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Der Rahmendienstplan ist ein Hilfsmittel zur Dienstplanung / Dienstplan-Erstellung


Intern gibt es oft, aber nicht überall, einen Rahmendienstplan einer Einrichtung bzw. der Arbeitsgruppe, in dem das Vorgehen bei der Dienstplanung / Dienstplan-Erstellung durch die Stations- /WBL- bzw Pflegedienstleitung generell beschrieben wird.

Eine bindende gesetzliche Vorschrift über so einen Rahmendienstplan gibt es nicht.

Genaue Zahlen über den tatsächlichen Personalbedarf liegen den Mitarbeitern meistens nicht vor. Er errechnet sich durch den aktuellen Pflegebedarf aller BewohnerInnen bzw. Besucher der evtl. vorhandenen Tagespflege/Tagesstätte u. ähnlicher Angebote. Auch die Betriebsratsmitglieder ( = der Betriebsrat oder die MAV) erhalten nicht automatisch Einblick in die Schrift. Unterlagen der Zahlen, die vor allem bei den Pflegesatzverhandlungen und dem Nachweis der Bewohner- und Personalstruktur gegenüber der Heimaufsicht erforderlich sind.


Dann ist als ein weiterer Schritt erforderlich nachzurechne,n ob der für ein Heim zugrunde gelegte Personalbedarf mit dem tatsächlichen Bestand übereinstimmt.

Personalbestand

Dazu benötigt man eine Personalübersicht mit genauen Angaben zu den Wochenarbeitszeiten sowie eine Übersicht über den Urlaubsanspruch und evtl. Freistellungen (Quali.beauftr, BR, SS usw).


Weil es nicht nur aufwändig wäre, zeitnah – exakt die Personalstellen an veränderte Bewohnergegebenheiten anzupassen, sondern auch arbeitsrechtlich zum Teil gar nicht machbar ist, werden zumeist Mittelwerte für einen längeren Zeitraum angenommen.


So kommt es immer wieder vor, dass sich der Personalschlüssel eines Wohnbereiches auf eine lange zurückliegende Pflegestufenverteilung bezieht, ohne dass dies jemand mangels Zahlen reklamieren kann.


Betreuungskräften nach § 87b SGB XI

Um das Pflegepersonal zu entlasten, wurde 2008 die Regelung mit den Betreuungskräften nach § 87b SGB XI, neu geschaffen. Für je 24 Bewohner mit Demenz kann die Einrichtung eine sog. "87b-Kraft" einstellen. Diese in speziellen Schnellkursen vorbereiteten Mitarbeiter werden nicht im Stellenplan angerechnet, da sie keine Fachkräfte sind und nach dieser Bestimmung nicht in der eigentlichen Pflege eingesetzt werden.

Regelungenzum Berufsfreiwilligendienst (BuFDi)

Berufsfreiwilligendienst, Vorgängerregelung hieß Freiw. Soziales Jahr und war auf Jugendliche begrenzt.


Folgen beim Fehlen einer solchen Planung

  • Was kann man Pflegekräften raten, die beim besten Willen nicht wissen, wie sie bei solch einer Besetzung die Arbeit schaffen sollen ohne Fehler zu machen, die den HBW oder ihnen selbst Schaden zufügen können? Pflegefehler, Arbeitsunfall
  • Gibt es für die APH verbindliche Personalschlüssel ?
  • Anzeigen nach StGB, unterlassene Hilfeleistung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung u.ä.

Kurze Zusammenfassung

Den Begriff Rahmendienstplan (RDP) könnte man so definieren: Regeln, an die sich beim Erstellen und Ändern von konkreten Monats-Dienstplänen (DP) einer Station, Wohnbereichs, sich alle Beteiligten halten müssen (insbesondere die PDL, WBL, Beschäftigte). D.h. auch, dass sich ein Rahmendienstplan auf eine konkrete Arbeitseinheit (Station) bezieht.

Soll es davon Ausnahmen geben, müssen alle Betroffenen separat und mögl. frühzeitig informiert werden.


Im RDP werden die existierenden Schichtformen, Anfang u. Ende, Pausen definiert. Wenn sie vorgesehen sind, dann auch die Zeiten für die gemeinsame Übergabe von zwei Schichten. Der Wechsel-Rhythmus zwi. verschiedenen Schichtformen und freien Tagen werden beschrieben.

Zahlenwerte für die Mindestanwesenheit gemäß berufl. Qualifikation in der betr.. Station (etc.) pro Schichtform.


Das langfristige Vorgehen bei komplexen Vorgängen wie dem Frei, Beantragung mögl. Urlaubstage u.ä. bei Feiertagszeiten wie Weihnachten, Neujahr, Skiferien, Ostern u Pfingsten wird beschrieben. (Wünsche, langfristige Absprachen, Grenzen für Tausch)


Genehmigungsverfahren, Aushang, Archivierung alter Pläne, und evtl. Vorstufen der Pläne werden erklärt. Falls es im Betrieb ein Gleitzeitkonto (Arb.zeit) der einzelnen Beschäftigten oder B.gruppen gibt, wird auf das Genehmigungsverfahren dazu eingegangen.

Zu verwendende Formulare und Abrechnung der AZ sind nicht Teil des Rahmendienstplanes.

Literatur

  • Dirk Neumann, Josef Bibl: Arbeitszeitgesetz. Kommentar. Verlag C. H. Beck, 14. Auflage, München, 2004. ISBN 3-406-52236-X
  • Rudolf Anzinger, Wolfgang Koberski: Kommentar zum Arbeitszeitgesetz. Verlag Recht und Wirtschaft, 2. Auflage, Frankfurt am Main, 2005. ISBN 3-8005-3055-4
  • Birkenfeld, Ralf 1997: ABC der Dienstplangestaltung - Köln, Bund-Verlag
  • Dahlem, Hilmar / Lorenz, Alfred 1993: Total Normal - Neue Arbeitszeiten im Pflegedienst; Mabuse Verlag, Frankfurt
  • Mühlbauer, Bernd / Reinhardt, Jürgen / Strack, Ditmar / Süllwold, Gundula / Ministerium fuer Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg. 1994): Patientenorientierung und Arbeitszfriedenheit im Krankenhaus. Duesseldorf
  • Fiedler Manfred, Schelter Wolfgang: Arbeitszeitrecht für die Praxis, Courier-Verlag, Stuttgart, 1995, 2.Auflage.
  • Roskosch, Andrea; Wipp, Michael: Controlling und Einsatzplanung eng verzahnen. Nur der bewohnerorientierte Personaleinsatz ist wirtschaftlich. Belegungsschwankungen erfordern Flexibilität; doch eine darauf abgestimmte Dienstplanung ist machbar. In: Altenheim, Ausgabe 12/2007.
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