PflegeABC Wiki
Advertisement


Rettungsdienste sind mit der steigenden Zahl von medizinischen Notfällen schon seit einiger Zeit überfordert. 2023, Sept., legt Gesundheitsminister Lauterbach sein Reformkonzept vor.

Überlastet: Die Zahl der medizinischen Notfälle steigt – von einer kleinen Corona-Delle abgesehen – seit Jahren stetig. Dafür gibt es eine Reihe von Erklärungsansätzen. Die Bevölkerung wird älter, die Bindung zum Hausarzt schwindet, das Verlangen nach sofortiger Behandlung eigener Beschwerden nimmt zu. Wie auch immer, das bestehende System kommt mit dieser Entwicklung nicht mehr zurecht. Viele Notaufnahmen sind überlastet, häufig kommt der Rettungsdienst später als vorgeschrieben.

Empfohlen: Heute will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Reformvorschläge für den Rettungsdienst präsentieren. Die Empfehlungen stammen von einer Expertenkommission, die schon mehrere Empfehlungen für den Klinikbereich vorgelegt hat. Bekannt ist, dass Lauterbach den Leitstellen zusätzliche Kompetenzen geben möchte. Sie sollen entscheiden, ob nach einem Notruf tatsächlich ein Rettungswagen gerufen wird oder die Hilfesuchenden womöglich mit etwas Wartezeit zu einer Praxis oder in eine Klinik vermittelt werden.

Komplizierte Planungssituation: Wie im gesamten deutschen Gesundheitswesen ist es mit dem Plan eines Bundesministers nicht getan. Die Krankenhäuser am Ende der Rettungskette sind Sache der Bundesländer (KrHs-Bedarfsplanung). Und für den Rettungsdienst sind die jeweiligen Städte und Landkreise zuständig.

aktuell dazu im t v[]


Wann würden Sie die 112 wählen? Bei einem Verkehrsunfall? Wenn jemand unter Atemnot leidet, nicht ansprechbar ist, viel Blut fließt, einen Druck auf der Brust verspürt oder es Anzeichen für einen Schlaganfall gibt? Ja – für solche Fälle ist diese Notrufnummer tatsächlich gedacht.

Doch gewählt wird sie häufiger. Viel häufiger.

Sendung heute beim bayerischen fernsehen (2.3.15, 20:15)

Siehe auch[]




Der zivile Rettungsdienst (kurz: RD, RettD, in der Schweiz Sanität, in Österreich die Rettung) wird als eine öffentliche Aufgabe der Gesundheitsvorsorge und der Gefahrenabwehr definiert. Der Rettungsdienst hat die Aufgabe, rund um die Uhr bei medizinischen Notfällen aller Art – Verletzungen (u.a. durch Unfälle oder Gewaltakte), Vergiftungen, unklaren Erkrankungen und psychosozialer Ursache – durch den Einsatz von qualifiziertem Rettungsfachpersonal und den geeigneten Rettungsmitteln rasch und sachgerecht vor Ort zu helfen und Leben zu retten bzw. weiteren Schaden abzuwenden. Der Begriff gliedert sich in die Notfallrettung und den Krankentransport[1].

Notfallrettung[]

Die Notfallrettung ist die organisierte Hilfe, die in ärztlicher Verantwortung erfolgt und die Aufgabe hat, bei Notfallpatienten am Notfallort lebensrettende Maßnahmen oder Maßnahmen zur Verhinderung schwerer gesundheitlicher Schäden durchzuführen, gegebenenfalls ihre Transportfähigkeit herzustellen, aufrecht zu erhalten und diese Personen zur Vermeidung weiterer Schäden in eine weiterführende medizinische Einrichtung zu befördern [2]. Notfallrettung geht dabei deutlich über den umgangssprachlichen Begriff eines Notfalls oder Notstands hinaus und umfasst sehr viele zunächst schlecht einschätzbare medizinische und auch psychosozial bedingte Notfälle. Gerade bei den Notfällen mit psychosozialem Hintergrund wird der Rettungsdienst eher als die Polizei eingeschaltet, da er zwar als "neutrale" Institution eingeschätzt wird, aber doch über gewisse Möglichkeiten der Krisenintervention verfügt (wie z.B. das "Herausholen" aus einer belastenden oder eskalierenden Situation).

Krankentransport[]

Der Krankentransport umfasst die Beförderung von Erkrankten, Verletzten oder sonstigen hilfsbedürftigen Personen, die keine Notfallpatienten sind, und die fachgerechte Betreuung in einem Krankenkraftwagen durch dafür qualifiziertes Personal. Krankentransport umfasst nicht die Beförderung von Personen, die keiner fachgerechten Betreuung bedürfen [3].


Braucht der Rettungsdienst jetzt Bodycams?[]

Großbritannien: Bodycams sollen Sanitäter vor Übergriffen schützen. Die Zahl der Angriffe auf britische Sanitäter ist zuletzt um fast ein Drittel gestiegen. Bodycams sollen jetzt für mehr Sicherheit der Einsatzkräfte sorgen. 2. Juni 2021

Organisation und Ausstattung[]

Rettungsdienste stehen in der Regel rund um die Uhr zur Verfügung, um bei Bedarf durch den Einsatz von qualifiziertem Rettungsfachpersonal (Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notarzt) und den geeigneten Rettungsmitteln (Rettungsdienstfahrzeuge mit Rettungsmaterial, Transportgerät) rasch und fachgerecht vor Ort zu helfen und Leben zu retten. Es wird unterschieden zwischen:

  • dem bodengebundenen Rettungsdienst
  • der Luftrettung,
  • dem Bergrettungsdienst
  • und dem Wasserrettungsdienst (sehr oft DLRG oder Feuerwehr),

wobei die Spezialorganisationen der Berg- oder Wasserrettung den Patienten nach der Bergung und Rettung zur weiteren Versorgung an den allgemeinen Rettungsdienst übergeben. Als internationales Erkennungszeichen für den Rettungsdienst hat sich der Star of Life etabliert.

Bestandteile des Rettungsdienst sind das Personal, die Ausstattung mit medizinischen Apparaten, Medikamenten und Verbandsmitteln und schließlich die Transportmittel. Arztpraxen, Krankenhäuser und Ambulatorien dagegen sind Teile des übrigen Gesundheitswesens.

Am Beispiel Mannheim: der Rettungsdienstes beim DRK-Kreisverband Mannheim hat Markus Sander für rund 220 Mitarbeitenden im Rettungsdienst und Krankentransport als Vorgesetzten. Zum Kreisverband gehören neben den Rettungswachen Parkring und Lagerstraße in Mannheim auch die Wachen in Weinheim und Hockenheim. Sander besitzt einen Abschluss zum Bachelor Professional of Human Resources Management, er ist Rettungsassistent und war betrieblicher Gesundheitsmanager.

Rettungsdienst in Deutschland[]

In Deutschland ist der Rettungsdienst nach dem Föderalismusprinzip des Grundgesetzes Ländersache und wird durch Landesgesetze geregelt[4] . Zur Durchführung des Rettungsdienstes greifen die Länder dabei auf unterschiedliche subsidiäre Modelle zurück. Die Länder legen die Aufgaben wiederum per Gesetz auf die Landkreise oder kreisfreien Städte (in Bayern auf sogenannte Zweckverbände für Rettungsdienst Feuerwehralarmierung (ZRF)) um. Um dieser Aufgabe nachzukommen, stellen die Kommunen selbst Personal und Ausstattung des Rettungsdienstes oder betreiben eigene Rettungsdienstunternehmen, bzw. übertragen diese, sofern vorhanden, den hauptberuflichen Kräften ihrer Feuerwehr oder vergeben den Rettungsdienst an gemeinnützige Organisationen (dies ist das häufigste Modell in Deutschland) bzw. privatwirtschaftliche Unternehmen.

Die Luftrettung wird gemeinsam durch die Betreiber der Rettungshubschrauber sowie Kliniken und Hilfsorganisationen erfüllt. Träger der Luftrettung sind die jeweiligen Bundesländer. Die Bergrettung nimmt die Bergwacht wahr, die Wasserrettung die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Wasserwacht im Deutschen Roten Kreuz, der Freiwillige Seenot-Dienst (FSD) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Die Seenotrettung auf der Nord- und Ostsee stellt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sicher.

Die Einsatzkräfte werden durch die jeweils zuständige Rettungsleitstelle/Integrierte Leitstelle alarmiert und koordiniert.

Literatur[]

  • DIN (Hrsg.): Rettungsdienst: Normen - DIN-Taschenbuch 257. Beuth, Berlin, 2004. ISBN 3-410-15843-X (mit CD-ROM)
  • Normenausschuss Rettungsdienst und Krankenhaus (NARK) im Deutschen Institut für Normung: DIN 13050:2002-09. Rettungswesen Begriffe. Berlin, Deutsches Institut für Normung, 2002.
  • J. Scholz et al. (Hrsg.): Notfallmedizin. Georrg Thieme Verlag, Stuttgart 2008 ISBN 978-3-13-112782-2

Fußnoten[]

  1. Definition nach DIN 13050
  2. Definition nach DIN 13050
  3. Definition nach DIN 13050
  4. z.B.
    • Bayerische Rettungsdienstgesetz (BayRDG) vom 08. Januar 1998, GVBl. S. 779, BayRS 215-5-1-I
    • Gesetz zur Neuordnung des Rettungsdienstes in Hessen (Hessisches Rettungsdienstgesetz 1998 - HRDG) vom 24. November 1998, GVBl. I S. 499
    • Gesetz über den Rettungsdienst sowie die Notfallrettung und den Krankentransport durch Unternehmer (Rettungsgesetz NRW - RettG NRW) vom 24. November 1992, GV. NRW. 1992 S. 458 / SGV. NRW. 215;

Siehe auch[]

Weblinks[]

Bei Wikipedia vorhandene Artikel:

Vorlage:WikipediaCopy

Stand vom 22. Dez. 2008
Advertisement