PflegeABC Wiki
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aktuell:

ZEIT ONLINE hat Pflegende im Krankenhaus gebeten, aus ihrem Alltag zu berichten. Klicken Sie auf das Bild, um 346 ausgewählte Zuschriften zu lesen.



Altenpflege

Die Altenpflege ist eine wachsende Branche: Allein zwischen 2013 bis 2015 wurden 80.000 Stellen neu geschaffen, geht aus der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes hervor. Das ist ein Anstieg um acht Prozent. Betrachtet man den Zeitraum seit dem Jahr 1999, ist es sogar ein Anstieg von 74 Prozent.

Heute arbeitet über eine Million Menschen allein in der Altenpflege. Mehr als 730.000 Fachkräfte sind in den 13.600 stationären Einrichtungen, also Alten- und Pflegeheimen angestellt. Viele arbeiten aber Teilzeit, daher wären es eigentlich nur 525.000 Vollzeitstellen. Weitere 355.600 Pflegekräfte arbeiten bei rund 13.300 ambulanten Diensten. Auch hier ist die Teilzeitquote hoch. Würden alle Vollzeit arbeiten, käme man auf fast 239.000 volle Stellen in der ambulanten Pflege.

85 Prozent der Pflegekräfte sind Frauen. Fast drei Viertel der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit; umgerechnet auf Vollzeitstellen, käme man auf über 730.000 Pflegekräfte.


Krankenpflege

Veränderungen Die Zahl der ausländischen Pflegekräfte in Deutschland ist in den vergangenen vier Jahren um 62 Prozent gestiegen.


Zwischen Dezember 2012 und September 2016 erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der professionellen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit auf rund 117.400.


Insgesamt stammen nun 6,7 Prozent der rund 1,7 Millionen Krankenpflegekräfte aus dem Ausland - die meisten aus Osteuropa.

Im September 2016 waren es 66.000 PflegerInnen von dort. Sie arbeiten in der Gesundheits- und Krankenpflege, als Hebamme/Geburtshelfer oder im Rettungsdienst.


Die Zahl der AltenpflegerInnen aus Süd- und Osteuropa hat sich von knapp 16.000 Ende 2012 auf fast 32.000 im September 2016 verdoppelt.

neuere Zahlen ak.


Antworten auf J S


❓Um wieviel ❓ (Fakten.)


Bitte keine Peanuts Hr. J.S. (inklusive GroKoalitionäre, Krankenkassen, Arbeitgeber Kirchen, andere "Wohlfahrts"verbände etc.) - alles unter 10 Prozent wird bei dem Problemberg gar keine Wirkung haben. Meinetwegen auch wahlweise als Arb.zeit-Verkürzung. 📌Und ohne deutlich bessere Personalschlüssel (das ist auf jeden Fall eine zusätzliche Bedingung) 📌 sehe ich letztlich keine wirkliche Chance.


🤔 Und zugegeben, das ganze Paket ist sauteuer. Aber dafür wurde ja jahrzehntelang von den genannten Personen auf dem Rücken von uns und den PatientInnen gekürzt, gespart, rationalisiert … . Fragen sie die Kanzlerin und deren Vorgänger. Jetzt kommt die Rechnung dafür.



Siehe auch:

  • Care-Drain, ein Kunstwort, das den Abfluss/Abwerbung einheimischen Pflegepersonals durch reiche Nachbarländer beschreibt: z. B: ÄrztInnen aus den Phillippinen in die USA, poln. Pflegende in De, dto. aus Ungarn in at.

Basiswissen

Personalmangel ist kein Notfall. Er ist innerhalb einer gewissen Bandbreite immer vorhersehbar. Und er muss mit eingeplant werden. Woher kommen dann Personalreserven? Von einem Arbeitgeber im Gesh.Wesen muss dem Ausfall von Personal prinzipiell vorgebeugt werden.

Jede PDL weiß im Vorhinein, wieviele Arbeitstage im Jahr als Urlaub auszugleichen sind. Und das wird im Jahreslauf nicht immer die gleiche Stundenzahl in allen Monaten sein. Usw gilt es für planbare Ausfälle wie Fortbildungen, Freistellungen ...

Bei Krankheiten weiß jede PDL zumindest den zu erwartenden Basiswert durch den Vergleich mit den Monaten in den Vorjahren. Sie weiß auch, welche Schwankung sie durch Überstunden oder Streichen von Zeitausgleich für geleistete Überstunden noch abdecken kann. Das ist wahrscheinlich von Einrichtung zu Einrichtung je nach den Rahmenbedingungen verschieden. Aber auch da gibt es Erfahrungswerte.

Eine ordentliche Personalplanung baut über längere Zeit auch eine Personalreserve an Springern mit "geringfügigen" Stdn. auf, die nicht ständig beschäftigt werden wollen, aber bereit sind, auch sehr kurzfristig Lücken gut zu füllen. Ideal sind hierfür Kolleginnen, die früher bereits in der Einrichtung gearbeitet haben und nicht erst eine Einarbeitung benötigen. Ja, ich höre das Aufstöhnen. Doch, die gibt es praktisch überall. Denn überall steigen Kolleginnen für Kindererziehung oder häusliche Pflege aus der Vollzeit oder einer Teilzeitbeschäftigung aus. Aber das heißt nicht, dass sie nicht bereit wären ……

Interview

Der Beruf der Pflegerin ist eigentlich ein wunderschöner Beruf, aber er wird kaputt gemacht. Wenn sich die Bedingungen verbessern würden, wäre ich sofort zurück. Ich habe schon mehrmals Herrn Spahn geschrieben, ihm geschildert, wo Verbesserungen ansetzen müssten. Beispielsweise fordere ich verpflichtend zwei freie Wochenenden im Monat und einen vorgegebenen Personalschlüssel. Zu lange Dienste sollten verboten werden. Das Gehalt sollte um zwei bis drei Euro pro Stunde steigen. Eine Antwort habe ich nie bekommen.

"Lieber Gott, mach, dass hier jetzt nichts mehr passiert"

Christina H. hat vier Jahre lang als Pflegerin gearbeitet. Dann hielt sie es nicht mehr aus. Der Beruf hätte sie auf Dauer krank gemacht, sagt sie. 

Protokoll:  Fabian Herriger und  Anne-Katrin Schade . In: Die Zeit vom 19. Dezember 2019,

Nolte und Hasseler 2019 über den Pflexit

Warum es in Deutschland den „Pflexit“ gibt?

Bei der Vortragsreihe „Medizin am Abend“ der Uni Heidelberg sprachen die Professorinnen Karen Nolte und Martina Hasseler am 16. Januar 2019 über den Pflegekräftemangel. Der Personalmangel ist überhaupt nichts Neues. Schwesternmangel hieß das in den 1960er Jahren. Warum das Problem fortbesteht, warum eine Imagekampagne schon damals nichts bewirkte, wie gefährlich der Mangel an Pflegekräften für die Patienten werden kann – das alles war Thema bei „Medizin am Abend“.


Die erste Krise im Pflegebereich, so die Historikerin Karen Nolte, kam in den 60er Jahren. Vorher dominierten christlich gebundene Schwestern wie etwa aus der 1838 gegründeten Diakonissen-Gemeinschaft. Seelenpflege gehörte zur Krankenpflege, der 14-Stunden-Tag sowieso. Die Schwesternschaft war den Ärzten klar untergeordnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als junge Frauen mehr Berufsmöglichkeiten sahen, wurden dann eine fest umrissene Arbeitszeit, gerechte Entlohnung und gesetzlicher Schutz gefordert, wie Prof. Nolte aus der Zeitschrift „Constanze“ von 1950 zitierte. Das Heidelberger Uniklinikum ging beispielhaft voran: 1953 wurde durch amerikanische Unterstützung eine Schwesternschule gegründet mit akademisch ausgerichteter dreijähriger Ausbildung. Es gab dort sogar Zweibettzimmern im Wohnheim.

Ende der 50er Jahre begann die Anwerbung von 11 000 Schwestern aus Südkorea. Diese rissen erstaunt die Augen auf: In Korea hatten sie auf Augenhöhe mit den Ärzten gearbeitet, Deutschland erwies sich dagegen als völlig rückständig.

Schon 1923 waren Spanierinnen nicht bereit gewesen, mit ihrer akademischen Ausbildung in deutschen Krankenhäusern Haus- und Küchenarbeit zu machen.

Erst 1965 wurde in Deutschland offiziell eine dreijährige Ausbildung in der Krankenpflege eingeführt. In der Altenpflege, so Karen Nolte, begann die standardisierte Ausbildung bundesweit sogar erst 2003.


Was Pflegekräfte heute an ihrem Beruf bemängeln, aus Umfragen: Arbeits- und Einkommensbedingungen, mangelnde berufliche Perspektive, geringe Einflussmöglichkeiten im Job. Dazu kommt in Deutschland eine große Zahl von Patienten pro Pflegekraft. „Alte Menschen werden buchstäblich ins Bett gepflegt“, heißt das für Martina Hasseler. Und es würden mehr Fehler, etwa bei der Verabreichung von Medikamenten, gemacht, Infektionsraten und Sterberaten stiegen. Das alles belegte sie mit Studienergebnissen.

Auch die Pflegenden leiden bei diesen Arbeitsbedingungen, beklagen die fehlende Erholungsphasen und die wegen ständigen Einspringens fehlende Verlässlichkeit der Dienst-/Schichtpläne. Schichtdienst begünstigt zudem Erkrankungen. Dass viele aus dem Beruf aussteigen, ist für Martina Hasseler verständlich. Sie hat dafür auch die passende Bezeichnung: Pflexit. „Ein positiver Ausblick fällt mir derzeit schwer“, bekannte sie. Sie berichtete von Anreizsystemen in den USA für Pflegekräfte, etwa 10 000 Dollar „Antrittsgeld“, Umzugskosten, Weiterbildung, Kita-Kosten. Sie forderte ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement und Gehälter, mit denen man später nicht in der Altersarmut lande. Auch die Akademisierung und dann entsprechende Verantwortungsbereiche sind für sie ein wichtiges Instrument.


Die Professorinnen Karen Nolte und Martina Hasseler: die eine leitet das Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin, die andere auf dem neuen Lehrstuhl für Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät HD.

Voss und Schildmann, Gute Arbeit gegen Pflegenotstand, 2018

Böckler, Impuls, Ausgabe 11/2018: GUTE ARBEIT GEGEN PFLEGENOTSTAND - Die Aufwertung sozialer Berufe ist dringend notwendig. Wie das gelingen kann, zeigt eine aktuelle Analyse.

In Deutschland herrscht Pflegenotstand, überall fehlen Fachkräfte. Wer daran etwas ändern will, muss laut einer Studie von Dorothea Voss und Christina Schildmann die Arbeitsbedingungen in den sozialen Berufen verbessern. Die Forscherinnen von der Hans-Böckler-Stiftung zeigen anhand zahlreicher Daten, wo die Probleme liegen – und wo Veränderungen ansetzen müssen. * Impuls, mehr ……

Das Thema in 2018 in der Münchener Tagespresse

(Beispiele aus der Süddeutschen Zeitung, SZ)

  • aktuell zum Thema: Pflegenotstand? Pflege in München: Projekte, aber keine schnellen Lösungen. Umfangreicher Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Inga Rahmsdorf vom 29. Mai 2018 (Arbeitsbedingungen, Aufnahmestopps, Personalmangel, Personalgewinnung)


zu anderen SZ-Bspl:


Klickt man auf der Internetseite der Leitstelle Ivena auf "Notfallversorgung", färbt sich die gesamte Tabelle rot. Die Intensivstationen der fünf Münchner Kinderkliniken haben sich abgemeldet. Es ist der 28. Mai, 12 bis 21 Uhr.
  • Die gleiche Situation zeigte sich am 23. Mai, 13 bis 20 Uhr, und am
  • 16. Mai, 15 bis 22 Uhr.

Während dieser Zeiten hatten alle Kinderkliniken ihre Intensivstationen auf Rot geschaltet. Damit signalisieren sie, dass sie keine freien Kapazitäten mehr haben.


Hamburg Volksinitiative, Verfassungsgericht, Volksbegehren, Volksentscheid gegen den Pflegenotstand

Das Hamburgische Verfassungsgericht verhandelt seit Dienstag 17.4.19 über das Volksbegehren gegen den Pflegenotstand. Urteil Anfang Mai erwartet. Bürgerschaft lehnte ein Volksbegehren in der Frage ab.

  • bibliomed-Bericht über den langen Marsch für eine bessere Pflege in dem Stadtstaat Hamburg

im tv 2018

maybrit illner — Ist die Pflege noch zu retten? "maybrit illner spezial" vom 24. Mai 2018 zdf


Baden-Württemberg Krankenhausträger fordern bessere Bezahlung und mehr Personal

Der Fachkräftemangel ist auf. Rekordniveau. Im „BWKG-Indikator“ für die erste Jahreshälfte 2018 klagen 75 Prozent der Krankenhäuser und Rehakliniken über Probleme, Pflegekräfte zu finden. Bei den Altenpflegeeinrichtungen sind es sogar mehr als 90 Prozent. „Das haben wir noch nie gehabt.“

Für ihren Indikator befragt die BWKG halbjährlich die Geschäftsführer von Krankenhäusern, Reha- und Pflegeeinrichtungen zur wirtschaftlicher Situation und zum Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig klagen Spitäler, Reha- und Alteneinrichtungen über chronische Unterfinanzierung durch die öffentliche Hand. Mehr Personal am Krankenbett oder im Pflegeheim wird es nur geben, wenn die Pflegekräfte durch MitarbeiterInnen in anderen Berufsgruppen entlastet und unterstützt werden können.

Ein zweites großes Problem sehen die Branchenvertreter in der Finanzierung durch Kassen und öffentliche Hand. Die Nähe zur Schweiz und die Wirtschaftskraft Baden-Württembergs schlagen sich im Lohnniveau nieder. „Eine Krankenpflegekraft kostet rund 10 000 Euro in Baden-Württemberg mehr als in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Hauptgeschäftsführer Einwag, bezogen aufs Jahr. Das Vergütungssystem sei aber für diesen Unterschied blind: Die Abrechnungssätze mit den Kassen sind bundesweit gleich.

Der Anteil von Krankenhäusern in den roten Zahlen ist in Baden-Württemberg der höchste bundesweit.

Andere Berufe ?

Und wie sieht es bei andren Berufen in De aus?

Und in Frankreich?

Literatur

Zeitungen, www






all das ist keine echte Hilfe

Stoppt die Abwärts-Spirale

25% mehr Personal und 10% mehr Lohn


keine Werbung sondern eine geeignete Dienstkleidung bei ganz bestimmten Pflege-Profit-Unternehmen:

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