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Das Formular Pflegeplanung umfasst fünf Teilschritte …

… der Pflegeplan …

  • Fähigkeiten (Ressourcen) und Pflegeprobleme beschreiben
  • Pflegeziele gewichten und festlegen
  • passende Pflegemaßnahmen planen (evtl. bereits als täglicher Zeitplan)

die Pflege durchführen und dokumentieren (gehört zum Pflegeprozess, steht nicht im Formular Planung)

  • Erfolg der Pflege bewerten (Evaluation, wann ? Was ist das Kriterium?)


entsprechender Wikipedia-Artikel (Stand 1. Jan. 2013):

Das Sechs-Phasen-Modell nach Fiechter und Meier

Nach dem am weitesten verbreiteten Sechs-Phasen-Modell von Fiechter und Meier besteht die Pflegeplanung aus folgenden Schritten:

  1. Informationen sammeln
  2. Fähigkeiten und Pflegeprobleme beschreiben
  3. Pflegeziele gewichten und festlegen
  4. Pflegemaßnahmen planen (evtl. bereits als täglicher Zeitplan)
  5. Pflege durchführen und dokumentieren
  6. Erfolg der Pflege bewerten (Evaluation)

Die Durchführung der Pflege (5) ist darin aber der entscheidende Teilschritt. 


Pflegeziele

Im ersten Schritt des Pflegeprozesses, der Informationssammlung oder Assessment, werden alle verfügbaren pflegerelevanten Informationen erfasst, die dazu dienen den Pflegebedarf des Pflegeempfängers zu ermitteln. Hierzu gehören neben den sogenannten Stammdaten, der physische und psychische Zustand sowie die Lebensgewohnheiten des Pflegebedürftigen. Checklisten und verschiedene Pflegeassessmentinstrumente können eingesetzt werden, um weitere Daten zu erheben. Zusätzliche Informationsquellen sind beispielsweise Angaben der Angehörigen, vorangegangene Pflegeverlaufspläne, die medizinische Krankengeschichte und Beobachtungen anderer Berufsgruppen. Darauf aufbauend werden Pflegeprobleme sowie Ressourcen ermittelt und dokumentiert um den Ist-Zustand festzustellen. Lebensbereiche in denen keine pflegerische Intervention notwendig ist, haben dementsprechend keine Zielorientierung zur Folge und werden in der Praxis nicht in die Pflegeplanung einbezogen.[1] Ausgehend von den erkannten Pflegeproblemen werden vom Pflegbedürftigen selbst, der Pflegekraft oder auch Angehörigen Pflegeziele definiert, die sich an den Schwerpunkten der in der Anamnese ermittelten Pflegeprobleme orientieren und entsprechende Pflegeprioritäten festlegen.[2] Diese Pflegeziele stellen den Soll-Zustand dar. Unterschieden werden kann dabei nach Fiechtner und Meier in Fernziele, die langfristig erreicht werden sollen und Nahziele, die in absehbarer Zeit erreicht werden können oder einen Teilschritt hin zu einem Fernziel darstellen können.[3] Unabhängig von dieser Einteilung sollen alle Ziele so formuliert werden, dass sie ein realistisches, erreichbares und objektiv überprüfbares Pflegeergebnis beschreiben. Dies beinhaltet neben einer konkreten Beschreibung des Ziels die Setzung eines zeitlichen Rahmens für die Überprüfung der Zielerreichung. Inhalte eines Pflegeziels können beispielsweise das Verhalten, Können und Fähigkeiten, die Entwicklung sowie das Wissen des Pflegebedürftigen sein oder seinen körperlichen Zustand beziehungsweise messbare Veränderungen betreffen. [4]

Beispiele für ein definiertes Pflegeziel nach dem in Deutschland verbreiteten Modell der fördernden Prozesspflege können sein:

  • AEDL Sich pflegen: Frau M. wäscht sich in einer Woche das Gesicht selbst.
  • AEDL Essen und trinken: Herr R. nimmt innerhalb eines Monats ein Kilogramm zu.
  • AEDL Sich beschäftigen: Herr. K. möchte nach dem Umzug in seiner neuen Umgebung eine sinnvolle Beschäftigung finden.

Pflegemaßnahmen

Zur Erreichung der festgelegten Pflegeziele planen Pflegekraft und Pflegebedürftiger gemeinsam die notwendigen konkreten Pflegemaßnahmen. Diese auch als Pflegeintervention bezeichneten Handlungen werden als die Anwendung pflegerischer und interpersoneller Fähigkeiten, die Unterrichtung und das Beraten des Pflegeempfängers sowie die Organisation und die Delegation der Arbeit definiert.[5] Bei der Planung werden neben den Bedürfnissen und Ressourcen des Pflegebedürftigen und seiner Angehörigen auch die institutionellen Rahmenbedingungen wie Personalstand und Pflegemittel in Betracht gezogen.[3] Die Formulierung der Maßnahmen muss präzise, eindeutig und verständlich sein, die Parameter Art, Qualität und zeitliche Abstände der Maßnahmen sind zu beschreiben; als Merksatz wird hier auch: „Wer, was, womit, wann, wie oft“ verwendet.[4] Sofern Pflegestandards oder Expertenstandards definiert sind, reicht deren Angabe, sie ersetzen jedoch nicht die Verpflichtung zur individuellen Planung, sondern erleichtern die Planung von Maßnahmen im Rahmen häufig auftretender Pflegeprobleme. [6] In Deutschland sind für die Beschreibung der Pflegemaßnahmen und die im Anschluss an die Durchführung erfolgende Dokumentation die Kurzbeschreibungen vollständige Übernahme (VÜ), teilweise Übernahme (TÜ), Unterstützung (U) sowie Beratung, Anleitung und Beaufsichtigung (BA) für die Angabe des Umfangs der Pflege üblich und entsprechen den zugrundeliegenden gesetzlichen Vorgaben.[7]

Beispiele für Pflegemaßnahmen anhand der Pflegeziele:

  • AEDL Sich pflegen: Anleitung zur Gesichtswäsche im Rahmen der morgendlichen Körperpflege um 7.30 Uhr durch die Pflegekraft.
  • AEDL Essen und trinken: Bei allen Mahlzeiten in Absprache mit der Küche bevorzugte Speisen sowie zusätzliche Zwischenmahlzeiten um 15.00 und 22.00 Uhr vorbereiten und anbieten.
  • AEDL Sich beschäftigen: Begleitung und Transport zur Seniorensportgruppe am Mittwoch um 16.00 Uhr und zum Seniorenfrühschoppen am Samstag um 10.30 Uhr durch den Zivildienstleistenden. Herr K. und Angehörige durch den Sozialdienst regelmäßig über zusätzlich stattfindende Angebote informieren.

Stimmt das Pflegeresultat bei der abschließenden Evaluation nicht mit der Zielvorgabe überein, werden die Gründe hierfür untersucht. Mögliche Gründe können eine lückenhafte Informationssammlung, eine Fehleinschätzung der Ausgangssituation oder des Pflegebedarfs, eine zu weite Setzung des Pflegeziels oder die Planung unangemessener Pflegemaßnahmen sein.[3] Anschließend erfolgt eine Anpassung des Pflegeplans an die Ist-Situation, erreichte Pflegeziele verlieren Priorität, neu aufgetretene oder nicht erreichte Ziele werden formuliert und geplant.[6]

Dokumentation und Aufbau eines Pflegeplans

Die Planung hat den Charakter einer Pflegeverordnung und ist für alle an der Pflege Beteiligten bindend. Im Pflegeplan werden die dem Assessment folgenden Phasen des Pflegeprozesses in schriftlicher oder am PC in virtueller Form aufbereitet. Üblicherweise werden die ermittelten Pflegeprobleme, Fähigkeiten und Ressourcen, Pflegeziele, Pflegemaßnahmen und deren Überprüfung einander zugeordnet.

Die Hinterlegung der Pflegeplanung als Pflegeplan dient einerseits der Sicherstellung fachlicher Kontinuität der Pflege im Verlauf und gewährt allen an der Pflege Beteiligten Zugang zu den nötigen Informationen um die Pflege praktisch durchzuführen. Der Pflegeplan gilt als eines der zentralen Dokumente innerhalb pflegerischer Dokumentationssysteme, anhand dessen bei der Qualitätskontrolle (Evaluation) der Soll-/Ist-Zustand objektiv beurteilt werden und die erbrachte Leistung transparent dargestellt werden kann. Im Rahmen des Pflegeplans sollen alle durchgeführten Pflegemaßnahmen zeitnah und ortsnah mit Handzeichen oder Unterschrift der Pflegekraft dokumentiert werden. Werden Maßnahmen nicht durchgeführt ist dies unter Angabe von Gründen ebenfalls zu dokumentieren. Dies dient der Nachvollziehbarkeit der Pflegeleistung. Hiermit werden rechtlichen Anforderungen Genüge getan, beziehungsweise wird die Pflegequalität auch im juristischen Sinne der Beweissicherung belegbar gemacht.[7]

Beispiel: Typischer Aufbau eines Pflegeplans in vereinfachter Darstellung

Probleme, Fähigkeiten und Ressourcen Pflegeziele Pflegemaßnahmen Evaluation
Problem: Frau M. kann die Körperpflege nicht selbstständig durchführen. Fähigkeiten: Frau M. kann die rechte Hand uneingeschränkt benutzen. Ressourcen: Frau M. legt Wert auf ein gepflegtes Äusseres. Frau M. wäscht sich in einer Woche das Gesicht selbst. Anleitung zur Gesichtswäsche im Rahmen der morgendlichen Körperpflege um 7.30 Uhr durch die Pflegekraft. Ziel wurde erreicht.
wann soll eine Maßnahmenplanung fertig sein?
Zusatzfrage
kann jemand genau sagen, ab wann eine Maßnahmenplanung MDK-tauglich fertig gestellt sein muss? Jeder sagt was anderes, aber wo steht es geschrieben?
  • A R: 5 Tage nach Aufnahme muss die Pflegeplanung, Anamnese, usw stehen. Wurde uns vom MDK gesagt
  • Sanne antwortete: bei uns soll lt. MDK eine Woche nach Einzug die Anamnese und die verschiedenen Risikoassessments fertig sein. Ist der PE sturzgefährdet muss für diesen Punkt eine Pflegeplanung erstellt werden. Die restliche PP muss nach vier Wochen spätestens fertig sein.
  • D M: Nach dem neuen Strukturmodell (Entbürokratisierung nach Beikirch) muss die SIS und die ersten Maßnahmen inerhalb von 24 Std stehen. Es kommt auf die fachliche Einschätzung an. Risiken sollten beschrieben sein per ersten Eindruck.
  • L N antwortete: Ob es da wirklich eine Vorschrift gibt? Ich weiß keine exakte Zeitspanne. Konkret würde ich innerhalb weniger Stunden immer erst eine vorläufige Planung anlegen und aufschreiben, wann die Endgültige nächstens gemacht wird. Risiken gehören in die vorläufige Planung unbedingt rein. Macht doch einen internen Standard für die Aufnahmeroutine in euerer Einrichtung. Dann kann darüber kein Zweifel mehr entstehen.

Verschiedene Tipps / Empfehlungen

Bei altenpflege4you.de steht zu Pflegeplanung der AEDL nach Krohwinkel, dass bei der Pflegeplanung (PP) zuerst Probleme oder Ressourcen kommen - und zwar in welcher Reihenfolge? Was kommt zuerst? — Antwort: mach es wie in deiner Einrichtung/Schule üblich.

Es fehlt der Hinweis, dass ja zuerst eine Informationssammlung stattfindet. Dort werden  Probleme und Ressourcen jeweils zu einer Aktivität gesammelt oder zusammengestellt. Vor der Planung werden dann die wichtigsten Probleme identifiziert und mit ihren Ressourcen  / Hilfsmitteln/Hilfsmöglichkeiten gemeinsam behandelt. Und zwar nur die pflegerisch behandelbaren Probleme. Nicht alle. Und erstmal nur zwei, drei oder maximal vier wichtige Problembereiche. Alle Probleme müssen in einer realen PP nicht auftauchen. 

Literatur

Neueres

  • Nicole Franke: NBA und Pflegegrade: Praxishandbuch für die erfolgreiche Umsetzung im Pflege- und Betreuungsprozess (Altenpflege), 2016 (Die Reform der Pflegeversicherung führt zur Abschaffung der drei Pflegestufen von 1995. Künftig gelten fünf Pflegegrade, die es mithilfe des Neuen Begutachtungs-Assessement zu ermitteln gilt. ) 160 Seiten, Vincentz Network; ISBN 978-3866304765
  • Karla Kämmer (Hrsg.), xxx (als weitere Aut.): Die neue Pflegedokumentation. Das Management-Handbuch für den optimalen Umstieg. Herausforderungen meistern, kompetent führen. Schlütersche, 2016. 288 Seiten. (lp.pdf|Inhalt u a )
  • ...

Autoren nach ABC

  • Birgitt Budnik: Pflegeplanung leicht gemacht. Unter Mitarbeit von Reinhard Lay und Bernd Menzel; Elsevier - Urban & Fischer Verlag, München, 6. Auflage 2009 (182 Seiten, 22,- EUR / 34,00 SFr; ISBN 978-3-437-26953-0)
  • Verena Fiechter, Martha Meier: Pflegeplanung. Eine Anleitung für die Praxis. Basel, Recom, 1993, 9. Auflage, ISBN 3-7244-8574-3
  • Friedhelm Henke, Christian Horstmann: Pflegeplanung exakt formuliert und korrigiert. Praktische Arbeitshilfen für Lehrende und Lernende, Pflegeprozessorientiertes Training inkl. Übungsaufgaben. Kohlhammer, Stuttgart, 2. Auflage 2010, DIN A4, 119 Seiten, 17,- EUR; ISBN 978-3-17-021668-6
  • Manfred Hülsken-Giesler: Der Zugang zum anderen: Zur theoretischen Rekonstruktion von Professionalisierungsstrategien pflegerischen Handelns im Spannungsfeld von Mimesis und Maschinenlogik. Band 3 von Pflegewissenschaft und Pflegebildung, V&R unipress, 2008, ISBN 3-89971-373-7
  • Kämmer u. a. 2016. s.o.
  • Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (Hrsg.): Grundsatzstellungnahme Pflegeprozess und Dokumentation - Handlungsempfehlungen zur Professionalisierung und Qualitätssicherung in der Pflege. April 2005. Online verfügbar unter: Pflegeprozess (PDF; 1,7 MB)
  • Nicole Menche: Repetitorium Pflege Heute. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 3-437-27840-1
  • Kerstin Menker: Pflegetheorie und -praxis. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 3-437-47930-X
  • E. Rath, U. Biesenthal: Pflegeplanung und Pflegedokumentation. In: Pflegezeitschrift, Kohlhammer, Ausg. 12/1994, Jg. 47, ISSN 0945-1129

Einzelnachweise für Zitate, Belegstellen

  1. Vgl. hierzu Kerstin Menker: Pflegetheorie und -praxis. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 3-437-47930-X, S. 104 oder Dagmar Wiederhold: Checklisten AEDL. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2007, ISBN 3-437-28100-3, S. 3–5
  2. Jean Heath, Gladys M. Law: Krankenpflege nach Maß. Eine praktische Einführung in das Thema "Krankenpflegeprozeß - was ist das?", Evaluation, Qualitätsmanagement, Pflegeplanung im Bereich der Pflege. 1988, DBfK (Hrsg.), S. 32
  3. 3,0 3,1 3,2 E. Rath, U. Biesenthal: Pflegeplanung und Pflegedokumentation. In: Pflegezeitschrift, Kohlhammer, Ausg. 12/1994, Jg. 47, ISSN 0945-1129, S. 2-13
  4. 4,0 4,1 Kerstin Menker: Pflegetheorie und -praxis. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 3-437-47930-X, S. 103–104
  5. Maria Mischo-Kelling, Henning Zeidler: Innere Medizin und Krankenpflege. 1992, 2. überarb. Aufl., Urban und Schwarzenberg, München, ISBN 3-541-13892-0, S. 2–6
  6. 6,0 6,1 Nicole Menche: Repetitorium Pflege Heute. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2006, ISBN 3-437-27840-1, S. 40–41
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Siehe auch




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