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Das Gesundheitssystem in Frankreich unterscheidet sich von dem in Deutschland - besonders im Bereich der Finanzierung durch den Staat.

  • vgl. bei fr.Wikipedia: Un système de santé ou système de soins de santé décrit les moyens organisationnels et stratégiques mis en place par pays, par zones géographiques ou entités communautaires, afin d'assurer une continuité et une qualité des prestations de santé médicale.
  • nach: [https://fr.wikipedia.org/wiki/Système_de_santé Système de soin francais)


Das Krankenversicherungssystem in Frankreich ist ähnlich aufgebaut wie in Deutschland. Der Großteil der Franzosen ist über die allgemeine Krankenversicherung (Regime general d’assurance) versichert, die eine der tragenden Säulen des Sozialsystems in Frankreich darstellt. Inkludiert wurde ebenfalls die Absicherung durch Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Invalidität.


Spezielle Berufsgruppen wie Künstler, Gewerbetreibende, Landwirte und Seeleute sind in spezielle Krankenkassen eingeteilt. Der nicht-arbeitende Teil der Bevölkerung wie Arbeitslose oder Studenten sind in der sogenannten universellen Krankenversicherung versichert, die als Art Zusatzversicherung fungiert und über die allgemeine Krankenversicherung abgewickelt wird. Ziel des französischen Staates ist es, soviele Menschen und Berufsgruppen wie möglich gemäß Solidaritätsprinzip in das gesetzliche System einzubeziehen.

Überischt der Krankenversicherungsbereiche


Die gesetzliche Krankenkasse in Frankreich, teilt ihre Mitglieder in vier separate Bereiche auf, die dann entsprechend auch unter verschiedenen Bereichen im Gesundheitssystem laufen. Diese sind: Regime General (Arbeitnehmer und Angestellte) Mutialite Sociale Agricole (Landwirte) Caisse Nationales d'Assurance Maladie (Freiberufler) Kasse für den öffentlichen Dienst (Beamte) Dabei ist das Krankenversicherungssystem sehr stark staatlich geprägt, denn alleine der Staat erhöht oder senkt die Beitragssätze und kontrolliert den Haushalt der Kassen. Diese Tatsache lässt das System zu einem immensen Verwaltungsapparat werden, der auf der anderen Seite aber auch eine Menge an Arbeitsplätzen zur Verfügung stellt.

Anders als in Deutschland herrscht hier aber das Kostenerstattungsprinzip vor. Das bedeutet, dass Patienten eine Rechnung vom behandelnden Arzt bekommen, diese begleichen und bei ihrer Krankenkasse einreichen. Die Kasse erstattet dann den ausgelegten Betrag zu einem bestimmten Prozentsatz. Dieser Anteil hängt vom Selbstbehalt ab, der je nach Facharzt und Behandlung zwischen 20 % und 100% liegen kann. Krankenversicherung auch für die ärmeren Schichten


Frankreichs Regierung hat vor knapp 15 Jahren durchgesetzt, dass auch Arbeitslose und sehr einkommensschwache Menschen in den genuss einer Krankenverischerung kommen. Sie erhalten einen allgemein ausgestalteten Basisschutz, der unter der Bezeichnnug "Couverture maladie universelle" fungiert. Versorgungslücken, die sonst entstehen würden, werden so zielsicher geschlossen. Finanziert wird diese Einrichtung aus staatlichen Mitteln bzw. Steuern und Sozialabgaben.

Finanzierung des Gesundheitssystems

Das System finanziert sich durch Sozialabgaben auf Löhne und Gehälter sowie aus der allgemeinen Sozialsteuer. Die Sozialsteuer beträgt zur Zeit 7,5 % bezogen auf 95% des Bruttoeinkommens unabhängig von der Höhe des Einkommens. Durch diese Abhängigkeit vom Einkommen der Einzahler, ist die Finanzierung natürlich abhängig von Konjunkturschwankungen. In Zeiten einer größeren Wirtschaftskrise hat das Krankenversicherungssystem so immer wieder mit erheblichen Defiziten zu kämpfen. Auch in Frankreich haben die Versicherungssysteme unter der Demographieverschiebung sowie dem zunehmenden Alter der Menschen zu kämpfen. Da die allgemeine Krankenversicherung nur einen Teil der Kosten deckt und mehr eine Grundversorgung ist, haben sich fast 90% der Versicherten noch zusätzlich versichert. Die Gesundheit ist den Franzosen somit ein wichtiges Wirtschaftsgut, wofür sie auch Geld ausgeben müssen und wollen.

Weblinks

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