die Berliner Charité. Auf den Fluren hustet und röchelt es im Film überall. Sie spielt überwiegende im 19. Jahrhundert (1801-1899) .

Die eigentlichen Hauptdarstellerinen heißen Diphtherie, Tuberkulose, Armut. Man stirbt, weil man ein Kind gebiert oder versucht es sich wegmachen zu lassen, oder weil einem der Herr Geheimrat seine bakkteriengetränkten Finger in die Wunden legt. Ein Biss­chen Schwarzwaldklinik, ein Bisschen Grey’s Anatomy. Wer etwas von Medizin versteht, darf seine Expertise anwenden. »Sie hat Fieber, Schmerzen im linken Unterleib. Verdacht auf eine akute Appendizitis«, weiß Dr. Ehrlich und tastet ein wenig herum, allerdings tat ein entzündeter Blinddarm auch im 19. Jahrhundert schon eher im rechten Unterleib weh. Hätte der nur den Medicus gelesen.


Angaben zur Verfilmung: Sönke Wortmann als Regisseur, die Drehbuchautorinnen Dorothee Schön und Medizinjournalistin Sabine Thor-Wiedemann, hinter der Kamera Holly Fink, dazu Dreharbeiten in Prager Studios.

Der Film spielt also in der Zeit um 1880, 1890 oder 1900. Die [[Charité_—_2._Staffel]] spielt um 1900-1945.

—>2021 kommt die dritte Staffel auf den tv-Bildschirm. (Trailer-Video, ARD)

Bild der ard-Facebook-Seite

Alles ist drin: Robert Koch, Emil Behring, Paul Ehrlich und Rudolf Virchow .... Medizinischen Fortschritt wird als beinharten Wettkampf bürgerlicher Aufsteiger gezeigt. Unterm Mikroskop entdecken Robert Koch (1843–1910), Emil Behring (1854–1917) sowie Paul Ehrlich (1854–1915) die Hauptfeinde der Gesundheit: die Keime von Seuchen wie Tuberkulose, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Syphilis.

Daneben stehen die Pflegerinnen (Wärterinnen bzw. Diakonissen) beim Morgenappell in Zweierreihe:

die rangniedrigen Wärterinnen und die nonnenhaften Diakonissen, deren Oberschwester Martha dem Medizinbetrieb theologischen Sinn abzugewinnen versucht.

Der Film schüttet keinen Spott über die Frauen aus, sondern macht klar, dass alles "Höhere", die berufliche Karriere, in diesem für das Soldatenwohl vom ersten Preußenkönig Friedrich I. gestifteten Lazarett Männersache ist. Heilen eben auf preußisch.

Noch kein fließendes Wasser, Virchow faselt von der fehlenden Kanalisation, kein elektrisches Licht. Patienten sterben an der Infektion offener Wunden. Auf der Säuglingsstation überlebt nicht einmal die Hälfte der Neugeborenen. Der Krankenhaus-Alltag in der Berliner Charité ist Ende des 19. Jahrhunderts hart.

Am 21. März startet im Ersten um 20.15 Uhr die historisierende Krankenhaus-Serie, die nächsten Teile an den folgenden Dienstagen. Die ersten beiden Folgen sahen durchschnittlich 8,32 Millionen Zuschauer (25,9 Prozent Marktanteil).

Die ARD arbeitet bereits an der Verlängerung. "An den Drehbüchern zur zweiten Staffel 'Charité' wird bereits gearbeitet", sagte Programmdirektor Volker Herres. "Die Fortsetzung wird in der Zeit des Nationalsozialismus spielen, es wird also auch um Aufarbeitung der Medizinverbrechen der Nazis gehen." Damals arbeitete der durch Filme noch heute bekannte Chirurg Ferdinand Sauerbruch an der renommiertesten deutschen Klinik.


Was ist Fakt, was Fiktion?
Das Pflegepersonal - eine kurze Darstellung der heutigen Film-Produzenten (Video xxx Minuten)

: Gedreht wurde in historischen Sets von 1920 in der tschechischen Hauptstadt Prag. Die Figur der “Hilfswärterin“ Ida ist fiktiv. Regisseur Sönke Wortmann wolle mit der emotionalen Stärke der Person vor allem "das Publikum unterhalten". Die Drehbuchautorinnen führen anhand der Rolle durch einen "idealen erzählerischen Mikrokosmos" damaliger Konfliktebenen. Historische Tatsachen sind neben den politischen Wirren des Drei-Kaiser-Jahres und der üppigen Ausstattung an Kostümen und Raumdekorationen auch die Liebesgeschichte von Robert Koch, der sich in die 30 Jahre jüngere Schauspielerin Hedwig verliebt. Die beiden haben damals, welcher Skandal, auch geheiratet. Die ersten weiblichen Medizinerinnen haben etwa 15 bis 25 Jahre später promoviert.

Übrigens: für umfangreiche Recherchen zum Hintergrund stand Prof. Dr. Thomas Schnalke, Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, dem Filmteam als Berater zur Verfügung.

Die erste Zulassung von Frauen zum Medizinstudium im deutschen Kaiserreich erfolgte um 1900 im Land Baden. 

Die Tuberkulose ist neben HIV auch heute noch die weltweit häufigste Infektionskrankheit und wird von der Bakterien-Art Mycobacterium tuberculosis ausgelöst, die die Lunge befällt. Auch andere Organe können betroffen sein. Infizierte Personen übertragen die Erreger über die Luft, etwa beim Husten oder Nießen. Wenige Tröpfchen reichen bereits, um das Pflegepersonal oder den/die ÄrztIn anzustecken.

Der DDR-Bettenbau

Klass. Eingangsgeb.

Dem Arzt Ferdinand Adolf Kehrer (1837-1914), Prof. an der Universität Heidelberg für Frauenheilkunde, gelang erst am 25. September 1881 in dem kleinen Ort Meckesheim östlich von Mannheim der erste moderne Kaiserschnitt (lat. Sectio caesarea) bei einer 28jährigen bei ihrer vierten Entbindung. Noch heute ist seine Methode, mit der er der Frau helfen konnte, die seit zwei Tagen in den Wehen lag, Standardtechnik in der Geburtshilfe. Kehrer operierte damals auf dem Küchentisch ihrem winzig kleinen Wohnhaus mit zwei weiteren Chirurgen und einer Hebamme.

ein Resümee

War eine ganz bunte Mischung aus Gefühl und Fakten. 🎞️ In der Politik ging es bis zum Rücktritt Bismarck´s. Berlin erhält eine Kanalisation. 👳🏻

In der Charité endet die letzte Folge mit: Oberin Martha geht ins Mutterhaus zurück. Die Wärterinnen dürfen einen Verein gründen. Eine Hochzeit. Eine Verlobung. Zwei Trennungen. Ida geht zum Studium nach Zürich und erzählt im Abspann die weitere Lebensgeschichte von sich, Koch, Behring, Ehrlich und Virchow, der u.a. Rektor der Universität wird. 🎖️💏🎖️

Also viele Ereignisse in der Forschung und der Medizin werden in der Serie mit privaten Dramen eng verbunden und sehr gestrafft gezeigt oder auch nur angetippt. Die Ausstattung der Kostüme und Räume ist enorm aufwändig und lässt uns quasi (nicht hinter die Kulissen sondern) hinter das historische Geschehen vor über 130 Jahren etwa bis ins Jahr 1910 blicken. Oder zumindest etwas davon ahnen.

Die Serie kann das Fachgebiet "Geschichte der Medizin und Krankenpflege" für einige wichtige und längst vergangene Jahrzehnte aus trockenen Buchseiten herausholen. Wen dann mehr interessiert, die/der liest die manchmal zu trockenen Biografien der Forscher bei Wikipedia oder in Schulbüchern nun viel leichter.

Inhalte

Hörfassung des Films

Schwester Therese erkrankt an Tuberkulose und darf nur dank Idas und Virchows Unterstützung an der Charité bleiben. Nachdem Robert Koch sein neues Tuberkulose-Heilmittel an sich selbst getestet hat, bekommt Therese es als erste Patientin. Das Diphtherie-Serum Behrings ist kurz vor einem Durchbruch.

Die Kunde vom neuen Wundermittel Tuberkulin ist in die ganze Welt gedrungen. Berlin wird von Schwindsüchtigen und Ärzten aus aller Welt überrannt, aber bei immer mehr Patienten schlägt das Tuberkulin nicht an. Auftritt des Connor Doyle. Behandelte Pat. sterben. Ida bricht nach Zürich auf.
Ida findet Emil Behring mit einer Überdosis Opium. Hagenbecks Völkerschau im Berliner Zoo. Eine Inderin ist an Pocken erkrankt. Behring bootet schließlich seinen Kollegen Ehrlich, der als Jude das Ziel antisemitischer Anfeindungen wird, bei den Vertragsverhandlungen mit der Pharmaindustrie aus. Kochs Hochzeit mit Hedwig.

commons WM, Bettenbau in der DDR-Zeit

Soll im 20. Jahrhundert spielen.

Das Klinikum heute

Die Charité in Berlin ……

Dokumentation zum Film und dem historischen. Hintergrund

Filmtitel: Die Charité – Geschichten von Leben und Tod

Sie hatte nur wenig zu sagen (fast wie heute)

  • Film, Materialien: Die Doku zur Serie.
  • Zu Virchow
  • Zu Koch


Die SchauspielerInnen, die Rollen

Rolle Darsteller
Ida Lenze Alicia von Rittberg
Georg Tischendorf Maximilian Meyer-Bretschneider
Robert Koch Justus von Dohnányi
Emil Behring Matthias Koeberlin
Paul Ehrlich Christoph Bach
Rudolf Virchow Ernst Stötzner
Ernst von Bergmann Matthias Brenner
Bernhard Spinola Thomas Loibl
Hedwig Freiberg Emilia Schüle
Oberin Martha Ramona Kunze-Libnow
Schwester Therese Klara Deutschmann
Wärterin Edith Tanja Schleiff
Wärterin Stine Monika Oschek
Heinrich von Minckwitz Daniel Sträßer
Hedda Ehrlich Stella Hilb
Hebamme Dagmar Sachse
Emmi Koch Rosa Enskat
Kaiser Wilhelm II. Lucas Prisor
Else Spinola Runa Greiner

Die Darsteller Matthias Koeberlin (unten links), Justus von Dohnányi (Zweiter von unten rechts) und Emilia Schüle (unten rechts) sind bereits aus vielen anderen Produktionen bekannt. Wo sie was waren?

Was kommt danach? 2020,2021, 2022 ?

Nach Charité. 1. Staffel: spielt überwiegend im 19. Jahrhundert (1801-1899). Die eigentlichen Hauptdarstellerinen heißen Diphtherie, Tuberkulose, Armut.

Zukunftsmusik:

  • Charité - Staffel 3: Die sechs neuen "Charité"-Folgen spielen in der DDR-Zeit der Klinik (um 1960)

nach

Pressespiegel

Von begeistert bis kritisch



u. a. deshalb auch Kritik beim Spiegel:

  • Allzu viele Handlungsstränge wollen verfolgt und miteinander verflochten werden. So verliebt sich der weltberühmte Bakteriologe Robert Koch in eine minderjährige Tänzerin, für die er seine Familie verlassen wird. So kämpft Emil von Behring (Matthias Koeberlin) nicht nur gegen die Diphterie, sondern auch gegen seine Depressionen und Opiumsucht …
  • Sogar die Bild-Zeitung schreibt darüber:
    • bild.de, ratgeber/gesundheit: Der Serien-Faktencheck von bild (Dort bereits Vieles zu dem Prof. Sauerbruch und der NS-Zeit, obwohl das noch gar nicht Thema der ersten Folgen)


Weblinks dazu

Siehe auch

(übrigens: Kamelie bei WP)

    • Die Erst-Beschreibung des Erregers Mycobacterium tuberculosis]] durch Robert Koch war 1882 ein Meilenstein der Forschung.
  • The Knick, amerikan. Spielfilm - Ein New Yorker Krankenhaus um das Jahr 1900

Und was kommt danach?* sechs neue Folgen in der "Charité"-Staffel-3]]

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