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Robert-Koch-Institut - RKI - Gründung 1891 in Berlin. Damals noch andere Aufgabenstellung. Im Zuge der Auflösung des BGA wurde am 1. Juli 1994 unter dem Namen Robert Koch-Institut das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten mit Sitz in Berlin als selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit errichtet.

Lothar H. Wieler bei einer BPK 3/2021

Die Behördenleitung hat derzeit als Präsident: Lothar H. Wieler, Vizepräsident: Lars Schaade; 1100 Angestellte, davon rund 450 WissenschaftlerInnen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der Bundesrepublik (De) auf dem Gebiet der Krank­heits­über­wachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwen­dungs- und maßnahmenorientierten bio­medi­zi­nischen Forschung. Früherer Name: Bundesgesundheitsamt.


Die Kern­auf­ga­ben des RKI sind

  • die Erken­nung,
  • die Verhütung und
  • die Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infek­tions­krank­heiten.


Das Institut gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.


Website Robert-Koch-Institut (www.rki.de)

benannt nach

Robert Koch, der 1882 erstmals in einem Vortrag in Berlin beschrieb, wie winzige Stäbchenbakterien (Mycobacterium tuberculosis) die schwere, oft chronische und tödliche Infektionskrankheit TB auslösen. Dass sich als Entzündungsreaktion auf die eindringenden Keime unter dem Mikroskop sichtbare Knoten (Tuberkel) im betroffenen Gewebe bilden, gab der Tuberkulose ihren Namen, die nach ihrem Entdecker auch Morbus Koch heißt.

Mit seiner Arbeit untermauerte Koch, was manche Zeitgenossen anzweifelten: Dass TBC ansteckend ist, weil sich die winzigen Erreger mit dem Husten und dem Niesen Infizierter verbreiten (Tröpfcheninfektion).


Corona  -  Covid-19

In einem regelmäßigen Pressebriefing informierte das Robert Koch-Institut über die Entwicklung des Coronavirus in Deutschland und in der Welt. Die Zahlen können im regelmäßigen Lagebericht des Robert Koch-Insitituts auf deren Website nachgelesen werden.

Zudem bietet phoenix alle Pressekonferenzen zur Coronakrise barrierefrei als Videos an.

Geschichte


1891 — Am 1. Juli nimmt das „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“ seine Arbeit auf – in einem umgebauten Wohnhaus in der Schumannstraße in Berlin-Mitte. Robert Koch leitet das Institut bis 1904. 

1900 - Umzug in einen Neubau am Nordufer in Berlin-Wedding, bis heute Hauptsitz des RKI. 

1905 - Robert Koch erhält den Nobelpreis für Medizin.

1910 Robert Koch stirbt und wird in einem Mausoleum im Institut beigesetzt. 

1912 - Zum 30. Jahrestag der Entdeckung der Tuberkelbazillus wird das Institut umbenannt in „Königlich Preußisches Institut für Infektionskrankheiten ‚Robert Koch‘“

1933 - Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten müssen jüdische Wissenschaftler das Institut verlassen. Während des Dritten Reichs ist das RKI erheblich in die nationalsozialistische Gewaltpolitik involviert. Unter anderem sind führende Wissenschaftler an Menschenversuchen in Heilstätten und Konzentrationslagern beteiligt.

1942 - Das Institut wird eigenständige Reichsanstalt und heißt jetzt „Robert Koch-Institut“. Erforscht werden fortan vor allem Infektionskrankheiten, die die militärische Schlagkraft bedrohen. 

1945 - Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind Teile des Instituts zerstört. Mit Hilfe der Alliierten wird die Arbeit wieder aufgenommen. 

1952 - Das RKI wird Teil des neu gegründeten Bundesgesundheitsamtes. Das Haus am Nordufer wird erweitert, Labore und Tierställe werden modernisiert.

1960 - Das Institut nimmt die Produktion des einzigen in Deutschland von der WHO lizensierten Gelbfieber-Impfstoffs auf. Der Impfstoff wird bis zum Jahr 2002 bereitgestellt.

1978 - Am Nordufer wird ein neues Laborgebäude bezogen. Es zählt zu den modernsten in Europa.

1982 - Nach Auftreten der ersten AIDS-Erkrankungen in Deutschland wird im RKI ein AIDS-Fallregister eingerichtet.1990Nach der Wende werden Bereiche verschiedener DDR-Behörden ins RKI integriert, darunter Teile des Zentralinstituts für Hygiene, Mikrobiologie und Epidemiologie in Berlin-Schöneweide und des Instituts für Experimentelle Epidemiologie in Wernigerode im Harz. Der Standort in Wernigerode bleibt als Außenstelle des RKI erhalten.

1994 - Auflösung des Bundesgesundheitsamts. Das RKI wird mit dem 1988 gegründeten AIDS-Zentrum und dem Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie (SozEp) in Berlin-Tempelhof zusammengelegt – letzteres ist auf nicht-übertragbare Erkrankungen spezialisiert. 

1998Das RKI führt erstmals eine umfassende Studie zum Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten von Erwachsenen in Deutschland durch. 2001Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) tritt in Kraft: Die Erfassung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten werden grundlegend modernisiert, die Aufgaben des RKI gestärkt. 

2001Das RKI wird die zentrale Stelle in Deutschland für die Erkennung und Bewältigung bioterroristischer Gefahrenlagen. 2002Das Institut bekommt einen zusätzlichen Standort im Berliner Wedding: Seestraße.

2003Das RKI startet die Studie KiGGS: Erstmals werden bundesweit umfassende Daten zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen erhoben. 2006Das RKI erhält gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt den Auftrag, die Gesundheitsberichterstattung für Deutschland zu übernehmen.

2007Das RKI wird offiziell mit dem Gesundheitsmonitoring betraut. Dabei erhebt das Institut kontinuierlich Daten zu Krankheitsgeschehen und Risikoverhalten aller Altersgruppen der in Deutschland lebenden Bevölkerung.

2008Der Bundestag beschließt den Ausbau des RKI zu einem modernen Public-Health-Institut („RKI 2010“), Personal wird aufgestockt. 

2014 - In Westafrika helfen 50 RKI-Mitarbeiter, den bislang größten Ebolafieber-Ausbruch in der Geschichte einzudämmen.

2015 - Am Standort Seestraße wird ein neues Büro- und Laborgebäude eingeweiht, auch mit einem Labor der höchsten Schutzstufe (S4). 

2016Das Institut wird 125 Jahre alt. An den vier Standorten in Berlin und Wernigerode arbeiten mehr als 1.100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen, darunter rund 450 Wissenschaftler. 

2017 - Die Strategie „RKI 2025“ sieht u.a. vor, die digitale Epidemiologie auszubauen, Public-Health-Akteure zu vernetzen und mehr Verantwortung auf internationaler Ebene zu übernehmen.


Bildband zur Instituts­ge­schichte

Das Buch aus 2016 hat 126 Seiten und kann kos­ten­los be­stellt oder auf den Internetseiten abgerufen werden. Die Kapitel mit Bildstrecken heißen:

    • 1891 bis 1900: Krankheit aus dem Labor – Robert Kochs „Untersuchungen über die Aetiologie der Wundinfectionskrankheiten“
    • 1901 bis 1910: Erregern auf der Spur – die Rolle der Mikroskopie bei der Erkennung und Erforschung von Krankheitserregern
    • 1911 - 1920 Die Bekämpfung der Schlafkrankheit – Kleine und Koch in Afrika
    • 1921 bis 1930: Loeffler, Frosch und die Entdeckung der Viren – die Öffnung einer Nanowelt
    • 1931 bis 1940: Das Robert Koch-Institut im Nationalsozialismus
    • 1941 bis 1950: „Das Tor zur Welt war wieder aufgestoßen“ – das RKI und seine Bibliothek
    • 1951 bis 1960: „Thema durch!“ – Georg Henneberg: Arzt, Naturwissenschaftler, Staatsbürger
    • 1961 bis 1970: Von der persönlichen Freundschaft zwischen Shibasaburo Kitasato und Robert Koch zur Partnerschaft der Institute in Berlin und Tokio
    • 1971 bis 1980: Bauen am Nordufer
    • 1981 bis 1990: AIDS – die politische Dimension in den 1980er Jahren
    • 1991 – 2000 Ist das Wissenschaft, oder kann das weg? Die Studien des SozEp und ihre Bedeutung
    • Ab 2001: EHEC und die Detektive

Stand: 16.10.2017

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