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Hanna Sämann, geb. Levi

Johanna, Rufname Hanna, wurde am 25.2.1891 in Altengronau bei Schlüchtern in Hessen geboren. Ihre Eltern waren Raphael und Mirjam Levi, geborene Sulzbacher. Sie hatte noch sieben Schwestern.

Ihre Krankenschwesternausbildung absolvierte Johanna ab dem 1.3.1917 in Breslau. Das jüdische Krankenhaus in Breslau war eine der modernsten und größten Kliniken im Umkreis und bildete auch Krankenschwestern für den Nürnberger jüdischen Schwesternverein aus. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zog Johanna Levi nach Nürnberg und arbeitete für den dortigen Schwesternverein. Die Schwestern des Vereins pflegten unentgeltlich Kranke aller Konfessionen.


Die Krankenschwester heiratete 1924 den Kaufmann Sigmund, geboren am 13.9.1869 in Sugenheim. Am 18.12.1924 bekam das Ehepaar den Sohn Gerhard. Am 29.11.1941 wurde die Familie mit 1005 Leidensgenossen aus Bamberg, Fürth, Nürnberg und Würzburg in das Lager Jungfernhof beim KZ Riga im von den Deutschen besetzten Lettland deportiert.


Das provisorische NS-Lager zählte in wenigen Wochen um die 4.000 Gefangene ohne entsprechende Unterkünfte. Während des harten Winters 1941/1942 starben zwischen 800 und 900 Gefangene im Lager. Sie waren erfroren, verhungerten oder wurden durch die sich unter diesen Haftbedingungen bald ausbreitenden Krankheiten dahingerafft.

Kranke wurden ab Januar 1942 zum Erschießen abtransportiert. Im März 1942 kam es zu Massenerschießungen im Wald von Bikernieki. Ob und wie lange die Familie Sämann überleben konnte, ist nicht bekannt. Als Todesdatum gilt für Johanna, ihren Mann und Sohn der 26.3.1942.


Quellen: YAD VASHEM; „Jüdische Pflegegeschichte / Jewish Nursing History“ (bei Literatur zu Gerechte der Pflege)

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