PflegeABC Wiki
Advertisement

Eine Aktivität des täglichen Lebens:

Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen

Diese Aktivität des täglichen Lebens als Fachbegriff in der Pflege, kurz ATL, umfasst zum Beispiel / dazu gehört die Fähigkeit


Wer klaut schon eine ATL ? Über den gleichnamigen Artikel bei diversen Pflegewiki´s.

Na ja, da gibt es einen ehemaligen Studenten aus Witten …

:::der gründete mit anderen einen Verein …


…… Ergänzungen zu der gleichnamigen Seite und den dort vorgenommenen Änderungen !


gut bei Patienten mit Atemnot

- ASE: = atemstimulierende Einreibung. Kommt aus der basalen Stimulation und dient der Beruhigung und der Stimulierung der Atmung. Dazu Körperlotion verwenden und keine ätherischen Öle.

- Atemübungen und Atemgymnastik: Kontaktatmung, tiefes Durchatmen, dosierte Lippenbremse, Atmen gegen Widerstand, Atemtrainer, Giebelrohr

Sekretolyse und Expektoration

- Inhalation: Gase oder Flüssigkeiten werden in die Atemwege eingebracht. Wasserdampfbad, Pari-Boy-Inhalationen (zur Inhalation von Medikamenten), Ultraschallvernebler (durch Ultraschall wird H2O vernebelt).

- Flüssigkeitszufuhr

- Anwendung von ätherischen Ölen (sehr vorsichtig anzuwenden, nur wenn man sich über Wirkstoffe im klaren ist und vorher einen Hauttest gemacht hat --> viele Menschen reagieren allergisch. Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei Asthmatikern.

- Zitronenbrustwickel: hat eine schleimlösende und krampflösende Wirkung.

- Abklopfen und Vibrieren: dient der Sektretlösung. Abklopfen von unten nach oben (aussparen der Wirbelsäule und Nieren)entweder mit der hohlen Hand, mit der Kleinfingerkante oder mit lockerer Faust (am effektivsten wenn Patient ausatmet). Vibrieren wird mit speziellem Gerät ausgeführt (= Vibrax). Ebenfalls wie beim Abklopfen von unten nach oben und in der Ausatemphase.

- Abhusten von Sekret: sehr wichtig in der Pneumonieprophylaxe, da durch das Nicht-Abhusten von Sputum ein Sekretstau und somit Keime entstehen.

Pflegerische Interventionen bei Patient mit Atemnot

  • Fenster öffnen (psychologisch über die Frischluftzufuhr wirksam. Sonst keine Bedeutung)
  • möglichst atemunterstützend lagern, hinsetzen
  • beengende Kleidungsstücke öffnen
  • so rasch wie möglich Hilfe holen lassen/rufen (eine Pflegeperson bleibt immer beim Patienten, damit sich dieser nicht allein gelassen fühlt)

Pflegerische Aspekte der Sauerstofftherapie

- Nasenpflege ist ganz wichtig

- Sauerstoff muss angefeuchtet sein, da die Gefahr der Austrocknung der Schleimhäute besteht und somit Schleimhautläsionen auftreten können.

- Mund- und Lippenpflege nicht vernachlässigen: ausreichend Flüssigkeit verabreichen, Mundhygiene, um Entzündungen zu vermeiden, Lippen eincremen

- achten auf Druckstellen hinter den Ohren bei Langzeittherapie mit Nasenbrille (eventuell Mullkompressen unterlegen).

- Vitalzeichenkontrolle

- Hautbeobachtung (Zyanose, Druckstellen ...)

- Nasen- und Mundschleimhaut Kontrolle (Feuchtigkeitszustand, Läsionen ...)

- Sauerstoffdosierung, Sondenlage ...

Sauerstoffgabe

- Nasensonde (Höchstmenge 5 l/min; Sauerstoffkonzentration 30–40 %)

- Nasenbrille (40–50 % Sauerstoffkonzentration; Höchstmenge 7–8 l; CAVE: bei längerem Tragen können Druckstellen entstehen)

- Sauerstoffmaske (Höchstmenge 6–10 l; bei Masken mit Reservoir wird eine Sauerstoffkonzentration von 100 % erreicht; manche Patienten tolerieren allerdings Sauerstoffmaske nicht und haben dadurch ein noch beengteres Gefühl).

- Sauerstoffglocke (wird direkt über dem Kopf gelagert, hier wären 3 l zu wenig)

Grundsätzlich können die hier vorgestellten Höchstwerte nur als Richtwert für die Dauerapplikation angesehen werden.

Höhere Flussraten (insbesondere bei akuten Ereignissen) sind mit den einzelnen Devices natürlich möglich, allerdings empfiehlt sich dann die Benutzung der Sauerstoffmaske (Flussrate bis 15l/min).

Beachte

Die unkontrollierte und hochdosierte Sauerstoffgabe bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen kann zu einer insuffizienten Atmung aufgrund der veränderten Sensibilität der Sauerstoff- und Kohlendioxidmessrezeptoren führen, daher sollte die Applikation von Sauerstoff bedarfsgerecht und unter regelmäßiger Kontrolle der Atemfunktion erfolgen.

Für andere Patienten gilt: Pflegepersonal darf, wegen der Gefahr einer Hyperkapnie, im Krankenhaus ohne ärztliche Anweisung nur bis zu 3 l/min Sauerstoff kurzzeitig verabreichen. Bei Notfallsituationen sieht das anders aus: Hier ist die Zyanose das Kardinalsymptom für die Verabreichung von Sauerstoff.

Siehe auch

  • Atemtherapeut

Literatur





Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) gehören zum Pflegemodell von Liliane Juchli, wurden jedoch in ähnlicher Form auch schon bei anderen Pflegetheoretikerinnen (Virginia Henderson, Nancy Roper) thematisiert und gehen auf die Bedürfnispyramide nach Maslow zurück.

Die ATL "Ausscheiden" beschäftigt sich mit den Ausscheidungen:

Diese Seite soll dabei lediglich einen Überblick über das Thema verschaffen, da zu den einzelnen Themen bereits zahlreiche Artikel vorhanden sind, auf die entsprechend verlinkt wird.

Datei:Historische Pflegeinstrumente.jpg

Historische Pflegeutensilien

Primäres pflegerisches Interesse

  • Beobachtung der Ausscheidungen des Patienten
  • Erkennen von Veränderungen der Ausscheidungen
  • Bilanzierung der Ausscheidungen
  • Selbstpflegedefizite des Patienten bzgl. der Ausscheidungen erkennen
  • Hilfestellung bei der Ausscheidung geben
  • Hilfsmittel bzgl. Ausscheidungen kennen
  • Inkontinenzhilfen kennen
  • prophylaktische Maßnahmen (Obstipationsprophylaxe, Harnwegsinfekt) kennen
  • Wissen um medikamentöse Beeinflussung der Ausscheidungen (Diuretika, Abführmittel, Antiemetika, Opioide)
  • Wohlbefinden des Patienten bzgl. der Ausscheidungen fördern
  • Intimsphäre des Patienten in Zusammenhang mit Ausscheidungen wahren
  • Wissen um diagnostische Maßnahmen im Bezug auf Ausscheidungen (Urinkultur, Stuhlprobe, Restharnbestimmung)
  • Harnableitende Systeme kennen (Blasenkatheter, Suprapubischer Katheter, Urostoma)
  • Stuhlableitende Systeme kennen (Fäkalkollektor, Enterostoma)

Beobachtungskriterien

Bei Patienten, die in Hinblick auf ihre Ausscheidungen noch (weitestgehend) selbständig sind, muss bezüglich unten aufgeführter Beobachtungskriterien häufig explizit nachgefragt werden. Da das Thema Ausscheidung mit einem hohen Schamgefühl besetzt ist, äußern sich Patienten oft auch bei Veränderungen oder Schmerzen nicht oder erst sehr spät.

Urin

  • Menge
  • Häufigkeit
  • Farbe
  • Geruch
  • Beimengungen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Inkontinenz
  • Bilanz
  • Wirkung verordneter Medikamente (Diuretika)
  • verbale Äußerungen des Patienten bei Harndrang bzw. vegetative Zeichen bei Patienten, die sich nicht verbal äußern können

Stuhl

  • Menge
  • Häufigkeit
  • Farbe
  • Konsistenz
  • Geruch
  • Beimengungen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Bilanzierung (insbesondere bei Diarrhoe)
  • Stuhlinkontinenz
  • Wirkung angeordneter Medikamente (Abführmittel)
  • Stuhlveränderungen als Nebenwirkung verordneter Medikamente (Opioide)
  • verbale Äußerungen des Patienten bei Harndrang bzw. vegetative Zeichen bei Patienten, die sich nicht verbal äußern können

Erbrechen

  • Häufigkeit
  • Zeitpunkt
  • Menge
  • Farbe
  • Geruch
  • Beimengungen
  • in Zusammenhang mit beispielsweise Hustenanfall, Ekel, Aufregung, Schwindel, mechanischem Reiz (Zähneputzen)
  • begleitende Übelkeit
  • Schmerzen
  • Besserung durch verordnete Medikamente Antiemetika

Pflegerische Ziele

  • Der Patient zeigt ein physiologisches Miktions-/Defäkationsverhalten
  • Der Patient verbalisiert Veränderungen/ Schmerzen bzgl. der Urin-/Stuhlausscheidung
  • Der Patient kann selbständig bzw. mit Hilfe die Toilette aufsuchen
  • Der Patient kann selbständig bzw. mit Hilfe auf dem Nachtstuhl/mit der Urinflasche Wasser lassen bzw. Stuhl absetzen
  • Der Patient kann trotz Bettlägerigkeit auf dem Steckbecken kontrolliert Urin/Stuhl ausscheiden
  • Der Patient kann trotz Harn-/Stuhlinkontinenz am täglichen Leben teil haben
  • Der Patient kann selbständig bzw. mit Hilfe sein Urostoma/Enterostoma versorgen
  • Der Patient erleidet keine Obstipation
  • Der Patient zeigt keine Symptome eines Harnwegsinfektes
  • Der Patient akzeptiert den Blasenkatheter und kann damit umgehen
  • Der Patient kann korrekt bilanziert werden
  • Auslösende Faktoren für das Erbrechen werden erkannt & können evtl eliminiert werden
  • Der Patient leidet nicht unter Übelkeit
  • Der Patient wird beim Vorgang des Erbrechens unterstützt & nicht alleine gelassen
  • Der Patient aspiriert nicht
  • Der Patient empfindet nach dem Erbrechen trotzdem wieder Wohlbefinden

Pflegerische Maßnahmen bzgl. der Urin-/Stuhlausscheidung

Der Patient benötigt Hilfe bei der Ausscheidung
  • Patient zur Toilette begleiten
  • Patient an die Bettkante bzw. auf den Nachtstuhl mobilisieren
  • Immobile Patienten wenn möglich im Bett leicht aufsetzen (lassen)
  • Intimsphäre wahren (Besucher aus dem Zimmer bitten, Sichtschutz zu Mitpatienten)
  • beim Öffnen/Entfernen von Kleidungsstücken behilflich sein
  • männlichen Patienten zum Wasserlassen Urinflasche anreichen bzw. anlegen
  • Patient auf das Steckbecken helfen & zudecken (Intimsphäre)
  • anschließende Reinigung ermöglichen, unterstützen bzw. übernehmen
  • Steckbecken/Urinflasche entfernen
  • beim Ankleiden behilflich sein
  • Patient wieder bequem lagern & zudecken
  • Händereinigung am Waschbecken bzw. mittels feuchter Waschlappen ermöglichen
  • bei Bedarf lüften, bevor Besucher wieder ins Zimmer kommen (Schamgefühl)
  • Ausscheidungen über Fäkalienspüle entsorgen
  • Steckbecken/Urinflasche in der Fäkalienspüle desinfizieren
  • Nachtstuhl desinfizieren
Der Patient ist harn-/stuhlinkontinent
  • passende Inkontinenzhilfsmittel nach Möglichkeit gemeinsam mit dem Patienten auswählen (Vorlagen, Schutzhosen, Urinale)
  • evtl. unterschiedliche Inkontinenzhilfsmittel für Tag und Nacht wählen
  • Patient in Handhabung der Hilfsmittel anleiten, unterstützen bzw. diese übernehmen
  • Bettschutz einlegen
  • evtl. Toilettentraining durchführen
  • Patient b. Bed. beim Kleidungs-/Bettwäschewechsel unterstützen bzw. diesen übernehmen
  • Patient bei der Körperpflege/Intimpflege unterstützen bzw. diese übernehmen (b. Bed. Teilwäsche anbieten)
  • regelmäßige Hautpflege durchführen (Dekubitusprophylaxe)
Der Patient kann sich nicht verbal bzgl. des Harn-/Stuhldranges äußern
  • Kommunikationshilfsmittel anbieten (Bilder-/Wörtertafel, Schreibtafel)
  • geschlossene Fragen formulieren bei denen der Patient mit Kopf-/Handbewegung antworten kann
  • auf vegetative Zeichen (Tachykardie, Hypertonie, Unruhe, Schwitzen) achten
Der Patient hat Schmerzen/Brennen beim Wasserlassen
  • Arzt informieren
  • Urin v.a. bzgl. Beimengungen, Farbe & Geruch beobachten
  • Urinstix durchführen (Mittelstrahlurin)
  • auf Anordnung Urinkultur anlegen
Der Patient muss bilanziert werden
  • Patient über Notwendigkeit der Flüssigkeitsbilanz aufklären
  • Flüssigkeitszufuhr vom Patient notieren lassen bzw. dies übernehmen (stationsinterne Absprachen! Z.B. Getränke werden dokumentiert wenn gestellt oder wenn getrunken, Flaschen nummerieren)
  • Ausscheidungsmenge bilanzieren bzw. Patient dazu anleiten
  • auf Zeichen der Überwässerung/Exsikkose achten
Weitere Pflegemaßnahmen
  • bei Diuretikagabe auf ungestörte Nachtruhe achten
  • Obstipationsprophylaxe

Pflegerische Maßnahmen bzgl. des Erbrechens

  • Patient aufrichten bzw. in stabile Seitenlage bringen/ zur Seite drehen (Aspirationsprophylaxe)
  • Kopf stützen
  • Zahnprothesen entfernen
  • Nierenschale & Zellstoff reichen bzw. vorhalten
  • Patient beruhigen
  • bei der anschließenden Reinigung unterstützen bzw. diese durchführen
  • beim Kleidungs-/Bettwäschewechsel unterstützen bzw. diesen durchführen
  • Mundpflege anbieten, unterstützen bzw. durchführen
  • für frische Luft sorgen
  • ggf. Arzt informieren
  • Antiemetika nach Anordnung verabreichen

Mitwirken bei Diagnostik & Therapie

Im Rahmen der ATL Ausscheidung kommen auf die Pflegekraft häufig Maßnahmen im Bereich der Diagnostik zu. Dazu gehören die Gewinnung und weitere Versorgung von Proben, die selbständige Durchführung kleinerer Tests, wie auch die Vorbereitung und Nachsorge bei größeren diagnostischen Maßnahmen.

  • Gewinnung von Spontanurin, Mittelstrahlurin oder Katheterurin
  • Gewinnung von Sammelurin
  • Durchführung eines Urinstixes
  • Anlage einer Urinkultur
  • Probengewinnung zur Bestimmung des Urinsediments
  • Einmalkatheterisierung zur Restharnbestimmung
  • Vorbereitung & Nachsorge bei Urostomaanlage
  • Gewinnung einer Stuhlprobe
  • Durchführung eines Schnelltests auf okkultes Blut
  • Vorbereitung & Nachsorge bei Enterostomaanlage
  • Asservation von Erbrochenem
  • Anlage einer Magensonde
  • Vorbereitung, Assistenz und Nachsorge bei einer Gastroskopie

Siehe auch

Literatur

  • Daniela Hayder, Elke Kuno, Margit Müller (Hrsg.): Kontinenz - Inkontinenz - Kontinenzförderung. Praxishandbuch für Pflegende, 2008; ISBN 978-3-456-84544-9

Weblinks

  • Das Toilettenpapier (auch Klopapier, WC-Papier) ist ein Papier zur Reinigung der Ausscheidungsorgane nach dem Stuhlgang oder nach dem Harnlassen. (Artikel bei wikipedia.de)
  • Die Toilette (Artikel bei wikipedia.de) (Die sanitäre Vorrichtung zur Aufnahme von Körperausscheidungen - auch der Raum, in dem sich eine solche Vorrichtung befindet)









Essen und Trinken ist für jeden Menschen lebensnotwendig. Durch die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme werden alle Körperfunktionen aufrechterhalten. Mit der Nahrung nehmen wir wichtige Mineralstoffe, Vitamine, Eiweißstoffe, Kohlenhydrate, Fette und Wasser für den Körper auf. Die Nährstoffe liefern dem Körper Energie, die für den Stoffwechsel benötigt wird. Die Nährstoffe dienen auch als Schutz gegen Krankheiten und zum Aufbau und Erhaltung des Körpers und seinen Funktionen. Das Gegenteil davon sind Hungern als freiwilliger oder erzwungener Nahrungsverzicht (und im Extremfall das Verhungern, eine qualvolle Todesart).

Dieser Artikel befasst sich mit der ATL Essen und Trinken aus pflegerischer Sicht als Bestandteil der ATL - Aktivitäten des täglichen Lebens)


Datei:Mittagessen94.jpg

Mittagessen

Allgemeines

Essverhalten

Die Nahrungsaufnahme ist mit Tradition, religiösen Weltanschauungen und familiären Essgewohnheiten verbunden. Daraus entwickeln sich häufig Verhaltensfehler bei der Auswahl der Nahrung. Falsche Ernährung kann Ursache für Krankheiten sein. Das seelische Befinden hat auch sehr großen Einfluß auf unser Ernährungsverhalten. Wenn wir unzufrieden sind oder uns in Streßsituationen befinden, essen wir oft falsch und zu einseitig, denn gerne greifen wir dann zu Süßigkeiten bzw: Fast-Food. Deutsche essen mehr Fleisch als Fisch. Das gilt auch für Menschen in Meeresnähe. Fleisch lieben vor allem Männer in Bayern und in Thüringen. Dort gehört zu fast jeder Mahlzeit traditionell eine Wurst oder ein Stück Fleisch.

Das Essen und Trinken hat auch soziale Bedeutung. Eine Mahlzeit bietet die Möglichkeit, sich mit der Familie oder mit dem Kollegen zu treffen. Während des Essens kann man Gedanken aussprechen, austauschen und auch Probleme besprechen.

Für Pflegeheimbewohner kann die gemeinsame Einnahme von Mahlzeiten die Gelegenheit geben, sich mit den Mitbewohnern zu treffen. Manchmal ist das für einige Bewohner die einzige Abwechslung im Tagesablauf und besonders auch Gelegenheit zur Kommunikation. Deshalb ist die Essenzubereitung und das Anreichen des Essens von großer Bedeutung (Tisch schön decken, angenehme Atmosphäre). Die Ernährung für Senioren soll abwechslungsreich und vielseitig sein. Man muß auch auf ausreichende Trinkmengen achten. Wichtig ist es, trotz Gemeinschaftsverpflegung die individuellen Vorlieben und Abneigungen zu berücksichtigen

Trinkverhalten

Jeder Mensch sollte für ein gewisses Maß an Flüssigkeit - über den Tag verteilt sorgen. Wieviel, richtet sich zum Einen nach der körperlichen Aktivität, zum Anderen nach dem Gewicht des Betroffenen. Quelle: DGE

Minimum 25 ml pro Kilogramm (kg) Körpergewicht (KG) Optimalzustand 30 ml pro Kilogramm (kg) Körpergewicht (KG) Sportliche Betätigung 35 ml pro Kilogramm (kg) Körpergewicht (KG)

Diese Mengen sind notwendig, um dem inneren Austrocknen vorzubeugen bzw. den Stoffwechsel in den Organen und Zellen zu ermöglichen.

Mahlzeit, Essenszeiten

Das Essen wird in aller Regel zu gewohnten Zeiten, die regional oder familiär festgelegt sind, eingenommen.

  • Frühstück gibt es oft im Zeitraum von 6:00 bis 8:00 Uhr. Schweizerische Namen dafür sind Morgenessen, Zmorge. Je nach Beruf kann die erste Mahlzeit des Tages auch früher anstehen. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz besteht das Frühstück oft aus einem warmen Getränk wie Kaffee oder Kakao und einem Stück Brot oder Brötchen; meist mit einem süßen Belag. Natürlich kann es auch reichhaltiger ausfallen. Als üppig wird ein Frühstücksbüffet mit seiner großen Auswahl angesehen.
  • Als Mittagessen, auch Mittagsbrot, Zmittag wird sehr oft die "warme" Hauptmahlzeit, meist zwischen 11.30 und 13 Uhr, eingenommen.
  • Statt Abendessen heißt es auch Abendmahlzeit, Nachtessen, Nachtmahl oder Znacht. Dabei gibt es es eher kaltes Essen wie belegte Brote oder Salate. Dagegen ist das Vesper, Zvieri eher um 16 bis 18 Uhr am Ende des Tagwerks üblich und noch von bäuerlichen Gewohnheiten geprägt. Danach folgten nur noch Stallarbeiten vor der Nachtruhe.
  • Regional sind auch kleine Pausen mit einem Getränk um 11 oder 14 Uhr üblich.

Diese Essenszeiten werden auch gerne über das Berufsleben hinaus eingehalten und sollten von der Pflege respektiert werden. Ein Sonderfall in der Altenpflege sind evtl. Personen, die aufgrund einer Demenz eher zu vielen kleinen Imbissen angehalten werden können, als dass sie sich auf ein Mittagsmahl konzentrieren könnten. Dabei kann es sinnvoll sein, auf die Essens- und Getränkemenge jeder gepflegten Person besonders zu achten.

Essen und Trinken in Pflegeheimen

Datei:Seniorin015.jpg

Alte Dame im Speiseraum mit einem Glas Saft

Wenn man mit Bewohner/innen von Heimen darüber spricht, inwieweit sie sich in der Einrichtung wohl fühlen, ist man spätestens nach fünf Minuten beim Thema "Essen und Trinken". Urlauber kommentieren in aller Regel nach einer kurzen Beschreibung des Hotels und seiner Lage die Qualität des Essens. Auch die langweiligste Fortbildungsveranstaltung kann durch ein opulentes, möglichst kostenloses Buffet erheblich aufgewertet werden. Diese Beispiele zeigen schon deutlich, welch hohen Stellenwert das Essen und Trinken für das Wohlbefinden eines Menschen und die Bewertung der Umgebung hat, in der er sich aufhält.

Die Beispiele zeigen auch, daß es beim Essen und Trinken nicht nur um die Befriedigung rein physiologischer Bedürfnisse geht. Ob Bewohner/innen die gebotene Ernährung subjektiv als zufriedenstellend erleben hängt ganz entscheidend davon ab, ob:

  • man wählen kann, in Gemeinschaft (z.B. in zentralen oder dezentralen Speisesälen) oder in einem Privatbereich zu essen;
  • die Zeiten der Mahlzeiten flexibel und meinen jeweils individuellen - möglicherweise auch täglich wechselnden - Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden können;
  • Kommunikation mit den Menschen, die mich interessieren oder denen ich mich zugehörig fühle, möglich ist;
  • auch Abgrenzung von denjenigen, die mich weniger ansprechen, möglich ist, ohne die Gefahr, mit peinlichen Situationen konfrontiert zu werden;
  • Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Komponenten der Speisen und Getränke geboten werden;
  • die Nahrung auch optisch anregend und wohltemperiert ist;
  • die Speisesäle eine gemütliche und ,,heimelige" Atmosphäre vermitteln;
  • die Tische ansprechend (z.B. durch frische Blumen, saubere Tischdecken, unbeschädigtes Geschirr) hergerichtet sind.


In Pflegeheimen geht es zunächst vor allem darum, die verbliebenen Kompetenzen der BewohnerInnen zur Selbstversorgung - so weit es eben geht - zu erhalten. Dies betrifft natürlich zunächst die rein technischen Voraussetzungen zur Selbstversorgung, also die Verfügbarkeit von Herd/Kochplatten. Kühlschrank sowie Stell- und Arbeitsflächen und die Utensilien zur Nahrungszubereitung. Wenn dies im Privatbereich der BewohneriInnen z.B. in der Form von Kochnischen oder Kleinküchen auch heutzutage in der Regel leider nicht möglich ist, so sollten doch zumindest auf der Ebene der Wohnbereiche entsprechende Möglichkeiten zur gemeinsamen und individuellen Nutzung durch mehrere BewohnerInnen in ausreichender Zahl gegeben sein. Grundsätzlich sollte es u.E. angestrebt werden, daß die Bewohnerinnen die Möglichkeit haben, sich zumindest kleinere Mahlzeiten, z.B. Frühstück und Abendbrot, sowie auch ab und zu ihr Lieblingsgericht selbst zuzubereiten. Darüber hinaus geht es jedoch auch um das Angebot von entsprechenden Dienst- bzw. Assistenzleistungen wie Einkaufshilfen, Einkaufsmöglichkeiten innerhalb der Einrichtung und Unterstützung bei einzelnen für die BewohnerInnen möglicherweise schwierig oder gar nicht zu bewältigenden Tätigkeiten der Nahrungszubereitung. Auch die Anregung und Begleitung von z.B. Koch- und Backgruppen auf der Ebene der Wohn- Pflegebereiche können in diesem Zusammenhang außerordentlich hilfreich sein.

Im Rahmen der Krankenbeobachtung kann es notwendig werden, die Einfuhr und die Ausfuhr zu kontrollieren. Wird beides in definierten Zeiträumen dokumentiert, nennt man das Bilanzierung, eine Bilanz erstellen.

Nach einer Meldung vom 19. Januar 2006 sieht der MDS ((MDK-Dachverband) Optimierungsbedarf bei der Ernährung pflegebedürftiger Menschen in der Altenhilfe. 41 Prozent der bei Qualitätsprüfungen untersuchten Personen weisen Mängel bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung auf. Der Wortlaut des MDS-Statements hier. (pdf-Datei !)

Vorbereitung von Mahlzeiten

In der Dokumentation sollten Informationen über Lieblingsgerichte, Besonderheiten beim Essen, aber auch über Abneigungen stehen.

Wichtig: begleitende Getränke.


immobile (bettlägerige) BewohnerInnen

  • die Pflegeperson wäscht sich die Hände (hygienische Händedesinfektion)
  • Tablett mit entsprechender Kost vorbereiten (auf Vorlieben/Abneigungen achten)
  • BewohnerIn aufrichten, in eine bequeme Sitzposition lagern, Oberkörper am besten ca. 90° hochlagern sofern toleriert.
  • dem BewohnerIn die Möglichkeit geben, sich die Hände zu waschen
  • evt. Hilfsmittel anbieten (Schräglöffel, Schnabeltasse...)
  • auf Temperatur der Speisen achten
  • auf Zahnprothese achten - sitzt diese gut, ist sie sauber etc.
  • Je nach Bewohner/Patient einen Kleidungsschutz anlegen.

mobile BewohnerInnen

  • Speiseplan gut lesbar aushängen
  • die Pflegeperson wäscht sich die Hände (hygienische Händedesinfektion)
  • evtl. Diäten, Sondenkost bzw. Ernährungsumstellungen mit dem Bewohner besprechen
  • rechtzeitig an Mahlzeiten erinnern
  • Tisch decken
  • Speisen in Schüsseln/Tellern bereitstellen (Selbstbedienung !)
  • Zeit zum Essen lassen
  • Für Ruhe sorgen

Nachbereitung

immobile (bettlägerige) BewohnerInnen

  • nach Beendigung der Mahlzeit den Bewohner säubern, Hände waschen
  • Mundpflege anbieten bzw. durchführen (Aspirationsgefahr !)
  • BewohnerIn bequem lagern
  • bei Appetitlosigkeit: nachfragen !
  • evt. Raum lüften

mobile BewohnerInnen

  • fragen, ob alles ausreichend vorhanden war
  • Tisch abräumen, abwischen
  • Wünsche beachten

Pflegedokumentation

  • Wiegen

Die regelmäßige Kontrolle liefert Vergleichswerte, auch für tägliche oder monatliche "normale" Schwankungstoleranz. Ohne Notizen fände die allmähliche Veränderung kaum Beachtung.

Auffällige Änderungen des Körpergewichts liefern auch Hinweise auf Erkrankungen:

  • ein sprunghafter Anstieg des Gewichts weist - neben anderen offensichtlichen Symptomen - auf Wasseransammlungen im Körper hin
  • umgekehrt weist eine kontinuierliche Gewichtsabnahme bei Vorliegen von krankhaften Wasseransammlungen den Erfolg der Therapie nach
    • Gewichtskontrolle sollte dann täglich erfolgen
    • maximale Gewichtsabnahme 1 kg pro Tag
  • eine schleichende, über mehrere Monate dauernde Gewichtsabnahme kann hindeuten auf:
    • normale, altersbedingte Veränderungen
    • Mangelernährung
    • unerkannten Diabetes mellitus
    • Krebserkrankungen
    • bei einer kontinuierlichen, scheinbar geringfügigen Gewichtsabnahme besteht die Gefahr dies zu übersehen (Wahrnehmungsfehler) !

Pflegerische Arbeitsorganisation

  • Das "Alzheimer Tageszentrum" in Wetzlar beugt einer möglichen Austrocknung vorbildlich vor und erhielt deshalb den "Altenpflegepreis 2006". Sie haben dort einen Pflegestandard entwickelt, der berücksichtigt, dass bei über 80 % der versorgten dementen Personen das Trinkangebot nicht mehr spontan angenommen wird. Eine individuelle Pflegeplanung muß deshalb verschiedenste Faktoren berücksichtigen.
  • Im Zusammenhang mit der Pflegeversicherung ist es gerade bei diesen Personen sinnvoll einen ungefären Zeitrahmen zu nennen, den das Angebot des und die Unterstützung beim Essen erfahrungsgemäß benötigen: z. B. 3 x 20 Min und 1 x 30 Min. Hinzu kommen die Zeiten für Händewaschen, Kleider reinigen, Toilettengang etc. Dies wird sonst bei der Einstufung durch den MDK mit Pauschalzeiten einfach übergangen.
  • Weiter sollte berücksichtigt werden, dass Essgewohnheiten auch mit religiösen Überzeugungen und Zeremonien zu tun haben. Dazu sollte den BewohnerInnen Zeit und Gelegenheit z.B. zum Tischgebet gegeben werden.
  • Der Einfluss des kulturellen Ursprungs einer BewohnerIn sollte auch im Rahmen eines interkulturellen Pflegeangebots beim Nahrungsangebot beachtet werden. Dieses kann möglicherweise bis zu regionalen Spezialitäten gehen, z.B. Spätzles-Esser, Kartoffel-Fans usw., die aber in dieser Region sonst untypisch sind!

Querverweise

Siehe auch

  • Anamnese zu Essen und Trinken
  • Blutzucker
  • enterale Ernährung
  • Ernährung im Alter
  • Essen auf Rädern (Begriff)
  • DNQP-Expertenstandard Ernährungsmanagement, 2008/2009
  • Exsikkose
  • Fasten
  • Fingerfood
  • Heilkundeübertragungsrichtlinie (2011)
  • Hitzetote
  • Kalorientabelle (bzw. - Rechner, Angaben pro 100g bzw. Portion/Stück, idealerweise der tatsächlich verzehrten Menge)
  • Menübringedienst

Literatur

  • Borker, S. (1996): "Essenreichen in der Pflege. Eine empirische Studie", Ullstein Mosby, ISBN 3-86126-551-6
  • Kuratorium Deutsche Altershilfe - Pro Alter 3/2005 - Titelthema ist Essen und Trinken bei Demenz
Was für Gesunde eine Selbstverständlichkeit ist, ist längst nicht selbstverständlich für an Demenz erkrankte Personen - Essen und Trinken mit Genuss, in einer ansprechenden Umgebung! Vor allem Menschen ohne Angehörige, können unter einer mangelnden, nicht auf sie zugeschnittenen Esskultur in den Einrichtungen der Altenhilfe leiden. Das Heft beleuchtet die Thematik aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und gibt hilfreiche Tipps und Praxisempfehlungen.
  • Bettina Rath: "Prophylaxe. Trinkfest". In: Altenpflege 03/2006, S. 50-53. (Pflegebedürftige Menschen vor einer allmählichen inneren Austrocknung (Dehydration) zu bewahren erfordert vom Personal gute Pflegeorganisation, viele Anstrenungen und –ganz wichtig- Einfallsreichtum. Das "Alzheimer Tageszentrum" in Wetzlar beugt einer möglichen Austrocknung vorbildlich vor und erhielt deshalb den "Altenpflegepreis 2006")
  • Dorothee Volkert: Leitlinien und Standards zur Ernährung in der Geriatrie. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 2011: Bd.44:2:91-99 (Über die Bedeutung der diversen Leitlinien u.ä. Empfiehlt die Erarbeitung lokaler Standards auf deren Grundlage.)

Weblinks

Artikel bei Wikipedia:



  • ESPEN-Leitlinie zur parenteralen Ernährung (2010, Schütz u.a.)
  • div. andere Konsenus-Papiere, Quali.standards (siehe bei Volkert)


Vorlage:Essen Trinken Vorlage:Gesundheitshinweis








Die Anamnese zu Essen und Trinken dient der Planung der individuell angepassten Ernährung eines Patienten bzw. Bewohners.

Bei Neuaufnahmen sind im Rahmen der Anamnese folgende Informationen bezüglich Essen und Trinken von Bedeutung:

Allgemein

  • Hautzustand
  • Größe, Gewicht
  • Ernährungszustand (adipös, kachektisch, meist nach BMI)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien
  • Bewusstseinszustand
  • Vitalzeichen:
    • Blutzucker
    • Blutdruck
    • Neigung zu Fieber und Schwitzen
  • Ausscheidung:

Ressourcen

  • Religion (religonsbedingte Karenzen)
  • Hilfsmittel, die selbstständiges Essen und Trinken ermöglichen
  • Gewohnheiten des Bewohners:
    • gewohnte Kostform
    • Leibspeisen und Portionsgrößen
    • Lieblingsgetränke und Trinkmenge
    • Abneigungen
    • in Gesellschaft speisen
    • Zeitpunkt der Mahlzeiten
    • Esstempo

Probleme


Vorlage:Essen Trinken





Ein wichtiger Teil der ATL, der von fast jedem als Basis des psycho-physischen Wohlbefindens verstanden wird.

Körperpflege

Menschen empfinden Einschränkungen in der Fähigkeit sich selber pflegen zu können meist als eines der bedeutendsten Anzeichen für den Verlust der eigenen Autonomie, für Abhängigkeit und Hilfslosigkeit.

Hilfestellungen oder Übernahmen der Körperpflege gehen mit körperlichen Berührungen zwischen Pflegendem und Gepflegtem einher. Sie können als angenehm empfunden werden, aber auch als distanzierend, abwertend, diskriminierend oder auch als peinlicher Eingrifff in die eigene Intimsphäre.

Körperpflege als nonverbale Kommunikation

Die Körperpflege dient nicht nur der Reinigung und Pflege der Haut und Hautanhangsgebilde. Wie bereits erwähnt bietet sie die Möglichkeit der zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme. Die Hände des Pflegenden und die Haut des Bewohners stellen den Kontakt untereinander her. Selbst bei Menschen, die für uns nicht sichtbar reagieren, kann evtl. durch die Vermittlung von sensiblen Reizen (Wärme, Kälte, Berührung, Vibration, Druck) oder von Gerüchen die Wahrnehmung der Umwelt und die Kontaktaufnahme zu ihr angebahnt bzw. gefördert werden. Auch bewusstlose Bewohner sollen im wahrsten Sinne des Wortes spüren, dass sie nicht vergessen sind.

Bei Armut an äußeren Reizen (z.B. bei Bettlägerigkeit), bei Störungen der verbalen Sprache und bei Verwirrtheitszuständen gewinnt die nonverbale Kommunikation sehr an Bedeutung.

Die Durchführung der Körperpflege bietet eine ausgiebige und intensive Möglichkeit zur nonverbalen Kommunikation. Auch erfährt der Bewohner durch die Berührung seine Körperstrukturen; er nimmt die Grenzen zwischen sich und der Außenwelt wahr. Pflegende sollten sich dessen bewusst sein und dem Bewohner ausdrücklich sensible Reize und menschliche Zuwendung vermitteln.

Nicht "bloße Reinigung"

Unter dem Begriff "sich pflegen" subsumieren wir vor allem Aspekte der Körperpflege:

  • Waschen
  • Zähne putzen
  • Haare waschen
  • sich frisieren

also einerseits alles, was im weitesten Sinn mit Hygiene und Sauberkeit zu tun hat, andererseits aber auch

  • Pflege von Kleidung und Schuhen (jemand sieht "gepflegt" aus oder nicht)
  • "Seelenpflege", sich etwas gönnen (Entspannungsbad, Massage)

In der praktischen (professionellen) Pflege geht diese Vielschichtigkeit leider oft verloren. Pflege wird hier auf ihre körperbezogene Bedeutung im Sinne von "reiner Körperpflege" reduziert.

Aspekte der Körperpflege

pflegerische / medizinische Aspekte

  • Hygiene
  • Einschätzung des psychischen Zustandes (Gemütszustandes - akute psychische Veränderungen in Folge der Erkrankung-en)
  • Beobachtung des Hautzustandes (eventl. "wundgelegen?!") / ggf. Wundkontrolle
  • Infektionsprävention
  • Mobilisation
  • Sensibilisierung
  • Kommunizieren und Kontaktaufnahme (sowohl pflegerische / medizinische als auch menschliche Aspekte)


menschliche Aspekte

  • Identitätsstiftung und -erhaltung
  • Selbstwertsteigerung (Status, soziale Rolle, Prestige)
  • Gewinn/Verlust von Unabhängigkeit
  • Ausgeliefertsein
  • Scham
  • Sexualität, Erotik
  • Entspannung, sich wohl fühlen
  • Wertschätzung, zwischenmenschliche Beziehung
  • sich bewegen können
  • sich kleiden können
  • sich als Mann/Frau fühlen und verhalten
  • Berührung / Körperkontakt
  • Kommunizieren und Kontaktaufnahme (sowohl pflegeriasche / medizinische als auch menschliche Aspekte)

Potentialerkennung

Bewegung

Die Fähigkeit zur eigenen Körperpflege wird mitbestimmt durch (Beweglichkeit von):

  • Kopf/Hals
  • Arme
  • Hände
  • Finger
  • Rumpf
  • Beine
  • Füße
  • Zehen
  • Kreislaufstabilität
  • visuelles Erkennen von Umgebung, Gegenständen und Personen
  • kognitives Erkennen von Umgebung, Gegenständen und Personen
  • psychische Stabilität

Standfestigkeit

  • Schwindelgefühle
  • Gefühl zu fallen
  • Standfestigkeit vor dem Waschbecken
  • Standfestigkeit beim Baden/Duschen
  • Standfestigkeit beim An- und Auskleiden
  • Standfestigkeit vor dem Spiegel

bewegung und sport

Sehvermögen

  • Sehstärke
  • Kurz- Weitsichtigkeit
  • Gesichtsfeldeinschränkungen
  • Einschränkung der visuellen Fähigkkeiten als Nebenwirkung von Medikamenten oder bei Kreislaufschwäche (Schwindel)

Wärmeempfinden

Die Fähigkeit zur Beurteilung der Temperatur von:

  • Waschwasser
  • Armaturen
  • Raumluft

Kognition

Fähigkeit zur kognitive Erfassung (Funktion, Handhabung) von

  • Pflegeutensilien
  • Pflegehilfsmittel

Tastvermögen

  • feinmotorische Fähigkeiten (Greifen kleiner oder glatter Gegenstände)
  • (eingeschränkte) Sensibilität der Fingerkuppen

Bedürfnisse/Vorlieben

Bedürfnisse/Vorlieben bei der Körperpfllege sind:

  • Art der Körperpflege (Duschen, Baden, etc...)
  • Intensität
  • Geschwindigkeit
  • Häufigkeit
  • Zeitpunkt

Utensilien zur Körperpflege

Utensilien, die für die Körperpflege benötigt werden:

  • Handtücher
  • Badetücher
  • Waschlappen
  • Bademantel
  • Rasierutensilien
  • Fön
  • Kamm, Bürste, Lockenwickler
  • Schere, Nagelfeile
  • (elektrische) Zahnbürste
  • Bewohnergewohnheit:
    • Badezusätze
    • Rasierwasser
    • Parfüm
    • Seife (evt. mit Kordel, um sich die Seife um den Hals hängen zu können)
    • Haar-Shampoo
    • Nagellack
    • Schminke, Lippenstift
    • Creme (Gesichtscreme, Tagescreme, etc...)
    • Körperöl

Bauliche Ausstattung

Um eine selbständige Körperpflege zu gewährleisten sind folgende bauliche Anforderungen zu stellen:

  • Duschen/Toiletten so dimensionieren, dass sie problemlos auch von RollstuhlfahrerInnen benutzt werden können
  • unter dem Waschtisch auch für RollstuhlfahrerInnen genügend Beinfreiraum lassen (Siphon)
  • Einrichtungsgegenstände (Regale, Bedienungselemente) so anbringen, dass sie auch von RollstuhlfahrerInnen benutzt werden können
  • eine ausreichende Anzahl von Wandschienen und Haltegriffe anbringen, die individuell angepasst werden können
  • wenn Badewannen vorhanden sind, sind diese mit modernen Wannenliftern auszustatten
  • die Türen zum Bad öffnen sich nach außen bzw. es gibt eine Schiebetür
  • die Tür zum Bad ist von innen abschließbar und im Notfall von außen entriegelbar (bzw. Schild "Besetzt, bitte nicht stören")
  • alle Bäder/Toiletten verfügen über ein Notrufsystem
  • die Beleuchtung ist ausreichend
  • es existieren in ausreichendem Maße rutschfeste und waschbare Badematten
  • die Temperatur im Bad ist auch durch die BewohnerIn regulierbar
  • die Bedienungsvorrichtungen (Schalter, Steckdosen) sind in ca. 85 cm Höhe angebracht
  • die Spiegel sind höhenverstellbar/kippbar bzw. auf Körpergröße der Bewohner abgestimmt
  • es wird darauf geachtet, dass die Bäder nicht zum Abstellen von z.B. Wäschesäcken, Müllsäcken, Pflegewagen, Toilettenstühlen benutzt werden !!!
  • es wird darauf geachtet, dass es in den Bädern angenehm riecht (duftet)

Wenn sich mehrere Bewohner ein Bad teilen

  • haben die Bewohner genug Platz, ihre eigenen Pflegeutensilien getrennt von denen der anderen Nutzer im Bad unterzubringen
  • sind die Abstellmöglichkeiten/Fächer ausreichend gekennzeichnet, um Verwechselungen zu vermeiden (z.B. dementiell erkrankte Bewohner))
  • sind die Fächer und Pflegeutensilien namentlich oder symbolisch gekennzeichnet, um Verwechslungen zu vermeiden
  • gibt es Möglichkeiten, diese vor dem Zugriff anderer zu schützen (z.B. durch abschließbare Fächer)
  • kann der Badewannenlifter problemlos entfernt werden, wenn andere Bewohner ihn nicht benötigen (z.B. mobiler Lifter)
  • gibt es Regelungen/Absprachen zwischen den Bewohnern zur Badbenutzung, bzw. werden entsprechende Abmachungen zwischen den Bewohnern angeregt
  • wird darauf geachtet, dass der Blick zum Spiegel frei bleibt und nicht durch Pflegeutensilien verstellt ist
  • können Bewohner eigene Vorstellungen zur Gestaltung der gemeinschaftlich genutzten Bäder einbringen und realisieren
  • wird in besonderem Maße auf die Reinigung des Bades und seine Hygiene geachtet

Übertragungsreaktion

folgende Übertragungsreaktionen zwischen Pflegeperson und Gepflegtem sind möglich:

  • Mutter-Tochter-Verhältnis
  • Mutter-Sohn-Verhältnis
  • Vater-Tochter-Verhältnis
  • Vater-Sohn-Verhältnis

Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie

  • Rechtzeitige Informationsweitergabe bei Veränderung der Schleimhäute.
  • Regelmäßige Terminvereinbarung beim Zahnarzt auch für Prothesenträger/-in
  • Beobachten der Haut und Nägel, bei Veränderungen Info an den Arzt

Siehe auch

  • Beruhigende Teil- oder Ganzkörperwaschung
  • Belebende Teil- oder Ganzkörperwaschung
  • Kleidung
  • Zahnpflege

Literatur

  • Alle Pflegelehrbücher enthalten einen entsprechenden Abschnitt (= Basiswissen).
  • Besselmann Klaus, Sowinski Christine, u. a. (KDA, Hrsg., 1997): Qualitätshandbuch Wohnen im Heim - Wege zu einem selbstbestimmten und selbständigen Leben im Heim - Ein Handbuch zur internen Qualitätsentwicklung in den AEDL-Bereichen. Köln, Kuratorium deutsche Altershilfe.
  • Kuratorium deutsche Altershilfe -KDA (1993): 1.600 Lit.angaben zur Pflegepraxis. Die 13 AEDL-Bereiche. Thema, kda,nr. 86. Von Benner-Wenig S, Busch A u. a. bearbeitet. 1977-1991 aus 10 Zeitschriften.
  • Müller, E. (2001): Leitbilder in der Pflege. Bern: Huber.
  • Sowinski Christine, Falk Juliane, u. a. (1995): Theoriegeleitetes Arbeiten in Ausbildung und Praxis. Ein Baustein zur Qualitätssicherung in der Altenpflege.

Weblinks

Einleitung zu dieser ATL / AEDL mit kurzer Verhaltens- oder Empfindensbeschreibung. Pflegerische Problematik.

Motto: "Ohne Bewegung kein Leben". Ihre Erhaltung und Förderung hat daher einen sehr positiven Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche. So kommt es bei mangelnder Bewegung zur Gewichtszunahme, Kontrakturen können auftreten, die Lebensfreude und das Selbstwertgefühl sinken. Die Lebensroutine wird eingeschränkt und es kann zum Verlust von sozialen Kontakten kommen. Ggf. weitere Probleme wie Sturzgefahr, Herz-/Kreislaufstörungen, Obstipation, erhöhte Decubitusgefahr.

Primäres pflegerisches Interesse ist das Aufrechterhalten oder Wiederherstellen der Mobilität,in Abhängigkeit zu den individuellen, persönlich unterschiedlichen Umgebungsfaktoren, wie z.B.Alter,Gewohnheiten,Ressourcen,Prägungen,Bedürfnisse.

Beobachtungsaufgaben, Krankenbeobachtung

sind dabei insbesondere …erforderlich

Pflegerische Ziele

sind die Unabhängigkeit und das Wohlbefinden durch …. waschen und kleiden

Pflegerische Hilfeleistung, Leistungen

sind dabei insbesondere …

Elemente aktivierender Pflege

Darunter verstehen wir in dieser ATL / AEDL ….

Pflegedokumentation, besondere Aufgaben bei …

Dokumentation der Mobilisierung/ Mobiliserungsgrades Bsp.: - Wie kann sich der Patient mobilisieren?

     - Benötigt er dabei Hilfe oder Hilfsmittel? (Rollator, Aufstehhilfe, etc...)
     - Qualität des Gehens -> Schwanken, Wackeln
     - Wie lange konnte sich der Patient bewegen? (Kurz, innerhalb des Zimmers oder lang, außerhalb des Zimmers)
     - Traten Komplikationen auf? (Dyspnoe, Scwhindel)
     - Hat der Patient Angst davor? (Vorrangegangener Sturz, Indikation für Sturzprophylaxe)

Pflegerische Arbeitsorganisation

  • Umfeldgestaltung für den Patienten
  • nimmt ggf. mehr Zeit in Anspruch (evtl. Arhtroseschmerzen druch Bewegungsübungen vorher Erleichtern)
  • Patienten über Notwendigkeit des "sich bewegens" aufklären hinsichtlich Thrombose-/ Kontraktions-/ Obstipationsprophylaxe

Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie

besteht dabei insbesondere aus …


auch: Krankenbeobachtung erkennt Unterschied zwi. normalem Gehen bzw. anderen Bewegungsabläufen und Abweichungen.

Querverweis / Verbindung zu anderen ATL / AEDL

Es sollte insbesondere der Erhalt der Mobilität berücksichtigt werden.

siehe auch

Literatur

  • Alle Pflegelehrbücher enthalten einen entsprechenden Abschnitt (= Basiswissen). Daher finden sich allgemeine Literaturangaben und Weblinks in den Artikeln ATL/AEDL

Weblinks



Vorlage:Erweitern








Die menschliche Körpertemperatur beträgt im Durchschnitt 36,6 °C. Das °C steht dabei für Grad Celsius. Dieser schwedische Astronom, Anders Celsius, hat die Skala 1742 als physikalische Messskala eingeführt, die dann 1948 nach ihm benannt wurde. Dabei handelt es sich um einen durchschnittlichen Wert; individuell kann die übliche Körpertemperatur etwas höher oder niedriger liegen. Die Körpertemperatur schwankt bei jedem Menschen innerhalb von 24 Stunden nur um weniger als 1 Grad. Der niedrigste Wert pro Tag wird regelmäßig in den frühen Morgenstunden, der höchste Wert zwischen 16 und 20 Uhr gemessen.

Sie schwankt im Laufe längerer Zeit ebenfalls. Das dafür typische Beispiel sind die Schwankungen im Laufe der weiblichen Regel.

Primäres pflegerisches Interesse

ist, dass für die pflegebedürftige Person keine Unterkühlung durch ungeeignete Kleidungsauswahl eintritt.

Beobachtungsaufgaben, Krankenbeobachtung

Temperaturerhöhungen sollen dabei frühzeitig erkannt werden, um die lebensbedrohlichen Folgen einer Überhitzung (Wasserverlust im Kreislaufsystem und im intrazellulären Bereich), die Denaturierung von Enzymen und den vielfachen Zelltod durch die Eiweißagglutination (vgl. Proteine) durch hohes Fieber zu verhindern.

  • Siehe weiter im Hauptartikel Messung der Körpertemperatur

Pflegerische Ziele

sind die Unabhängigkeit und das Wohlbefinden durch ….

  • Frieren / Schwitzen
  • Vermeiden des Austrocknens

Pflegerische Hilfeleistung, Leistungen

sind dabei insbesondere …

Elemente aktivierender Pflege

Darunter verstehen wir in dieser ATL / AEDL ….

Pflegedokumentation

Die Dokumentation ist die besondere Aufgaben des Pflegepersonals bei Fieber.

Pflegerische Arbeitsorganisation

erfordert dabei insbesondere …

Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie

besteht dabei insbesondere aus …

Querverweis/Verbindung zu anderen ATL/AEDL

Dabei sollte insbesondere die Art der Bekleidung berücksichtigt werden.

Literatur

  • Alle Pflegelehrbücher enthalten einen entsprechenden Abschnitt (= Basiswissen) im Kapitel über die Beobachtung der grundlegenden Körperfunktionen.

Weblinks

Siehe auch

  • Calor (Überwärmung)
  • Entzündungszeichen
  • Fieberthermometer
  • Kalter Schweiß
  • Schüttelfrost
  • Wärmeanwendungen







Die geeignete Kleidung unterstützt zusätzlich die Schutzfunktion der Haut

Es wird häufig unterschätzt, wie gravierend der Verlust oder die Einschränkung dieser Fähigkeit für das persönliche Selbstwertgefühl sein kann.

All dies klingt vielleicht wie eine Selbstverständlichkeit. Wie wenig es jedoch Eingang in die Pflegewissenschaft und -praxis gefunden hat, belegt eine Literaturanalyse zur Pflegepraxis im Spiegel der Fachpresse, die das KDA im Jahre 1992 durchgeführt hat. Von den 1.600 ausgewerteten Beiträgen beschäftigte sich nur einer explizit mit Kleidungsfragen,


Die Bedeutung und Funktion der Kleidung

  • Schmücken des Körpers
  • Modebewußtsein
  • Kleidung ist eine zweite Haut
  • Ausdruck momentaner psychischer Bedürfnisse
  • Schutz des Körpers vor Kälte und Wärme (vor Witterung, Nässe, Hitze, Kälte)
  • Schutz vor Schmutz und Verletzungen (Spezialkleidung mit Funktion, Sicherheitsschuhwerk)
  • Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit (zb: Uniform, Fussballtrikot)
  • Ausdruck von Freude / Trauer

Kleiderwahl

Körperpflege und Kleidung sind immer Ausdruck einer inneren Haltung. Im Laufe seines Lebens entwickelt der Mensch seinen eigenen Kleidungsstil. Der stärkt sein Selbstbewusstsein nach dem Motto: So kann ich mich bei dem und dem Anlass gut sehen lassen: „Das lässt mich gut aussehen“. Die Kleider werden Teil der Identität, sorgen für seine persönliche Würde in den verschiedenen Alltagssituationen. So kann jede gesundheitliche Beeinträchtigung, der Verlust von Mobilität, eine Sehbeeinträchtigung, sogar der Verlust des Ehepartners dahin führen, daß der Mensch sein Interesse am eigenen Aussehen verliert und sein Selbstwertgefühl schwindet. Mit seiner Körperpflege und seiner Kleidung drückt der Mensch sein momentanes Befinden, sein Geschlecht aber auch seine Individualität aus.


Faktoren der Kleiderauswahl

  • Klima (Temperatur, Feuchtigkeit)
  • Zweckmäßigkeit (Arbeit, Sport, Freizeit, Schlafen)
  • soziale Zugehörigkeit (Mode)
  • persönliches Befinden
  • kulturelle/religiöse Brauchtümer (Kopftuch)
  • Geschlecht (Hose oder Kleid, Pumps)

Bei der Kleiderwahl des verwirrten Bewohners kommt der Pflegeperson eine beratende Funktion zu. Die Auswahl der geeigneten Kleidung sollte jeden Tag neu zusammen mit dem Bewohner getroffen werden. Auch beim Kleiderkauf müssen die Bewohner oder die Angehörigen richtig beraten werden.

bevorzugte Kleidung

Für den alten und kranken Menschen in den Einrichtungen ist es wichtig tagsüber (normale) Straßenkleidung zu tragen. Das Nachthemd, oder das hinten offene Krankenhemd, erinnern ständig an Krankheit und läßt den Bewohner sich auch so fühlen und handeln. Häufig bevorzugen ältere Personen dunkle Kleidungsstücke, die jedoch bei Aktivitäten außerhalb der Einrichtung ungeeignet sind. Hierfür sind hellere Farben zu bevorzugen. Orientierte Bewohner wählen die Kleidung nach ihrem individuellen Geschmack, nach ihrer Gewohnheit und ihrer Befindlichkeit.

Material

Bei der Kleidung sollte auf leicht zu reinigende Stoffe in freundlichen Farben, mit möglichst hohem Tragekomfort. Hier sind moderne synthetische Stoffe, sogenannte Funktionskleidung, denen aus Naturfasern mittlerweile überlegen. Die Verschlüsse müssen der Erkrankung und den Ressourcen des Bewohners angepasst sein. Besonders bei inkontinenten Menschen sollten die Verschlüsse leicht und schnell zu öffnen sein.


leicht zu öffnende Kleidungsverschlüsse

  • Reißverschluß
  • Klettverschluß
  • große Knöpfe
  • Magnetverschluß
  • Druckknopf

bettlägerige Menschen

Bei bettlägerigen Bewohnern wirkt sich das Wechseln der Nachtkleidung nach der morgendlichen Körperpflege in andere Kleidung (z. B. Trainingsanzug) meist positiv auf die Psyche und Gesundheitsempfindung aus. Das bekleiden eines bettlägrigen zu Pflegenden mit "normaler Tagesbekleidung", steigert das Selbstwertgefühl und kann bei der Aktivierung eine starke positive Auswirkung haben.

Einschränkungen und mögliche Hilfen

Einschränkungen mögliche Hilfen
Feinmotorik Anziehhilfen (Klettverschluß)
Lähmungen Zuerst die betroffene Seite anziehen, dann die gesunde Seite
Sehschwäche festgelegte Ordnung, nicht durcheinander bringen
Gelenkfixierung (wie Lähmung) Zuerst die betroffene Seite anziehen, dann die gesunde Seite
Tremor Anziehhilfen (Klettverschluß)
geistige Behinderung kleinschrittige Anleitung
Adipositas, extrem groß, extrem klein Sondergrößen (angepaßte Kleidung)
Rollstuhl angepaßte Kleidung
Inkontinenz praktische Kleidung
Ödeme }


siehe auch

Literatur

  • Christine Sowinski: Pflegepraxis im Spiegel der Fachpresse, in: Forum Sozialstation Sonderausgabe 1/1993.
  • Liliane Juchli: Pflege. Praxis und Theorie der Gesundheits- und Krankenpflege, Stuttgart, New York 1994, S. 192., ISBN


Weblinks

Für Sicherheit sorgen ist ein wesentlicher Aspekt des Lebens. Als feststehender Begriff zählt er zu den Aktivitäten des täglichen Lebens (nach L. Juchli) bzw. zu den Aktivitäten und Erfahrungen des Lebens (Strukturmodelle der Pflege).

[1]

Bedeutung, Inhalte

Der Wunsch nach Sicherheit gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen des Menschen. Betrachtet man die Bedürfnispyramide des Psychologen Maslow, so haben ausschließlich die physiologischen Bedürfnisse wie Hunger oder Schlaf vor dem Sicherheitsbedürfnis Vorrang. Sicherheit ist keine messbare Größe und wird subjektiv empfunden, daher sind sämtliche Maßnahmen auf das individuelle Bedürfnis hin abzustimmen.

Die AEDL "Für eine sichere Umgebung sorgen" beinhaltet Aspekte wie Schutz vor Gefahr (Sturzgefahr, Verletzungsgefahr, Weglaufgefahr, Verwahrlosungsgefahr, usw.), Vor- und Nachsorge und Prophylaxen sowie Vermittlung von Geborgenheit und Erhaltung der Selbstständigkeit. Bei dieser AEDL geht es in erster Linie darum, den Menschen vor Verletzungen und Einschränkungen zu schützen und mit ihm gemeinsam zu überlegen, welche Einrichtungen, Hilfsmittel oder Orientierungshilfen usw. dienlich sein könnten. Nach Krohwinkel spielen hierbei die räumliche Ausstattung, Art und Anordnung der Einrichtungsgegenstände, Ausstattung des Bettes und der Sitzgelegenheiten, Hilfsmittel zur Orientierung wie Kalender, Uhr, Zeitung, Zeitschriften, Radio, Fernsehen usw. eine Rolle.

Die Pflegeplanung sollte eine Gefährdung von Patienten nicht nur in Hinblick auf einen körperlichen Schaden berücksichtigen, sondern auch bestehende oder mögliche Ängste (z.B. vor dem Alleinsein, vor Schmerz, bei Atemnot) miteinbeziehen.

Primäres pflegerisches Interesse

Von pflegerischem Interesse ist, ob eine Person sich selbst ausreichend vor konkreten Gefahren schützen oder wie der Selbstschutz gefördert werden kann, bzw. wie und in welchem Ausmaß selbstschützende Vorkehrungen getroffen werden müssen. Dazu dient die Pflegeanamnese mit der Feststellung der Ressourcen und Probleme. Außerdem muss immer abgewogen werden zwischen dem, was der Patient für sich als Lebensqualität empfindet, und den möglichen Einschränkungen, die eventuelle Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringen.

Beispiel: Ein Patient steht immer wieder alleine auf, ohne vorher zu klingeln, obwohl er sturzgefährdet ist. Ist er zudem in seiner Orientierung beeinträchtigt, so wird häufig eine freiheitsentziehende Maßnahme (Fixierung) angewandt. Damit würden mögliche Ängste und Aggressionen des Patienten noch verstärkt, evtl. wäre dann auch noch eine zusätzliche Sedierung notwendig. Eine Alternative wäre, eine Matratze vor das Bett zu legen, was einen möglichen Sturz zwar nicht verhindern, aber weniger schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde. Solche Maßnahmen müssen im Vorfeld möglichst auch mit den Angehörigen besprochen werden, die manchmal unrealistische Vorstellungen von der "Beaufsichtigung" im Krankenhaus, Pflegeheim oder Hospiz haben.

Gefährdungen

  • Sturzgefahr bei gangunsicheren oder unruhigen Personen
  • Verletzungsgefahr beim Umgang mit scharfen/spitzen/schweren Gegenständen, Maschinen
  • Brandgefahr bei Rauchern
  • Vergiftungsgefahr im Zusammenhang mit Medikamenten, Pflege- und Reinigungsmitteln
  • Infektionsgefahr (z.B. für onkologische Patienten oder durch Zugänge wie ZVK, Blasendauerkatheter, etc.)

Zudem gibt es längerfristige Gefährdungen der körperlichen Gesundheit, z.B. durch falsche oder Mangelernährung, Süchte, Bewegungsmangel und andere Lebensgewohnheiten.

Oft außer Acht gelassen oder unterschätzt werden Gefahren durch gestörtes Sozial-Verhalten:

  • Umgang mit Emotionen - Aggression, Abhängigkeit in Beziehungen, Trauer
  • materielle Belange - Großzügigkeit/Geiz, Gutgläubigkeit
  • psychotische Anteile wie Verarmungswahn oder manisches Einkaufsverhalten ("Kaufrausch")
  • Nichteinhalten von Umgangsnormen, Distanzlosigkeit, Verletzung von Schamgefühl;
  • Krankheitsgewinn

Ziele

  • Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung
  • Sicherheit vermitteln
  • Einsicht in die Gefährdung
  • Vermeidung gefährdenden Verhaltens
  • Akzeptieren von Hilfsmitteln
  • Akzeptieren von unterstützenden Maßnahmen
  • Vermeiden von Infektionen
  • Vermeiden angstauslösender Situationen

siehe auch





Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen

… zählen als feststehender Begriff zu den Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) nach Liliane Juchli (s. a. Pflegeplanung). Es ist eine Umschreibung für identitätsstiftende Beschäftigungen, die mit besonderem Aufwand, besonderer Motivation und Erfüllung verbunden sind, und durch die das Leben strukturiert wird:
  • Tagesstruktur: verschiedene Tätigkeiten und Räume (Schlaf, Essen, Körperpflege, Arbeit, Freizeit...)
  • Wochenrhythmus: Unterscheidung zwischen Alltag und Wochenende, religiöse Bräuche
  • Jahreszeiten, Feste, Urlaub
  • Lebensabschnitte: altersentsprechende Beschäftigungen und Räume

Formen der Zeit-Gestaltung

Jeder Mensch beschäftigt sich zur Erhaltung seines Wohlbefindens im Rahmen seiner Möglichkeiten und Bedürfnisse mit verschiedenen Tätigkeiten. Maßgeblich für die Entscheidung für oder gegen bestimmte Tätigkeiten sind z.B. direkte Befriedigung von Grundbedürfnissen, Ablenkung/"Zeitvertreib", soziale Anerkennung, Anstrengung und Mühe, persönliches Interesse (Freude, Selbstverwirklichung), materieller Zugewinn.

Arbeit

Die meisten Menschen denken bei dem Begriff "Arbeit" an Lohnarbeit als bezahlte Tätigkeit, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Beruf, für den man sich aus verschiedensten Gründen entscheidet und zu dem man ausgebildet wird, bildet eine Sonderform davon: Man legt sich auf ein bestimmtes Fachgebiet fest und wird zumindest in einem kleinen Bereich zum Experten.

Daneben gibt es die unbezahlte Reproduktionsarbeit (Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Gartenarbeit, Heimwerken etc.) zur Pflege der Wohnung und des sozialen Umfelds. Sie ist im wahrsten Sinn des Wortes unbezahlbar - als entlohnte Tätigkeit wegen der "Personalkosten" (z.B. Köchin, Putzfrau, Hausmeister, Erzieherin etc.) recht teuer; für die Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaft und Kultur unverzichtbar.

Spiel

Gesellschafts- und Kinderspiele bieten Gelegenheit, unter "entschärften" Bedingungen mit der Welt umzugehen, mit konkreten Materialien, Bewegungen des eigenen Körpers, mit theoretischem Wissen und in der sozialen Interaktion zu experimentieren. Dazu gehört auch der Sport als besonders körper- und leistungsorientierte Variante.

Hobby

Intensive Beschäftigung auf praktischer oder intellektueller Ebene, die zwar auch produktiv sein kann, aber weder aus sozialer Verantwortlichkeit noch wegen eines evtl. materiellen Gewinns erfolgt. Ein Hobby dient vor Allem der Selbstverwirklichung oder dem Ausgleich bei Unterforderung oder hoher Belastung in sonstigen Tätigkeiten.


Es gibt natürlich Überschneidungen zwischen den genannten Bereichen, z.B. bei professionellem Leistungssport, Ehrenamt, profitabler künstlerischer Tätigkeit etc. Beachtenswert ist, dass auch ganz "einfache" Tätigkeit wie Nahrungsaufnahme, Eigenbewegung, Lautieren etc. als basale Arbeit bezeichnet werden kann.

Relevanz in der Pflege

Pflegende leisten einen wertvollen Beitrag zur Aufrechterhaltung unserer Gesellschaft. Sie sind dabei oft unterbezahlt oder (als Ehrenamtliche oder pflegende Angehörige) unbezahlt tätig. Der gesellschaftliche oder individuelle Wert ihrer Arbeit darf weder von anderen noch von den Pflegenden selbst unterschätzt werden.

Pflegebedürftige können sich oft nicht (mehr) in dem Ausmaß bzw. in der Form beschäftigen, wie es als normal gilt. Pflegebedarf entsteht durch schwere Krankheit oder psychische, geistige oder körperliche Behinderung, was zunächst den Verlust der Arbeitsfähigkeit zur Folge hat. D. h. die bisher ausgeübte berufliche Tätigkeit kann nicht mehr geleistet werden. Auch nicht-berufliche reproduktive Arbeit und selbst leichte Freizeitbeschäftigungen können dann die individuellen Fähigkeiten übersteigen.

Pflegeplanung

In der Pflegeplanung und Dokumentation muss berücksichtigt werden, welche Tätigkeiten für den Patienten/Bewohner früher wichtig waren (s. a. Biographiearbeit), und welche jetzt im Rahmen seiner Ressourcen und Bedürfnisse möglich und notwendig sein könnten.

Mögliche Themen:

  • Belastbarkeit, körperliche und psychische Leistungsfähigkeit
  • besondere Interessen, Restwissen, Inselbegabung
  • Stereotypie, Verhaltensauffälligkeit

Therapie

  • Fähigkeiten erhalten: Nichts übernehmen, was der Patienten/Bew. selbst durchführen kann, aktivierende Pflege
  • basale Arbeit ermöglichen und würdigen
  • Ergotherapie: biographisch relevante Beschäftigungen und/oder angemessene Alternativen anbieten

Raum gestalten

Verschiedene Beschäftigungen sind begleitet von räumlichen Strukturen - verschiedene Bereiche innerhalb und außerhalb der Wohnung:

  • Tagesstruktur spiegelt sich in Ortswechsel zu verschiedenen Beschäftigungen (s. o.)
  • Differenzierung verschiedener Bereiche in der Öffentlichkeit nach Alter (Disco oder Tanzcafé), sozialem Status (Discounter oder Edelboutique), Jahreszeit (Freibad oder Weihnachtsmarkt) u. a.

Einflussnahme auf die persönliche Umgebung durch reproduktive oder kreative Tätigkeit ist ebenfalls wichtig für die Entfaltung der Persönlichkeit. Erinnerungsstücke, selbst gestaltete bzw. gepflegte Bereiche im Wohnraum machen u. U. einen wesentlichen Teil der Identität aus.

Pflegeplanung und Therapie

Mobilität von Pflegebedürftigen und die Differenzierung verschiedener räumlicher Bereiche müssen beachtet werden. Immobilen Personen müssen Ortsveränderungen ermöglicht werden, auch bei Bettlägerigen (zumindest kurzfristige Mobilisation, besondere Beachtung der Ordnung im Wohnraum => Pflegeutensilien wegräumen, verschiedene Beleuchtung, Unterhaltungsmedien, Temperatur etc.)

Interessen an der Gestaltung des eigenen Wohnraums müssen unbedingt erfasst und ggf. aufgegriffen werden. Bei bestehendem Interesse sind sie wesentlich für das Wohlbefinden der betreffenden Person. mögliche Themen:

  • Übernahme gewohnter Gegenstände in ein neues Umfeld,
  • Einbeziehen persönlicher Elemente: Lieblingsfarbe, bevorzugte Themen aufgreifen
  • kreatives Gestalten: Neue Möbel selbst auswählen, Gegenstände arrangieren, Dekoration auswählen/herstellen
  • praktische Einflussnahme: Pflege der Wohnung, Versorgen von Zimmerpflanzen


Siehe auch

Weblinks

Gefahren bei Heim und Handwerk Gefahren bei Heim und Handwerk beachten







als ATL: Kommunizieren bedeutet: in Verbindung zu anderen treten, im weiteren Sinn mitteilen, teilhaben lassen, sich verständlich machen. Kommunizieren ist eine der Aktivitäten des täglichen Lebens. Zwischenmenschliche Kommunikation findet als Interaktion in verschiedenen Formen fast immer und überall statt. Unterschieden wird dabei in verbaler, nonverbaler und schriftlicher sowie analoger und digitaler Kommunikation.

Allgemeines

Verständigung ist lebensnotwendig für alle sozialen Wesen, seien es Insekten, die sich mittels Pheromone - chemische Signalsubstanzen - "unterhalten“, oder auch Tiere, die eine eindeutige Nachricht durch Körpersprache oder bestimmte Verhaltensmuster an Familienmitglieder und an Feinde übermitteln können. Über Kommunikation wird Gemeinsamkeit hergestellt und gesichert, Austausch (Dialog) herbeigeführt und Teilnahme ermöglicht. Kommunikationsfähigkeit ist unterschiedlich ausgeprägt, abhängig vom Umfeld, von der sozialen Kompetenz, den geistigen Fähigkeiten und dem Bewusstseinszustand. Angeborene oder erworbene Beeinträchtigungen können die Kommunikation erschweren oder ganz unmöglich machen (z.B. bei totalem Mutismus nach einem Schock).

Verbale Kommunikation

Alle Menschen reden: einfach nur vor sich hin, im Zwiegespräch mit einem Gegenüber und ohne ständige Rückoppellung zu einer größeren Gruppe oder gar anonym mittels Videoleinwand zu einer riesigen Menge. Ein Leben ohne Sprache (und damit auch ohne Geschriebenes) erscheint uns unvorstellbar. Und doch gibt es diese Lebensform als erzwungen oder freiwillig gewählte Sonderformen des Lebens im Krankenhaus, Gefängnis, der eigenen Wohnung, die nicht verlassen werden kann, oder im Kloster.

Das Reden, die verbale Art zu kommunizieren, ist ein typisches Merkmal unserer Spezies Mensch, genau wie das überdurchschnittlich große Gehirn, der für Säugetiere ungewöhnliche aufrechte Gang oder unsere nackte, fast unbehaarte Haut. Sprechen ist eine Form von Kommunikation.

Wir Menschen haben es in der Kindheit gelernt, durch Worte hochkomplexe Informationen auszutauschen, sie über Generationen weiterzugeben und so auch individuell immer wieder neues Wissen auf altem aufzubauen. Unser heutiger Evolutionstand als Menschheit ist und wäre ohne die komplexe Kommunikationsform Sprache undenkbar.

Störungen der verbalen Kommunikation

siehe hierzu auch den Artikel Beeinträchtigte verbale Kommunikation

Die verbale Verständigung kann aus verschiedenen Gründen beeinträchtigt oder sogar unmöglich sein:

  • Das Verständnis der Sprache ist nicht oder nur zum Teil vorhanden (Fremdsprache, Fachsprache, Wortschatz, geistige Beeinträchtigung)
  • Sprachstörungen (Wortfindungsstörung, Aphasie)
  • Störung des Kurzzeitgedächtnis
  • Schwerhörigkeit

Diese Störungen können sich in Rückzug oder Apathie äußern, aber auch durch herausforderndes oder aggressives Verhalten.

Nonverbale Kommunikation

Wir wissen einiges auch über die Bedeutung nonverbaler Kommunikation durch Mimik, Gestik oder äußere Signale auf die Umgebung (z. B. Kleidung). Formen des nonverbalen Kommunizierens sind Blickkontakt, emotionale Reaktion, formelle Reaktion (z. B. Gruß mit Kopf oder Hand, Hut lüpfen), Zuhören, Erinnern (wird durch Mimik sichtbar), Körperkontakt (z. B. Händedruck/Berühren/Streicheln).

Störungen der nonverbalen Kommunikation

  • Beeinträchtigte Mimik durch Verletzung und Verbände im Gesichts- und Kieferbereich, Beatmung, Hirnschädigung
  • Beeinträchtigte Gestik durch Störungen der Motorik
  • Psychiatrische Erkrankung oder medikamentöse Behandlung
  • autistische Menschen können nonverbale Signale anderer nicht unbedingt deuten

Schriftliche Kommunikation

Die schriftliche Kommunikation ist vor allem dann eine Alternative, wenn die verbale Form nicht oder nur schwer möglich ist.

Störungen der schriftlichen Kommunikation

  • Lese- und/oder Schreibschwäche bzw. Analphabetismus bei mindestens einem der Kommunikationspartner, unleserliche Schrift
  • motorische Schreibunfähigkeit (Lähmung, Fraktur, etc.)
  • gestörtes Sehvermögen oder Blindheit

Primäres pflegerisches Interesse

Kommunikation als soziale Handlung kann in Anteile von Empfänger und Sender, willentlich ausgedrückter Botschaft und quasi nebenher fließender, versteckter Botschaft und in Voraussetzungen und Folgen der Kommunikation zerlegt werden. Diese Anteile beeinflussen sich ständig und können sich durch Krankheit oder äußere Einflüsse in Umfang und Inhalt verändern.

In der Pflege werden die Kommunikationsfähigkeiten der zu pflegenden Person vor allem unter diesem Gesichtspunkt beachtet: Wie möchte diese Person ihre eventuell verlorenen Kommunikationsfähigkeiten wieder erlangen oder die vorhandene Ressource nutzen, um in anderen Bereichen gestörter Lebensaktivitäten ein Defizit zu kompensieren? Wobei wird dazu pflegerische Unterstützung benötigt?

Meistens bestehen pflegerische Interventionen in Angeboten zu Gespräch und Austausch, mit Einbindung von Angehörigen, Ehrenamtlichen und eventuell einem Seelsorger. Bei körperlichen oder psychischen Kommunikationshindernissen ist manchmal das Hinzuziehen von Fachleuten (wie Logopäden oder Psychologen) notwendig.

Beispiel

Als Beispiel die Schmerzbekämpfung - sie kann optimal verlaufen bei gelungener Kommunikation, aber zu Komplikationen führen, wenn die Verständigung zwischen den Beteiligten misslingt.

Welche Merkmale interpretieren Pflegende bei Patientinnen und Patienten als Schmerzsignale? Wie antworten sie darauf und welche Handlungen kündigen sie damit an? Antworten können sein: Die Wahrnehmung des veränderten emotionalen Verhaltens des Patienten und die Wahrnehmung von Anzeichen seiner Bewältigungsformen. Das Gespräch, das Eingehen auf die Symbol- und Bildersprache des Patienten sowie dessen "versteckte Botschaften" sind von Bedeutung. Diese Bedeutung kann von Patient zu Patient verschieden sein. In der Wahrnehmung nonverbaler Signale ist der Gesichtsausdruck bestimmend. Die berufliche Kompetenz und Intuition der Pflegenden beeinflusst die Wahrnehmung und Einschätzung des Geschehens sowie den festgestellten Handlungsbedarf.

Kommunikationshilfsmittel

Hilfsmittel, die bei Kommunikationsproblemen eingesetzt werden können: Hör- oder Lesegerät, Computer (evtl. mit spezieller Bedienungsausstattung für Gelähmte), Zeige- oder Schreibtafel, Bilderbücher, Wortlisten, Beleuchtung, Brille, Lupe.

Siehe auch

  • AEDL-Anregungen zur Pflege von Menschen mit Demenz
  • Kommunikation aus Sicht der Kommunikationsforschung
  • Kommunikationsstile nach Schulz von Thun

Literatur

Andreas Edmüller, Thomas Wilhelm: Manipulationstechniken. So wehren Sie sich, Haufe 2010.

Weblinks

Erfolgreich kommunizieren: [1]






Sinn finden im Werden, Sein, Vergehen ist nach Liliane Juchli eine der Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL), die sich in erster Linie mit der geistig-seelischen und – im weiteren Sinne – spirituellen Dimension des menschlichen Daseins befassen. Auch andere Pflegetheoretikerinnen wie Monika Krohwinkel, Virginia Henderson und Nancy Roper befassten sich unter anderen Überschriften mit dieser Thematik.

Sinn-Findung setzt Sinn-Suche voraus, daher ist diese „Aktivität“ meist in Verbindung mit einer Lebensbilanz zu sehen, wie sie in Krisenzeiten oft erfolgt. Diese Krise kann eine Krankheit sein, durch Arbeitslosigkeit oder eine Trennung ausgelöst werden, aber auch aus der Ahnung um den bevorstehenden Tod entstehen.

Sinn im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit

Sinn finden ist eine fast alltägliche Sache, die aber häufig unbewusst geschieht. Der Mensch definiert sich zumeist über sein Handeln (Leistung), seinen Besitz, seine äussere Erscheinung und über die Anerkennung, die Erfolg , Schönheit und Eigentum mit sich bringen. Eine erfolgreiche Persönlichkeit spiegelt sich nach weitverbreiteter Ansicht vor allem in Bekanntheit (Prominenz), Macht und Reichtum. Leistung aber ist abhängig von Handlungsfähigkeit. Handlungsfähigkeit wiederum ist abhängig von der Gesundheit, ebenso äusserliche Schönheit (nach den gängigen Maßstäben).

Ist die Gesundheit beeinträchtigt, wird dies als Angriff auf die bisher als selbstverständlich erlebte Autonomie empfunden. Das Selbstbild ist beschädigt, und je weiter eine Krankheit fortschreitet, desto dringlicher wird die Suche nach Werten im eigenen Leben, die nicht abhängig sind vom intakten „Äusserem“.

Primäres pflegerisches Interesse

Das primäre pflegerische Interesse sollte darauf ausgerichtet sein, eine Atmosphäre der Zugewandtheit zu schaffen, in der der Patient sich „öffnen“ mag.

Die eigene Einstellung der Pflegekraft zu Leben, Lebenssinn und Tod kann dabei eine Rolle spielen. Eine Krise oder ein Konflikt sollte nicht um jeden Preis verhindert werden, sondern als Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung betrachtet werden. Wichtig ist die Authentizität (Echtheit, Zuverlässigkeit, Wahrhaftigkeit) der Pflegenden in Verbindung mit Professionalität, damit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen kann.

Dabei spielt das Zulassen und Aushalten der Fragen nach Sinnhaftigkeit von Leid eine große Rolle, ohne eine Lösung parat zu haben. Menschen in einer Krise möchten oft einfach ihre Empfindungen, Sorgen und Ängste aussprechen dürfen, ohne gleich mit Themenwechsel oder Floskeln "mundtot" gemacht zu werden. Floskeln (wie z.B. "Machen Sie sich doch nicht solche Gedanken, es wird schon wieder werden") als Antwort sind eine Ausflucht, sie signalisieren die eigene Hilflosigkeit und sollten vermieden werden, da sie den Fragenden in seiner Not nicht ernst nehmen und allein lassen. Weitere, evtl. tiefergehende Äußerungen des Patienten werden damit womöglich unterbunden, eine echte Begleitung kann nicht stattfinden.

Beobachtungsaufgaben, Krankenbeobachtung

Die Wahrnehmung der nicht immer deutlich geäusserten Nöte des Patienten bezüglich der Sinnfindung ist die wichtigste Aufgabe in diesem Bereich. Auffälliges Verhalten oder scheinbar banale Aussagen können wichtige Hinweise auf den geistig-seelischen Zustand des Patienten liefern. Beispiele:

  • Der Patient umgibt sich mit vielen – für ihn oder allgemein wertvollen – Gegenständen (Hinweis auf: „Ich bin, weil ich besitze“).
  • Der Patient äussert, dass er sich langweilt; erzählt von früheren Aktivitäten (Hinweis auf: „Ich bin, weil ich etwas tue).
  • Die Aussage: „Ich bin ja doch zu nichts mehr zu gebrauchen“ ist ein deutlicher Hinweis auf die Einstellung “Nur wer etwas leisten kann, führt ein sinnvolles Leben“.

Hilfreich zur Einschätzung können auch die Beobachtungen von Kübler Ross sein. Die Sterbephasen nach Kübler Ross sind nicht nur im Hinblick auf das Sterben zu betrachten, sondern treffen auch auf andere Trennungs- oder Abschiedsphasen zu.

Pflegerische Ziele

Allgemeine Ziele sind

  • die weitestgehende Erhaltung der Selbstständigkeit,
  • die Förderung des Wohlbefindens (was aber eine gewisse Konfliktbereitschaft nicht ausschliessen muss),
  • die weitestgehende Akzeptanz der Veränderung(en) und
  • die Einbindung (Integration) der Veränderung(en) in das weitere Leben.

Je nachdem, ob es um Lebenssinn, Ziele, Sinnkrise, Umzug ins Heim, schwere (lebensbedrohliche) Erkrankung oder Sterben geht, können die Zielformulierungen im Einzelnen unterschiedlich ausfallen. (Vgl. hierzu den Artikel Pflege eines sterbenden Menschen, dort findet sich ein Muster für Pflegeplanung in dieser Situation. Das ist und will kein Standardpflegeplan sein, aber eine Hilfe bei der Überlegung, was sich vorweg einplanen lässt.)

Pflegerische Hilfeleistung und Unterstützungmöglichkeiten

  • die Unterstützung durch Gespräche
  • Vermittlung hilfreicher Personen (Ehrenamtliche, Seelsorger, Psychologen)
  • Vermittlung zwischen Patient und Arzt/Therapeut, Patient und Angehörigen
  • passende Literaturangebote
  • Möglichkeiten zur Ausübung religiöser Betätigung schaffen/vermitteln

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Verletzungen seelischer Art oft nicht sofort erkennbar sind und manche Menschen nicht darüber sprechen mögen. Der gepflegten Person soll auch signalisiert werden, dass wir sie in jedem Fall in ihrer Persönlichkeit respektieren (im Sinne einer unbedingten Wertschätzung); d.h. unser Respekt ihr gegenüber ist nicht von einer bestimmten Entscheidung abhängig .

Am Lebensende wird die Sterbebegleitung wichtig, die gemeinsam vom Sterbenden, seinen Angehörigen und vom therapeutischen Team organisiert werden soll.

Elemente aktivierender Pflege

Darunter fallen in dieser ATL/ AEDL alle Angebote der intellektuellen oder sozialen Beschäftigung mit einem Konflikt-Thema von existentieller Bedeutung. Ob es zu einer erfolgreichen Bewältigung oder einer subjektiven Niederlage kommt, lässt sich nicht im Vorhinein vorhersagen oder gar sicherstellen. Die Möglichkeit einer persönlichen Weiterentwicklung wird dadurch offen gehalten.

Pflegedokumentation

  • Gesprächsinhalte müssen nicht dokumentiert werden; oft genügt es, die Dauer eines Gespräches festzuhalten. Wenn aber das Gesprächsergebnis von Bedeutung (relevant) für die weitere Pflege oder Therapie ist, muss es auf jeden Fall dokumentiert werden.

Pflegerische Arbeitsorganisation

erfordert dabei insbesondere die Miteinbeziehung des Teams:

  • Bei erkennbar längerer Dauer eines Gesprächs sollte vorher mindestens ein anderes Teammitglied darüber informiert werden, dass man dazu eine möglichst ungestörte Atmosphäre benötigt. Dadurch werden Missverständnissse oder Schwierigkeiten bei Klingelruf vermieden, wenn die "Glocke" abgestellt wird, um den Gesprächsverlauf nicht durch Rufsignale akustisch zu stören. Präsenz als personale Qualität ist ein nicht zu unterschätzender Wert in der Pflege und sollte innerhalb des Teams auch als ‚‘Arbeitsleistung‘‘ anerkannt werden.

Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie

besteht dabei insbesondere

  • aus der Vermittlung zwischen Patient und Therapeuten hinsichtlich der Ängste und Nöte des Kranken, der sich evtl. nicht selbst äussern kann oder mag (weil er sich z.B. grundsätzlich gegenüber Ärzten eingeschüchtert fühlt oder diese nicht "mit Banalitäten belästigen" möchte) oder kaum Gelegenheit zu einem Gespräch mit den behandelnden Ärzten bekommt
  • aus der Anwesenheit bei schwierigen Gesprächen (z.B. beim Aufklärungsgespräch, s.a. den Artikel Wahrheit am Krankenbett) oder während unangenehmer Untersuchungen

Siehe auch

Filme

  • Ulrike Grote: Was wenn der Tod uns scheidet? Episodenfilm, Deutschland, 2007, 87 Min. - das fragen sich sieben Menschen in einem Krankenhaus. Kamera: Ute Freund; Musik: Jörn Kux; Darsteller: Annedore Kleist, Eckhard Preuss, Janna Striebeck, Monica Bleibtreu, Naomi Krauss, Peter Jordan, Ulrich Noethen

Literatur

  • Alle Pflegelehrbücher enthalten einen entsprechenden Abschnitt (= Basiswissen).
  • Klaus Besselmann, Christine Sowinski u. a. (Hrsg.): Qualitätshandbuch Wohnen im Heim - Wege zu einem selbstbestimmten und selbständigen Leben im Heim - Ein Handbuch zur internen Qualitätsentwicklung in den AEDL-Bereichen. Kuratorium deutsche Altershilfe, Köln 1997. (Abschnitt XIII über Umzug ins Heim – Sterben und Tod, S. 455 ff)
  • S. Benner-Wenig, A. Busch u. a. Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA): 1.600 Lit.angaben zur Pflegepraxis. Die 13 AEDL-Bereiche. Thema, kda, nr. 86, 1977-1991 aus 10 Zeitschriften, Bearbeitung 1993
  • Markus Maeder: Vom Herzchirurgen zum Fernfahrer. Der Spurwechsel des Dr. med. Markus Studer. Ein Bordbuch. Verlag Wörterseh, Gockhausen, ch, 2008. 232 Seiten. ISBN 978-3-03763-005-1 (Herzchirurg wechselt mit 57 Jahren freiwillig hinters Lenkrad, als LKW-Fernfahrer)
  • Michael Hampe: Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück. Carl Hanser Verlag, 2009. ISBN 978-3-446-23428-4
  • Terry Eagleton : Der Sinn des Lebens. List, 2010. ISBN 978-3-548-60943-0

Weitere Literatur zur Bedeutung der Biografie befindet sich nach Themenbereichen sortiert im Artikel Biografie-Büchersammlung

Weblinks

  • generationenprojekt.de - ein Projekt zur Geschichtsschreibung "von unten": Lebenserinnerungen, Tagebuchnotizen und literarische Texte












-->


Um 2005 schrieb ich einen Artikel auf einer Seite, die sich damals Pflegewiki nannte:

Platzhalter


Inzwischen heißt es … bei der Nachfolgerin dieser Seite, dem Pflegewiki_2.0:

Platzhalter2 . . .

Der ursprüngliche Artikel erscheint dort also immer noch. Das Spannende ist, ob sich an dem Inhalt wesentliche Veränderungen ergeben haben? Und mit welchem Recht behaupten die jetzigen Betreiber der Seite, dass sie das Recht hätten … ???


30px-Emblem-important.png An dieser Seite oder an diesem Abschnitt arbeitet gerade jemand. Um Bearbeitungskonflikte zu vermeiden, warte bitte mit Änderungen, bis diese Markierung entfernt ist oder notiere Änderungswünsche auf der Diskussionsseite. Nach spätestens drei Tagen sollte diese Vorlage wieder entfernt werden.



Weblinks




Dieser Artikel oder Absatz ist noch ein Stub.

Du kannst dem PflegeABC-Wiki (Startseite) und anderen Pflegekräften helfen, indem du ihn passend erweiterst / ergänzt.
viet nam — a way to nursinggerman

— evtl. ein und Zeit gestalten, arbeiten und spielen Wikipedia-Artikel bei ………  ? ??
———————->
Vielen Dank !


  1. Fußnotentext hier einfügen
Advertisement