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Der so genannte Eid des Hippokrates ist heute vor allem von medizingeschichtlicher Bedeutung. Der hippokratische Eid geht auf den griechischen Arzt Hippokrates zurück, der um 460 vor Christus geboren wurde. Hippokrates gilt als Begründer der abendländischen wissenschaftlichen Medizin. Schriftlich überliefert ist er eigentlich aber erst seit ca. 500 Jahre später geworden.

Der Eid hatte auch eine ökonomische Bedeutung im Sinne einer frühen Sozialversicherung der Ärzte. Durch die enthaltene Regelung zum Unterhalt und zur Ausbildung der Nachkommen des Lehrers wurde dieser für Zeiten seiner Berufsunfähigkeit ökonomisch abgesichert. Dies wirkte wie ein Generationenvertrag oder die Austragsregelung in der Landwirtschaft. Zugleich war es eine Krankheitsversicherung, wenn die gegenseitige Behandlung von Kollegen kostenfrei zugesichert wurde.

Als Alternative zum hippokratischen Eid wurde 1948 die Genfer Deklaration nach den NS-Verbrechen durch den Weltärztebund in Genf verabschiedet.

Genfer Deklaration des Weltärztebundes

Die Genfer Deklaration (auch Genfer Gelöbnis genannt) wurde unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, an denen auch Mediziner beteiligt waren, verfasst. Sie wurde als eine zeitgemäße Version des hippokratischen Eides im September 1948 auf der 2. Generalversammlung des Weltärztebundes in Genf (Schweiz) verabschiedet und seitdem mehrfach überarbeitet.[1]

Wortlaut der Genfer Deklaration

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand: Ich gelobe feierlich mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen;

Ich werde meinen Lehrern die Achtung und Dankbarkeit erweisen, die ihnen gebührt;

Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben;

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein; Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren;

Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten;

Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein;

Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung;

Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden;

Dies alles verspreche ich feierlich, frei und auf meine Ehre.[2]


In der aktualisierten Fassung verpflichtet das Gelöbnis die Ärzte demnach, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen.

Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert es aber auch an die Mediziner, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten.

Medien

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

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