PflegeABC Wiki
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Okt 2021 - zB in München

"Die Pflege kann nicht mehr." Die Vorsitzende des Betriebsrats der München-Kliniken warnt vor dem Kollaps des Systems. Wegen des akuten Personalnotstands sei es schwierig, alle Betten durchgängig zu betreiben.

Pflegende leisteten "Schwerstarbeit" - und dann träfen sie noch auf ungeimpfte Corona-Kranke. (Von Heiner Effern in der Süddt. Ztg. vom 5. Okt 2021 -Link SZ )

  • Auch die Gesundheitsministerkonferenz warnt jetzt vor "humanitärer Katastrophe". Das Personal in der Alten- und Krankenpflege müsse besser bezahlt werden, sagt der bayer. Minister Klaus Holetschek als deren Sprecher. Die Pflege solle besser nicht nur ein Thema für Finanzminister sein. (DZ vom 16. Oktober 2021 )

2020 vor Covid-19

  • "Wir sind es selbst, die das 'System Pflegenotstand' am Leben halten" Thies Sprenger, 29 J., ist Fachpfleger an der Uniklinik Lübeck und porträtiert Kolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland. Ein Artikel im Spiegel von Marc Röhlig 17.01.2020, also noch vor den Covid-Problemen. Er sagt: der Pflegenotstand ist systemisch und existiert überall ……

2019 in Hessen

Betriebsrat nennt es Pflegenotstand am Uniklinikum Gießen-Marburg

  • tv-Bericht am 08.11.19 um 20:48 Uhr - Uni-Klinik Gießen: Gesperrte Stationen, Lücken in den Dienstplänen, Mitarbeiter am Ende ihrer Kräfte: Am Uniklinikum Gießen-Marburg herrscht massiver Personalmangel. Der Betriebsratsvorsitzende fordert im Interview ein schleuniges Umsteuern der Klinikleitung.

… seit Jahren

Warum der Pflegenotstand in Deutschland immer wieder auftritt oder vor ihm gewarnt werden muss



oder

das Märchen von der Unschuld der Politik



Es gibt in der Altenpflege keinen gesetzlich verbindlichen Personalschlüssel, sondern nur ein indirekt wirksames Finanzierungssystem: abhängig vom Pflegegrad der Bewohner wird für den Personaleinsatz etwas erstattet. Wobei sich das von Bundesland zu Bundesland noch unterscheidet. Für den höchsten Grad 5 gilt derzeit zum Beispiel in Bayern ein Richtwert von bis zu 1,79 Pflegekräfte-Stellen pro Bewohner (in 24 Stdn, 7 Tagen in der Woche in 12 Monaten mit Urlaub und Krankeitsausfällen und Leitungsanteil- also nur eine Brutto-Angabe. Die Hälfte davon sind nicht ausgebildete Hilfskräfte ! ). Bei den häufigen Pflegegraden 3 und 4 deutlich weniger. Auf dieser Grundlage bekommen die Heime pauschal Geld von der Pflegeversicherung. Beschäftigen sie mehr Personal, wird ihnen das nicht erstattet. Beschäftigen sie sogar weniger, bleibt mehr Gewinn in der Kasse. In der Theorie funktioniert das, in der Praxis produziert die Pflegeversicherung damit aber strukturell einen Personalmangel. Denn je weniger Personal eingesetzt wird, um so mehr verdient der Heimbetreiber (egal ob gemeinnützig oder Privatunternehmen).


Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung kommt 2017 in einer Prognose für das Jahr 2050 zu folgendem Ergebnis: Eine erhöhte Attraktivität des Pflegeberufs und eine Erhöhung der Zahl der Erwerbspersonen durch Zuwanderung könnten das Angebot an Pflegepersonal bis 2050 von 510.000 auf 930.000 steigern.


Leider haben die Regierung (CDU/CSU und SPD, Große Koalition) genau das 2017 wieder für mehrere Jahre verhindert. Und damit wiederholt sich ein Vorgang, den es in den 1990ern und den 2000ern Jahren bereits fast wortwörtlich genauso abspielte (damals meist mit einer CDU/CSU—FDP-Koalition. Leider hat zuletzt die SPD die klägliche FDP-Rolle übernommen)


Denn das von ihnen getragene Konzept der Generalistischen Pflegeausbildung hat von vorne herein nichts an den Hauptmängeln ändern wollen:

Nichts am Personalmangel, (der letztlich zum Pflegenotstand führt) 
Keine Festlegung einer wirksamen Mindestmenge ausgebildeter Pflegekräfte auf den Stationen in Krankenhäusern und Pflegeheimen ( Pflegepersonalmindestschlüssel)
(sie haben anstelle davon geredet, unverbindliche Richtwerte als angeblichen Personalschlüssel vielleicht irgendwann oder noch später einzuführen. Sie wollten die Bezahlung während der Helferinnen-Ausbildung in NRW als Fortschritt verkaufen. Eine angeblich -inhaltlich massiv verkürzte- Generalistische Pflegeausbildung würde als Folge die Ausbildung von Hauptschülerinnen mit Berufserfahrung als Altenpflegerinnen verhindern und die Kinderkrankenpflege-Ausbildung ganz abschaffen.)


Wenn die Pflegefachkräfte merken würden, dass sich die Arbeitsbedingungen dauerhaft verbessern, dass sie für deutlich weniger Patienten umfassend zuständig sind und das Gefühl haben, ihre Arbeit fachgerecht durchführen zu können -an Stelle der heutigen Fließbandabfertigung mit jeder Menge kleinerer oder größerer Mängel, dann würden von ihnen vielleicht einige wieder in ihre Berufe zurückkehren. Denn ausgebildet wurden zwischen 2000 und 2017 wirklich viele Pflegende.


Die Realität wird von einem von den Arbeitgebern verschuldeten Regelkreis geprägt- man nennt sowas


Teufelskreis“:

Überlastete Beschäftigte werden häufiger oder sogar chronisch krank, sie steigen aus dem Beruf aus oder müssen vorzeitig unfreiwillig in einen anderen Beruf wechseln oder gehen gar „lieber“ in die Erwerbslosigkeit / den Ruhestand gehen, was wiederum bei Problemen am Arbeitsmarkt zu noch dünneren Personaldecken führt, also zu noch mehr Belastung für die verbleibenden PflegerInnen.


Bestandteile des Pflegenotstands

In der deutschen professionellen Pflege wird seit 1960 wiederholt dann von Pflegenotstand gesprochen, wenn der Personalbedarf der verschiedenen Gesundheitseinrichtungen nicht mit den örtlich ausgebildeten Fachkräften zum Preis der Vorjahre erfüllt werden kann. Seit Jahren sind die Arbeitskräfte in dem Frauenberuf stark unterbezahlt.


Warnungen, erste Anzeichen

In der Regel haben nicht die verantwortlichen Leitungskräfte der Einrichtungen oder "zuständige" PolitikerInnen den Pflegenotstand ausgerufen, sondern Interessenvertretungen der Beschäftigtem (wie die Gewerkschaft verdi/ötv). Denn wer das öffentlich sagt, riskiert als "Schuldiger" bezeichnet zu werden, der die Pfegeberufe in der Öffentlichkeit herabsetzt. (Gleichzeitig kann jedoch eine nachvollziehbare Warnung vor einem drohenden Leistungsabbau im Gesundheitswesen ein sehr wirksamens politisches Argument gewesen.)

2010
Gewerkschaftsverbände und Wohlfahrtsverbände haben in dieser Woche in Hannover vor einem Pflegenotstand in der Altenpflege gewarnt. Bei einem zusätzlichen Bedarf von 53.400 Pflegenden bis zum Jahr 2030 und in den ambulanten Diensten würden 26.000 zusätzliche Kräfte gebraucht. (nach Evangelische Pressedienst)

Wirkung von Werbekampagnen

Seit 1990 werden alle 4-6 Jahre Medienkampagnen gestartet, die massiv Interesse für die Pflegeausbildungen wecken sollen. Zumindest im Ruhrgebiet berichten seit Mitte der 90er Jahre BerufanfängerInnen durchgängig von Schwierigkeiten gesicherte Arbeitsverträge abzuschließen. Angeboten werden Teilzeitverträge, Zeitverträge, Verträge die schlechtere Bedingungen bieten als der eigentlich gültige Tarifvertrag (Tarifflucht).

Gleichzeitig berichten Pflegedienstleitungen vielfach von großen Schwierigkeiten qualifiziertes und engagiertes Personal zu finden und beklagen die hohe Personalfluktuation. Die Verweildauer im Beruf wird immer wieder als zu kurz beschrieben.


( Vergleiche die bereits am 4. August 2011 von N3 veröffentlichte und gegen seinen Willen von den Admins des so genannten PW 1.0 veränderte Artikelversion )

Die heiminterne Abwärts-Spirale — so beginnt der Notstand

Wird der Pflegenotstand nur aus der Sicht einer Einrichtung betrachtet, kann er Auslöser einer nach unten gerichteten und für die Pflege in Heim oder Klinik gefährlichen Abwärtsspirale werden oder auch umgekehrt:

  • weil die Einrichtung zu wenig Personal beschäftigt, gerät sie (berechtigt) in einen schlechten Ruf bei potentiellen Mitarbeitenden.
  • wiederholt kommt es zu vermeidbaren Pflegefehlern. Angehörige, Presse und Heimaufsicht werden auf die Mängel aufmerksam.
  • Die Arbeitsbedingungen werden wegen Personalmangel allmählich unerträglich: ständige Dienstplan-Änderungen, keine Sicherheit, den Jahresurlaub und die Vergütung für Überstunden zu erhalten
  • Neue Mitarbeitende sind schlecht zu finden.
  • Leitende Personen haben mangelnde Führungsqualitäten und versuchen über „verbesserte" Dokumentationen (bis hin zur Aufforderung zur Urkundenfälschung) die schlechte Pflege nicht erkennbar zu machen / zu verschleiern
  • Die Versorgungsqualität der Einrichtung sinkt weiter. Wer dort weiter arbeitet, trägt das Risiko, dass auftretenden Fehler ihr/ihm angelastet werden.
  • Der Einsatz von nicht ausgebildeten Hilfskräften oder kurzfristig angeheuerten externen Springerinnen (Leiharbeitnehmer) oder gar von Ehrenamtlichen Laien in der Versorgung kann von den überforderten vorhandenen Fachkräften gar nicht mehr verantwortet werden.
  • Der Anreiz (ja, manchmal kann von einem Druck gesprochen werden: wenn es ihnen hier nicht passt …) zum Stellenwechsel steigt massiv an.
  • Die Mund zu Mund - Propaganda greift auf die Sozialen Netzwerke über (anonyme Blogs raten dringend ab, da und da … anzufangen.)

Zusammenfassung
die immer schnellere Personalfluktuation bzw. das Fehlen von längere Jahre vorhandenem Stammpersonal können als ein guter Maßstab für die Pflegequalität eines Heims oder einer Klinik oder als Alarmzeichen angesehen werden.


aktuelle Pressemeldungen zum Pfl.nots…

Diskussion mit der Bundeskanzlerin - Wahlkampf 2017

Selten hat eine Bürgerfrage in einer Wahlsendung so viel Wirkung erzielt wie die von Alexander Jorde: Am 11. September konfrontierte der angehende Krankenpfleger (Pflegeschüler) in der ARD Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit seinem Berufsalltag. Die Würde des Menschen, laut Grundgesetz eigentlich unantastbar, werde in Wirklichkeit in Deutschland "tagtäglich tausendfach verletzt".

  • Personalmangel in der Altenpflege: "Wir laufen auf eine Katastrophe zu" - SPIEGEL ONLINE - Kurz vor der Wahl wird der Pflegenotstand zum Thema. Im Interview spricht Ökonom Stefan Sell von Niedriglöhnen und Personalmangel, und weshalb Altenpfleger in die Gewerkschaft eintreten sollten. (Ein Interview von Florian Diekmann, 21.9.2017)

Seitdem präsentiert vor allem die SPD Vorschläge gegen den Pflegenotstand: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert ein Lohnplus von 30 Prozent für Altenpfleger. Parteichef Martin Schulz verspricht einen "Neustart in der Pflegestruktur" binnen 100 Tagen und verbindliche Personalschlüssel - wofür sich auch Merkel einsetzen will.

Der Koblenzer Ökonom und Sozialwissenschaftler Stefan Sell befasst sich seit Jahren mit den Missständen in der Pflege. Er kritisiert, dass die Pflegemisere vor dem TV-Auftritt des Pflege-Azubis überhaupt keine Rolle im Wahlkampf gespielt habe und in den Programmen der Parteien stiefmütterlich behandelt werde.

Skeptisch ist Sell, dass die Pflege von einer neuen (der alten ähnlichen) Bundesregierung tatsächlich so hoch auf die Agenda gesetzt wird, wie es die Kanzlerin und ihr Herausforderer versprechen: "Darauf würde ich nicht wetten."

Bremer Pflegekraefte gehen auf die Barrikaden, Aug. 2017

Vorhersagbarkeit oder Naturereignis?


Jährlich werden in der BRD gut fünf Prozent neue Altenpflegekräfte gebraucht - aufgrund der altersbedingten Fluktuation. Aber auch dadurch, dass angesichts der stressigen Arbeitsbedingungen nicht wenige das Handtuch werfen. Und damit wäre nur der niedrige Personalstand auf dem Niveau des Vorjahres gehalten.[1]

Die normale demografische Entwicklung lässt auf Bundesebene mit der Abnahme der BerufsneueanfängerInnen so eine Situation nach 2010 wieder als sehr wahrscheinlich vorhersehen, wenn es nicht gelingt, Berufs(wieder)anfängerInnen aus der nachelterlichen Lebensphase für das Berufsfeld zu werben. Also Ältere, die eine sinnvolle aber auch abgesicherte Tätigkeit anstreben.

Regional können zusätzliche Faktoren zu einer angespannten Situation beitragen, wie es am Beispiel der Mietkosten der 1990er Jahre im Großraum München zu beobachten war.


Die WHO veröffentlicht immer wieder Zahlen, die weltweit einen Mangel an qualifizierten Pflegekräften nachweisen. Es wird dabei von einem care-drain gesprochen. Die Wortbildung erfolgt dabei analog zum braindrain. Damit ist der Abfluss benötigten Pflegepersonals aus "ärmeren" Heimatländern in "reiche" Länder beschrieben, die sich die massenhafte Anwerbung ausländischer Pflegender leisten (können). Beispiel: Aus den Philippinen in die USA: die ameikranischen Kliniken stellen die im Heimatland ausgebildeten MedizinerInnen als Pflegekräfte ein. Die ärmeren Länder verlieren damit für deren Versorgung ganz wichtige Fachkräfte. Anstelle von billigen Lebensmitteln oder Rohstoffen werden fertig ausgebildete ÄrztInnen und PflgerInnen durch die besseren Bezahlungen in den reichen Ländern ihrer Heimat regelrecht geraubt. (jüngstes Beispiel VR China, 2016)

Debatte 2011

Unter der Überschrift "Notstand in der Altenpflege" … im Jahr 2030) kam es 2011 zu einer gespensterhaften öffentlichen Diskussion: in der Regierungskoalition soll es Überlegungen geben, die - wahrscheinlich mit einem steigenden Beitragssatz verbundene - "Reform" der Pflegeversicherung auf die Zeit nach der Bundestagswahl 2013 zu verschieben. Mit den Zahlen künftig Pflegebedürftiger wird über die Umfinanzierung der Beiträge zum Gesundheitswesen diskutiert. Die zu geringe Zahl der jetzigen oder der künftig Pflegenden wird zwar erwähnt. Aber die Veränderung dieser Zahlen ist nicht das Ziel der Debatte sondern allein die Veränderung der Einzahlungen in die Gesetzliche Sozialversicherung. Es sei unklar, auf welche Seite sich der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) schlage. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), sowie der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Gruppe, Stefan Müller, fordern mit weiteren 20 "jungen" CDU-Abgeordneten die Einführung eines Kapitalstocks, aus dem die Pflegekosten in Zukunft (teilweise) bezahlt werden sollen. Zahlbar durch die jetzigen Versicherten - nicht aus Steuermitteln und nicht durch die Arbeitgeber. (Interessanterweise ein alter FDP-Vorschlag). "Die Pflege wird teurer, deshalb brauchen wir die Kapitalrücklage", sagte Spahn. Was das mit der Anwerbung von Pflegepersonal zu tun hat, ist schwer verständlich.

Die Vorhersage von Experten, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 von heute 2,4 Millionen auf vier Millionen erhöhen wird und deshalb im schlechtesten Fall der Beitragssatz in diesen vier Jahrzehnten von heute 1,95 Prozent bis auf sieben Prozent des Bruttogehalts angehoben werden muss, berücksichtigt jedoch keine anderen Veränderungen in der Wirtschaft oder in der gesamten Europäischen Union. Der Vorschlag kümmert sich zunächst nur um die Verlagerung der Kosten weg von den Arbeitgebern und ihrem Anteil am Lohn (Lohnnebenkosten).

Die Behauptung, dass mehr als jeder Dritte der Alten der Zukunft, statistisch gesehen, gepflegt werden müssen, ist purer Kaffeesatz. Diesen Prozentsatz gibt vielleicht bei den über 90jährigen, die gleichzeitig noch eine Demenz haben. Aber bei den 80jährigen oder der gesamten Gruppe der RentnerInnen gab es solch hohe Prozentzahlen der Pflegebedürftigkeit noch nie.


Maßnahmen zu seiner Verhinderung

5. Sept. 2010, A. Merkel, Hartz-IV-Empfänger …

Hartz-IV-Empfänger sollen nach der Meinung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) künftig auch als Pflegekräfte eingesetzt werden. Sie sehe nicht ein, dass Pflegekräfte nur noch aus Osteuropa kommen sollten, wenn man 2,2 Millionen arbeitsfähige Transferempfänger habe. Sagt sie in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Der Deutsche Pflegerat (DPR) hält diesen Schritt für „politisch falsch und gefährlich“. Für die Pflegefachkräfte seien die Äußerungen der Kanzlerin ein Schlag ins Gesicht gewesen. Für den Präsidenten des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) Bernd Meurer klang dies nach Zwangsrekrutierung, ein falscher Weg, Die Gewerkschaft Verdi wies auf die realen Pläne der schwarz-gelben Koalition hin, am Ende des Jahres die Förderung der Umschulung zur Altenpflege durch die Arbeitsagentur zu streichen. [2]

Vielleicht ein Mißverständnis, weil für den Pflegerat prinzipiell nichts gegen den Einsatz von Hartz-IV-Empfängern in der Pflege spricht. Dazu müssten allerdings erst die notwendigen Voraussetzungen durch eine Umschulung geschaffen werden. Nett und kommunikativ zu sein, reiche nicht aus.

2017, ein Abend vor dem tv

Themenabend: Pflege in Not – Dienstag. 08. August 2017 – bei ARTE: 22.50 Uhr

  • Der Pflegenotstand in Deutschland ist groß.  Doch es gibt auch Heime mit humaner Pflege. 750.000 Pflegebedürftige leben in Deutschland in ca. Zehntausend Heimen. Und zuhause, in der eigenen Wohnung?"Die Karawane der Pflegerinnen" (22.50 Uhr, vom MDR) zeigt einige Pflegerinnen aus Polen, die jene Arbeit übernehmen, die Deutsche unter diesen Bedingungen nicht machen wollen. Sie arbeiten hier als sogenannte 24-Stunden-Kräfte. Ihre Arbeitsbedingungen sind bis heute eine gesetzliche Grauzone, in der auch noch viele Vermittler verdienen.
  • 28724239655389 Der Pflegeaufstand - arte, 23:45 Uhr - Und noch nie stand Pflege so sehr in der Kritik. Auch vor Gericht. Der Vorwurf: Der Staat vernachlässigt seine Schutzpflicht für hunderttausende pflegebedürftige Menschen und gefährdet damit Grundrechte. Der Film nimmt die Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht zum Ausgangspunkt, um das deutsche Pflegesystem zu analysieren und zu hinterfragen.

Lektüre dazu: Bernd Skischally: Hilfe ohne Würde. Arte-Magazin, 8/2017, S. 18-19


Zeit-Artikel, 28. Nov.

Pflege: Krank gespart. (Wund gelegen, nicht gefüttert, Pillen zu spät gegeben: ZEIT ONLINE und "Report Mainz" liegen interne Dokumente vor, die die Gefahr fehlender Pfleger in Kliniken zeigen.) Von Kai Biermann 28. November 2017, 13:04 Uhr, 373 Kommentare.

2018

Das Thema : Pflegenotstand? Pflege in München? im aktuellen Jahr 2018 in der Münchener Tagespresse

Beispiele von Heimschließungen

Film

  • zdf-Fernsehbericht.reportage vom 23. Oktober 05(Link s. u.)
  • Der ard-Scheibenwischer (Eigentlich eine Kabarettsendung, Jonas, Richling, Schramm) hatte in einem Themen-Schwerpunkt "Altern in der Republik" am 21. Januar 2006 ziemlich zugelangt. Der Begründer dieser Sendung D. Hildebrandt war zu Gast (nicht selbst im Pflegeheim, aber offenbar sehr betroffen von einigen Beobachtungen).

Das Erste sendete am 23.03.2006, 22.45 Uhr eine weitere Scheibenwischer-Folge in der der "Rentner" Georg Schramm die Pflegepolitik in der BRD angreift. Wiederholungen: BR 24.03., 0.00 Uhr; rbb 26.03., 22.30 Uhr; 3sat 31.03., 0.05 Uhr; SWR 01.04., 23.35 Uhr.

  • Bei hr-online (Hessen 3. tv-Programm) gab es am Donnerstag, 23. März 2006, 20:15 Uhr im stadtgespräch ein Forum: Pflege in Not. Dabei Claus Fussek, Frau Müller (Lafontaine) u. a. Das Hess. Fernsehen berichtet seit Jahren engagiert über die Situation Pflegender zuhause und in Heimen.

Auf ihrer Internetseite dokumentiert die Redaktion viele Hörerfragen und Meinungsäusserungen. Zitate u. a.

seit 11 Jahren querschnittgelähmt, schwerstpflegebedürftig und zu Hause gepflegt und Erfahrungen mit Heim
Ich kenne in Darmstadt kein Pflegeheim, wo dauerhaft Zustände herrschen, wie sie in Ihrer Sendung beschrieben werden.
habe selbst Mitte der achtziger Jahre in der Nähe von Mainz in einem C.V-Pflegeheim die PDL abgesetzt. Dort herrschten unmenschliche Zustände.
ich habe auch misststände im altenwohnheim erlebt
habe meinen Vater (ein mächtig schwieriger Mensch) ab 2000 in einem Bonner Altenheim betreut Ich habe nicht einmal erlebt, daß die Betreuer unfreundlich wurden.


Siehe auch

Literatur, Weblinks

  • Breitscheidel Markus: Abgezockt und totgepflegt. Alltag in deutschen Pflegeheimen. Berlin: Econ 2005. ISBN 3-430-11572-8 . Verweis bei de.wikipedia.
  • Buttler Günter, Herder-Dorneich Philipp u.a. (1985) : Wege aus dem Pflegenotstand. Ordnungspolitische Prinzipien einer Reform der Pflegesicherung alter Menschen. Nomos, Baden-Baden.
  • Claus Fussek, Sven Loerzer: Alt und abgeschoben - Der Pflegenotstand
  • Güntert Bernhard; Orendi Bennina; Weyermann Urs (1989): Die Arbeitssituation des Pflegepersonals - Strategien zur Verbesserung. Huber, Bern. (Kanton Bern, Krankenhauspersonal, Belastung Zufr. Die klass. Untersuchung zur Pers.-Verweildauer im deutschspr. Raum. Nicht mehr lieferbar.)
  • Kulbe Simone (1990): Der "Pflegenotstand" an Krankenhäusern. Eine Untersg. aus motivationstheoretischer Sicht. DKZ 6/1990, Beilage S. 1-19
  • Landau K (Hrsg., 1991): Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und Heim. München, BayStaatsmfAFS, 637 S.
  • Unruh Trude (Hrsg, 1989): Tatort Pflegeheim. Zivildienstleistende berichten. Klartext, Essen. ISBN 3-88474-441 -0 16 . 203 Seiten (Graue Panther)
  • Zimber Andreas, Weyerer Siegfried (1999): Arbeitsbelastung in der Altenpflege. Vlg. für angewandte Psychol., Göttingen(Hogrefe). ISBN 3-8017-1210-9 . 315 Seiten.
  • Brigitte Zellhuber: Altenpflege - ein Beruf in der Krise? Eine empirische Untersuchung der Arbeitssituation sowie der Belastungen von Altenpflegekräften im Heimbereich. Kuratorium Deutsche Altershilfe: Köln, 2005 - Reihe: thema, Band 199. 219 Seiten. ISBN 3-935299-59-1 .




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* Akuter Personal-Notstand in niederösterreich. Landespflegeheimen. Von I. Nittner - 3. Oktober 2018 06:00; Akt: 02.10.2018 (Prekäre Situation in den Pflege- und Betreuungszentren des Landes NÖ: Aufgrund zahlreicher Krankenstände und der zähen Suche nach Pflegeassistenten, sind viele Mitarbeiter am Ende ihrer Kräfte9  

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