PflegeABC Wiki
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Niedrigflurbetten werden die Pflegebetten genannt, deren Bettgestell nach Durchführung der Pfegemaßnahmen auf Arbeitshöhe ein so tiefes Absenken der Liegefläche ermöglicht, dass beim unbegleiteten Verlassen des Betts für die alte Person keine Sturzgefahr besteht. Auch: absenkbares Bett, Niedrigbett, Ultraniedrigflurbett.

Die bisherigen höhenverstellbaren Standardpflegebetten haben ein Spektrum zwischen 40 bis 80 cm als niedrigste Tiefenoption - während die Hilfsmittel wie Rollstühle oder Toilettenstühle eine Sitzhöhe von 51 cm haben. Damit ist aus dem Rollstuhl der Transfer dem "Rollifahrer" nur dann selbständig möglich, wenn die Bettenhöhe etwas niedriger eingestellt werden kann.


Merkmale (eine Kann-Liste, da es noch keine DI-Norm gibt)
  • Höhenverstellung zwischen 9,5 – 80 cm
  • Sicherheit ohne Fixierung auch für motorisch unruhige Schläfer
  • Große Stabilität in jeder Bettenhöhe
  • Einzelblockierbare 10-cm-Rollen mit Wandabweiserrollen
  • Kopftief-, Kopfhoch- und Beintieflagerung sind möglich
  • dto. Komfort-Sitzposition
  • Handschalter mit Sperrfunktionen
  • Diverse Komfort-Liegeflächen / Matratzen

Kosten

Kosten im Heim

In einem Verfahen in Würzburg wies das Verwaltungsgericht dort den Antrag der Einrichtung gegen die entstehenden Kosten ab. Nach dem Sinne des bayerischen Heimgesetzes stelle der Einsatz des Bettgitters statt eines Niederflurbettes einen Mangel dar, da die vorübergehende freiheitseinschränkende Maßnahme nur angewendet werden dürfte, wenn diese zum Schutz der Bewohner unerlässlich sei. Der Schutz der Bewohner müsse auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erfolgen.

Der finanziell begründete Einwand der Einrichtung sei irrelevant, weil die Bereitstellung eines absenkbaren Betts mittlerweile zur Grundausstattung eines Heims gehöre. Dem Einwand, der Ehemann wünsche kein Niederflurbett, wurde mit einem Verweis auf die Verfahrenspflegerin begegnet. Nur sie sei für die Vertretung im Betreuungsverfahren zuständig. (letzteres ist ein beachtenswerter Satz, da mit dieser Konstruktion der Einfluss eines Ehepartners umgangen wird. Warum diese(-er) nicht als Verfahrenspfleger eingesetzt wurde, spielt aber für die Bettenfrage keine Rolle)

(Beschluss des VG Würzburg vom 01.09.2014; Az.: W 3 S 14.778)

www

Angebote


Literatur

Weblinks

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