PflegeABC Wiki
Advertisement

So könnte ein typischer Tätigkeitsbericht einer Heimaufsichtsbehörde in einem Landkreis im Jahr 2016 ausgesehen haben.

(Nach einem tatsächlichen Vorgang. Die Angaben wurden so anonymisiert, dass nicht auf den tatsächlichen Bericht geschlossen werden kann.)

Die Überschrift klingt zunächst beruhigend:


Insgesamt nur geringe Mängel festgestellt

Die Heimaufsichtsbehörde des XY-Kreises hat diesen "Tätigkeitsbericht 2016" vorgestellt – Es wurden auch Zwangsgelder erhoben.


Insgesamt ein gutes Zeugnis hat die Heimaufsichtsbehörde den Pflegeheimen im Landkreis XY ausgestellt. „Bei unseren Prüfungen haben wir insgesamt gesehen nur geringe Mängel beziehungsweise einen Rückgang in diesem Bereich festgestellt."

Ein Beschäftigungsverbot oder gar die Untersagung des Betriebs waren in keinem Fall erforderlich“, erläutert die im Landratsamt zuständige Referatsleiterin im Kreisparlament anlässlich der Vorstellung des Tätigkeitsberichts der Heimaufsichtsbehörde für das Jahr 2016.

In zwei Fällen wurde ein Zwangsgeld wegen wiederholter Mängel festgesetzt. Eine Einrichtung hat sich aufgrund festgestellter Mängel einen freiwilligen Belegungsstopp auferlegt.

Um welche Pflegeheime es sich handelt, darüber gab die Kreissprecherin gegenüber der Zeitung keine Auskunft.


Zum Stichtag 31. Dezember 2015 war die Heimaufsichtsbehörde des Landkreises XY für die Überwachung von 86 stationären Einrichtungen mit insgesamt 6171 Plätzen zuständig (2015: 84 Einrichtungen mit 6343 Plätzen).


Anlassbezogene Prüfungen, Beschwerden über APH
Gemäß den gesetzlichen Vorgaben des Landesheimgesetzes überwacht die Heimaufsichtsbehörde die stationären Einrichtungen im Landkreis durch wiederkehrende oder anlassbezogene Prüfungen, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. Davon gab es im vergangenen Jahr 114, wobei 85 Regel- und 29 Anlassprüfungen waren.
Während die Regelprüfungen einmal im Kalenderjahr erfolgen, finden die Anlassprüfungen auf Grund von Beschwerden, nach vorausgegangenen Prüfungen notwendigen Mängelnachschauen oder nach baulichen Veränderungen statt. Alle Überprüfungen erfolgen bis auf wenige Ausnahmen unangemeldet.

Im Jahr 2016 wurden der Heimaufsichtsbörde 36 Beschwerden, das sind fünf weniger als im Vorjahr, gemeldet.

Ein Großteil davon (60 Prozent) bezog sich auf die Pflege- und Betreuungsqualität der Bewohnerinnen und Bewohner, die auch im Mittelpunkt der Prüfungen seitens der Heimaufsicht steht.

Von den eingegangenen Beschwerden haben sich nach der Überprüfung durch die Heimaufsichtsbehörde 15 bestätigt (42%).


Die Referatsleiterin präsentierte jüngst im Ausschuss für Soziales weitere Zahlen des Tätigkeitsberichts der Heimaufsichtsbehörde: So liegt die 

  • Einzelzimmerplatzquote


in den stationären Einrichtungen des Landkreises XY im Durchschnitt bei 58 Prozent. In den einzelnen Einrichtungen variiert die Quote zwischen zehn und 100 Prozent.



Bei der vollstationären Pflege erfüllen 14 von 52 Einrichtungen bereits die ab 2019 gesetzlich vorgeschriebene hundertprozentige Einzelzimmerquote. Im Bereich der Einrichtungen für Behinderte trifft dies derzeit auf sieben Einrichtungen zu.


Altersgruppen

44 Prozent der Bewohner aller stationären Einrichtungen für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sind zwischen 80 und 89 Jahren alt, 29 Prozent sogar über 90 Jahre. 6,7 Prozent aller BewohnerInnen haben einen Migrationshintergrund.



Einzelzimmerquote

Ein wichtiges Thema im Jahr 2016 war die Umsetzung der Vorgaben der Lan-desheimbauverordnung. Die gesetzliche Übergangsfrist zur Umsetzung endet für bestehende Einrichtungen zum 31. August 2019. Es können jedoch individuelle Verlängerungen und Befreiungen seitens der Einrichtungen beantragt werden. Im Vorfeld besteht hier ein hoher Beratungs- und Abstimmungsbedarf zwischen den Einrichtungen und der Heimaufsichtsbehörde im Landratsamt.


Fachkräftemangel

Was aus Sicht der Heimaufsichtsbehörde im vergangenen Jahr besonders auffällig war, ist der Fachkräftemangel im Pflegebereich. „Wir merken, dass viele stationäre Einrichtungen Schwierigkeiten haben, entsprechend qualifiziertes Personal zu rekrutieren.“ (Das bezieht sich auf die Vorschrift zur Fachkraftquote). Dies zeigt sich unter anderem in der Tatsache, dass die Heimaufsichtsbehörde im vergangenen Jahr bei ihren Prüfungen in 39 Prozent der Einrichtungen Mängel in der Personalausstattung festgestellt hat.


FEM


Auch 2016 ging die Zahl der der freiheitseinschränkenden Maßnahmen im Bereich

  • der Bettgitter in den stationären Einrichtungen des Landkreises XY zurück (von elf auf zehn Prozent, bezogen auf die Gesamtzahl der BewohnerInnen von stationären Einrichtungen im Landkreis).
  • Bei den Fixierungen blieb die Zahl auf dem niedrigen Niveau von drei beziehungsweise einem Prozent.

Siehe auch

  • Gemeinsame Prüfungen mit dem MDK (der prüft, ob und wie die bezahlten Leistungen erbracht worden sind)
  • die Heimgesetze (der Bundesländer)
Advertisement