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Die Selimiye-Kaserne war das Lazarett im Stadtteil Üsküdar in Ost-Istanbul (damals verbündet mit England; Scutari - Foto 2007)


Florence Nightingale (geboren am 12. Mai 1820 in Florenz, gest. 13. August 1910 in London)


ach ja: 🐦 = der engl. Name bedeutet Nachtigall

war eine Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege und einflussreiche Reformerin der staatlichen Gesundheitsfürsorge in Großbritannien, in Britisch-Indien und des Sanitätswesens des englischen Militärs.

Seite www.florence-nightingale.co.uk des F-N-Museums in London

Portraitfoto Florence_Nightingale by Goodman, 1858

Sie arbeitete vor allem mit wissenschaftlichen Methoden, insbesondere der Statistik, um Mängel der in den Krankenhäusern in ihrem Heimatland aufzuzeigen. Ein Motiv für ihre Tätigkeit waren die Mängel, die sie in einem britischen Krankenhaus in Istanbul für verletzte Soldaten während einem Krieg mit Russland erlebte und von denen sie nach England berichtete (Whistleblowing auf hohem Niveau) . Dank einer daraus entstandenen Spendenaktion der Londoner Zeitung Times standen Nightingale und ihren Kolleginnen in Istanbul endlich ausreichend Mittel zur Verfügung, über die sie unbürokratisch entscheiden konnte.

Sie trug wesentlich dazu bei, dass sich nach dem Krieg die Krankenpflege in ihrem Land zu einem geachteten Beruf für Frauen entwickelte. Die Krankenpflege hatte sie übrigens bei Diakonissen in Deutschland gelernt.

Und, …

sie legte Ausbildungsstandards fest, die auch in der von ihr gegründeten Krankenpflegeschule in London umgesetzt wurden. Dort gibt es noch heute ein kleines Museum über sie.

Aus ihrem Leben

Als Tochter einer wohlhabenden Familie sah Florence Nightingale bereits früh ihre Lebensaufgabe in der Pflege kranker Menschen. "Schwester" aller Kranken und Leidenden zu sein, sei eine der schönsten, aber auch schwersten Lebensaufgaben, die sich eine Frau stellen kann. Als "Lady with the lamp" (Dame mit der Lampe) wird sie immer wieder dargestellt und ist so der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, da sie in Istanbul am Ende ihrer Arbeittage auch zu später Stunde die brit. Verletzten besuchte.

Am 4. Oktober 1854 traf Florence Nightingale zusammen mit 38 weiteren Krankenschwestern und zum Teil auch Ordensschwestern in Skutari (Türkei, asiatischer Teil von Istanbul) ein, um den englischen Verwundeten im Krimkrieg Beistand zu leisten. Im September 1853 beziehungsweise März 1854 hatten das Osmanische Reich und das verbündete England und Frankreich Russland den Krieg erklärt. Der Hauptkampf ging um Sewastopol, dem Hafen auf der Krim, das auch erobert wurde: Im Pariser Frieden von 1856 verzichtete Russland auf seine Kriegsflotte im Schwarzen Meer (bis 1871) und trat Teile seiner bessarabischen Besitztümer ab. Der Preis dafür waren das schreckliche Gemetzel und das grausame Schicksal der verwundeten und verstümmelten Soldaten in den Feldlazaretten und in Scutari: im Kot, Urin und den Schädlingen. Es starben dort mehr als durch die direkten Kämpfe.

Das englische und türkische Militär-Sanitätswesen war völlig rückständig und auf solche Schlachten mit zehntausenden von Soldaten und tausenden von schweren Geschützen nicht vorbereitet. Während auf französischer und russischer Seite bereits Krankenschwestern im Einsatz waren, fehlten den Engländern Ärzte und Pflegekräfte (es gab nur wenige Wärter) und sanitätstechnische Einrichtungen. Nach einem aufsehenerregenden Bericht über die schreckliche Lage an der Front in der Londoner "Times" schlug der britische Kriegsminister Sidney Herbert vor, Florence Nightingale solle die Pflege beim Heer organisieren. Durch ihre Ausbildung bei den Barmherzigen Schwestern in Paris und in der Diakonissenanstalt Kaiserswerth (bei Düsseldorf) war sie für diese Aufgabe gut vorbereitet. In Kaiserswerth wurde sie mit den Grundlagen der Krankenpflege vertraut. Der evangelische Pfarrer Theodor Fliedner (1800-1864) hatte im Oktober 1836 hier ein Krankenhaus und ein Diakonissenmutterhaus gegründet, mit dem Ziel, den armen Kranken humanitäre Hilfe zu leisten. Diese Einrichtung wurde Vorbild für die diakonische Anstalten in Deutschland und im Ausland.

In den folgenden Monaten vervollständigte Florence Nightingale die ausgewählte Gruppe durch weitere Krankenschwestern und Helferinnen, die freiwillig gekommen waren, so dass ihr bis Kriegsende 125 Pflegekräfte unterstanden. Die Pflege der verwundeten Soldaten erfolgte unter primitivsten Bedingungen und wurde durch eine Choleraepidemie infolge mangelhafter hygienischer Einrichtungen erschwert. Gleichwohl war der organisatorische Erfolg der Schwestern überwältigend. Zuweilen verköstigten sie bis zu 4.000 Männer, und innerhalb von drei Monaten versorgten die Schwestern etwa 10.000 Soldaten mit Kleidung und Gebrauchsgütern. Dies basierte auf einer Spendenaktion in England, die von der Times gefördert wurde.


Ein Großteil ihrer späteren jahrzehntelangen Arbeit in England bestand in der Informationserfassung und -verarbeitung (Managementaufgaben). Sie dachte sich Fragebögen aus, die in Kliniken verteilt wurden, um Missstände zu erkennen und dann nachweislich abzustellen. Dieser wissenschaftliche Ansatz statistischer Analyse hat sie nicht nur in der Gesundheitsfürsorge genutzt, sondern auch bei ihren Bemühungen um die Verbesserung der Lebensumstände in Britisch-Indien (WP). 

Filme

Siehe auch

Weblinks



Weiteres

Über ihre Jugend (auf engl. Britannica)
    • Florence was the second of two daughters born, during an extended European honeymoon, to William Edward and Frances Nightingale. (William Edward’s original surname was W E Shore; he changed his name to Nightingale after inheriting his great-uncle’s estate in 1815.) Florence was named after the city of her birth. After returning to England in 1821, the Nightingales had a comfortable lifestyle, dividing their time between two homes, Lea Hurst in Derbyshire, located in central England, and Embley Park in warmer Hampshire, located in south-central England. Embley Park, a large and comfortable estate, became the primary family residence, with the Nightingales taking trips to Lea Hurst in the summer and to London during the social season.
    • Florence was a precocious child intellectually. Her father took particular interest in her education, guiding her through history, philosophy, and literature. She excelled in mathematics and languages and was able to read and write French, German, Italian, Greek, and Latin at an early age. Never satisfied with the traditional female skills of home management, she preferred to read the great philosophers and to engage in serious political and social discourse with her father.
    • As part of a liberal Unitarian family, Florence found great comfort in her religious beliefs. At the age of 16, she experienced one of several “calls from God.” She viewed her particular calling as reducing human suffering. Nursing seemed the suitable route to serve both God and humankind. However, despite having cared for sick relatives and tenants on the family estates, her attempts to seek nurse’s training were thwarted by her family as an inappropriate activity for a woman of her stature.
    • Despite family reservations, Nightingale was eventually able to enroll at the Institution of Protestant Deaconesses at Kaiserswerth in Germany for two weeks of training in July 1850 and again for three months in July 1851. There she learned basic nursing skills, the importance of patient observation, and the value of good hospital organization. In 1853 Nightingale sought to break free from her family environment. Through social connections, she became the superintendent of the Institution for Sick Gentlewomen (governesses) in Distressed Circumstances, in London, where she successfully displayed her skills as an administrator by improving nursing care, working conditions, and efficiency of the hospital. After one year she began to realize that her services would be more valuable in an institution that would allow her to train nurses. She considered becoming the superintendent of nurses at King’s College Hospital in London.
Siehe auch
  • Verwendung als Motiv im  Videoclip „Raise_Your_Lamp“ des DBfK in 2020 (Personalmangel in der weltweiten Covid-19-Krise)
  • Krankenhaus Marie Baudelaire in Paris mit Pavillons (nach Krankheiten)

Literatur

  • F N: Notes on Nursing: What Nursing Is, What Nursing is Not. First published London, 1859, Harrison & Sons, Philadelphia, London, Montreal: J.B. Lippincott Co. 1946 Reprint. Reprint/Archive, Stand 6. Juli 2010
  • F N: Notes on Nursing for the Labouring Classes. 1861. archive.org Ebenfalls bei Harrison in London
  • Lynn McDonald: Edition of Nightingale's works. ab 2002
  • F. Nightingale: Notes on Nursing. (ein Buchhandels-Erfolg, das auch in den USA verkauft wird.)
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