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Das Händewaschen ist eine Maßnahme der Hygiene für die Haut im Bereich der Hände und Unterarme, dem Greifwerkzeug des Menschen. Das Reinigen der Hände gehört in der Pflege neben der Hygienischen Händedesinfektion und der Hautpflege danach zur effektiven Händehygiene. Der Fachbegriff dafür ist die Hygienische Händewaschung.

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An dem ärztlichen und pflegerischen sehr oft verwendeten Werkzeug, den Händen, lässt sich die Bedeutung der Hygiene gut erkennen, denn … :

Händedesinfizieren bzw.
Händewaschen rettet Leben

Das war der wichtige Beitrag von Semmelweis zur Medizin(-geschichte) und zeigt sich an der immer wiederkehrenden Debatte um nosokomiale Infektionen und die Einhaltung dieser Vorschriften.


>>> Siehe evtl. auch:

  • Der Welthändehygienetag ist jeweils der 5. Mai


Situationen in der Pflege, die das Händewaschen erfordern

  • vor Arbeitsbeginn und nach Arbeitsende
  • vor und nach dem Essen in der Pause
  • vor der Zubereitung von Speisen bzw. dem Anreichen von Mahlzeiten
  • nach dem Toilettengang
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Tag der Handhygiene jeweils am 5. Mai

gründliches Händewaschen ?? Warum müssen in der Klinik besondere Hygienemaßnahmen beachtet werden?

Bereits 1847 wurde durch Ignaz Semmelweis bewiesen, dass Händewaschung Krankheitserreger auf der Hand nicht ausreichend reduziert, um eine Weiterverbreitung von Infektionen im Krankenhaus sicher zu verhindern. Semmelweis’ wichtigste Errungenschaft war die Einführung der Händedesinfektion, damals als Tauchdesinfektion in Chlorkalklösung, bis heute oft fälschlich als Waschung oder Säuberung missverstanden. Erst die Einführung der Händedesinfektion ermöglichte eine Unterbrechung des Infektionsweges. 

Die Händewaschung ist eine traditionelle Maßnahme zur mechanischen Reinigung der Hände von Verschmutzungen.  

Die Verringerung der Keimlast durch das Händewaschen ist im Vergleich zur Händedesinfektion gering. Im Alltag außerhalb medizinischer und pflegerischer Bereiche ist die Händewaschung jedoch als ausreichend anzusehen. Bei der Händedesinfektion werden die Erreger nicht entfernt, sondern abgetötet beziehungsweise inaktiviert. Sie ist gegen Bakterien und Pilze deutlich wirksamer als nur das Waschen.

Aktionslogo: saubere Haende

Basiert zum Teil auf einer überarbeiteten Kopie des Wikipedia-Artikels:


Das Händewaschen ist eine Reinigung der Hände von sichtbarem Schmutz und unsichtbaren Krankheitserregern.

Es erfüllt also eine ästhetische und eine hygienische Funktion.

Hände richtig zu reinigen und zu desinfizieren ist deshalb Grundwissen in der professionellen Pflege, um damit Infektionen bei den gepflegten Persoenen zu vermeiden (und bei sich selbst).


- Am 5. Mai war wiedermal " Welthändehygienetag "

Im Krankenhaus

Hier kommen viele, überwiegend kranke Menschen auf relativ engem Raum zusammen, einige von ihnen haben ansteckende Krankheiten (z B Wunden, Pneumonie)). Andere sind immungeschwächt und somit anfälliger auch für ganz „alltägliche“ Keime, die einem gesunden Menschen nichts anhaben können.

Zusätzlich gibt es viele künstliche Zugänge, wie zum Beispiel Venen- oder Harnwegskatheter. Sie sind Eintrittspforten für Erreger in den Körper. Hinzu kommt, dass durch den häufigen Einsatz von Antibiotika – auch außerhalb von Kliniken – viele Bakterien resistent und somit im Fall einer Infektion schwieriger zu bekämpfen sind. Umso wichtiger die Vorbeugung = Prophylaxe.

Der häufigste Übertragungsweg von Erregern ist die Weitergabe über die Hände, da diese bei nahezu allen menschlichen Aktivitäten im Einsatz sind. „Daher ist die Händehygiene das A und O“, betonte Annett Walter. Im heimischen Haushalt, wo in der Regel gesunde Menschen leben, sei es ausreichend, Seife, Spül- und Putzmittel zu verwenden. In der Klinik hingegen kommen Hände-Desinfektionsmittel zum Einsatz. Dabei ist es sehr wichtig, diese Mittel gründlich in die Hände einzureiben und die Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden einzuhalten. Besondere Beachtung sollte den Räumen zwischen den Fingern sowie rund um die Nägel gelten.

In manchen Fällen ist es nötig, ein gegen eine spezielle Virengruppe wirkendes Desinfektionsmittel zu verwenden. Dies gilt beispielsweise im Umgang mit dem Noro-Virus, einer Magen-Darmerkrankung, die sich durch plötzlich auftretenden Durchfall und Erbrechen bemerkbar macht und in der Regel etwa zwei bis drei Tage andauert. „Noro ist hochansteckend, und man muss unbedingt versuchen, eine Übertragung zu verhindern“, erklärte Walter. In der Klinik bedeutet das: Der Patient wird isoliert, das ärztliche und pflegerische Personal sowie die Besucher schützen die Pat. und sich durch zusätzliche Schutzkittel, Handschuhe und Mundschutz.

Virus oder Bakterium ist kein Grund zur Panik: „Wenn alle Hygienemaßnahmen strikt beachtet werden, ist das Noro-Virus gut in den Griff zu bekommen“.

Andere Gründe

Außerdem gibt es in manchen Religionen rituelle Händewaschungen, siehe Lavabo.

In der Regel wäscht man sich die Hände an einem Handwaschbecken mit Wasser und Seife oder anderen Reinigungsmitteln.

Eine wichtige hygienische Funktion des Händewaschens ist die Reduktion von anhaftenden Keimen, die sonst per fäkal-oraler Schmierinfektion übertragen werden könnten, wie z. B. Erreger von Durchfallerkrankungen. Deshalb ist das Händewaschen besonders wichtig nach dem Toilettengang, vor dem Zubereiten von Mahlzeiten und vor dem Essen. Manche Kinder lernen den Merkspruch „Nach dem Klo und vor dem Essen – Händewaschen nicht vergessen“.

Auch sonst typischerweise per Tröpfcheninfektion übertragene Krankheiten, wie Atemwegsinfektionen oder Grippe könnten ausnahmsweise mit den Händen bei Kontakt mit Schleimhäuten übertragen werden, deshalb wird Händewaschen auch zur Vorbeugung gegen Tröpfcheninfektionen empfohlen.

Händedesinfektion

Eine ganz andere Form der Keimreduktion ist die Händedesinfektion durch Einreiben von Händedesinfektionsmitteln, z. B. in der Medizin.

Normalerweise herrscht auf der Hand wie auf der gesamten Haut des Menschen ein saures Milieu mit einem pH-Wert zwischen 4 und 7. Durch das Händewaschen neutralisiert sich das Milieu der Hand, wodurch schlechtere Bedingungen für die vom Körper bevorzugten Mikroorganismen vorliegen. Nach wenigen Stunden ist das saure Milieu auf der ganzen Haut wieder hergestellt.

Vorgehen

Einzelschritte sind beim Händewaschen das

  • Befeuchten, Einseifen, Reiben, Abspülen, Trocknen und evtl. die Hautpflege


Beim Waschen sollte folgendes beachtet werden:

  1. Die Hände sollen unter fliessendem Wasser nass gemacht werden.
  2. Die Hände einseifen, wenn möglich mit Flüssigseife aus einem Spender, der keinen Kontakt mit der evtl. kontaminierten Haut erforderlich macht.
  3. Die Hände reiben, bis die Seife schäumt. Dazu sind die beiden Handrücken, die Finger einzeln, die Nagelbetten und unter den Fingernägeln (Fingerkuppen) und die Handgelenke zu reiben. (Eine genaue Zeitvorgabe dafür existiert nicht - es kommt auf eine Auflösung evtl. vorhandener Krusten und das Aufschwemmen von Schmutz etc. an)
  4. Die Hände werden unter fliessendem Wasser gründlich abgespült. (sonst könnte man es gleich sein lassen.)
  5. Die Hände werden mit einem sauberen Handtuch getrocknet ( möglichst Einweg-Material)
  6. Mit diesem Tuch vor dem Abwurf evtl. berührte Handgriffe sauber reiben (ohne erneuten Hautkontakt)
  7. Hautpflegemittel auftragen

Vorgehen

Die Einzelschritte beim Waschen der Hände sind das Befeuchten, Einseifen, Reiben, Abspülen und Abtrocknen. Daran kann sich ggf. die Hautpflege der Hände anschließen.

Beim Waschen sollte folgendes beachtet werden:

  1. Die Hände werden unter fließendem, maximal handwarmem Wasser nass gemacht.
  2. Einseifen der Hände, möglichst mit Flüssigseife aus einem Spender, damit es zu keinem Kontakt mit der kontaminierten Haut kommt.
  3. Die Hände reiben, bis die Seife schäumt, dazu sind die beiden Handrücken, die Finger einzeln (insbesondere der Daumen), die Nagelbetten und unter den Fingernägeln (Fingerkuppen) und die Handgelenke zu reiben. Eine genaue Zeitvorgabe dafür existiert nicht. Es werden ca. 10 bis 30 Sek. erforderlich sein.
  4. Abspülen der Hände unter fließendem, lauwarmen Wasser.
  5. Die Hände werden mit einem sauberen Handtuch getrocknet (möglichst Einweg-Material, bei Mehrfachverwendung möglichst ein Tuch pro Person verwenden. Diese Tücher mit Abstand zueinander aufhängen). Völlig trockene Hände erschweren eine neue Keimbesiedelung bzw. die Vermehrung noch vorhandener Keime.
  6. Mit diesem Tuch vor dem Abwurf evtl. berührte Handgriffe sauber reiben und das Tuch abwerfen (ohne erneuten Hautkontakt)
  7. Hautpflegemittel auftragen

Benötigt eine andere Person Hilfe beim Händewaschen, werden die Hände der anderen Person nacheinander jeweils mit beiden eigenen Händen wie beschrieben gewaschen.

Unterschätzte Wirkung des Händewaschens

Zitat dazu aus einem Blog (März 2009):

… ein Glück, dass es das Internet gibt, jetzt erklären wir sogar Händewaschen… - wie bin ich ohne Netz nur so groß und so alt geworden…

Eckart in DZ

Mit Covid-19 kam das Händewaschen 2020 sogar in die Kunstmuseen: Gemälde von Felix Eckart (:

Nicht nur dieser Blogger verkennt die Situation, wie sie auch in einem "hochentwickelten" Land wie Deutschland immer wieder zu beobachten ist (z.B. im Waschraum öffentlicher Toiletten), nämlich die Vernachlässigung oder falsche Anwendung persönlicher Hygienemaßnahmen, so dass inzwischen vom Robert-Koch-Institut eine Aktion gestartet wurde, die das Händewaschen thematisiert (siehe Weblink) und damit einen Beitrag zur Pandemie-Prävention leistet.


Die Hygienefachkräfte der Gesundheitsinstitutionen müssen für die Öffentlichkeit u.a. auch den Nachweis erbringen, dass dort "sauber" gearbeitet wird und dass die Patienten dort sicher sind. Nämlich "sicher" vor Krankenhauskeimen (nosokomialen Infektionen).

Ausstattung

Für die Ausstattung hygienischer Handwaschplätze empfiehlt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) ein groß dimensioniertes, tief ausgeformtes Waschbecken sowie fließend warmes und kaltes Wasser.

Das Becken sollte wegen möglicher Besiedlung mit Krankheitserregern keinen Überlauf besitzen.

Mit einem Spritzschutz sind evtl. angrenzende Arbeitsflächen so abzuschirmen, dass diese nicht kontaminiert werden können.


Am Handwaschplatz sollten sich wandmontierte Spender für Händedesinfektionsmittel, Handwaschpräparat und Einmalhandtüchern befinden.


Um weitgehend zu verhindern, dass sich beim Händewaschen ein erregerhaltiges Aerosol verbreitet, darf der Wasserstrahl nicht direkt auf den Abfluss gerichtet sein.

Eine handkontaktlose Bedienung der Armatur mittels eines verlängerten Hebels oder mittels Fuß- oder Knieauslösung wird empfohlen, wenn Mitarbeitende beispielsweise direkten Patientenkontakt haben.


Einmalhandtücher müssen dem Handtuchspender ohne Kontaminationsgefahr entnommen werden können.

Medien

Siehe auch

  • Hygieneplan bei Institutionen
  • nach Länderrecht: Krankenhaushygienverordnung, Hygienekommission des Krankenhauses

Gemälde, in der Kunst

Als Illustration zu Vorsicht, Virus! (F. Dürrenmatt von 1989, wieder gedruckt in Die Zeit 51/2020 v. 7. 12. Seite 26) ak.

Weblinks 1

Übungen

Sich mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit angereicherten Desinfektionsmittel die Hände einzureiben, um anschließend unter UV-Licht zu überprüfen, ob die Desinfektion ausreichend gründlich war.

Weblinks 2

Vorlage: Wikipedia: Händewaschen, dort auch Vs. vom 23. Juli 2013‎, Autorenangaben.

Warum das Pflegewiki_2.0 den Artikel nicht von der AutorIn aktualisieren lässt !

……

Dazu hier die Versionsgeschichte des entsprechenden Artikels.

……

Der Trägerverein des PW2.0 behauptet ein "Verein zur Förderung freier Informationen für die Pflege e. V." zu sein.

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