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Das Wort Seele gilt als theologisches Konstrukt, um die Beziehung einer Person zu einem außerirdischen (höheren) Wesen zu beschreiben.


Mit Seele (lat. Wort dafür: anima) bezeichnete man in der Antike ursprünglich den Lebenshauch, der den Sterbenden mit dem letzten Atemzug verlässt, so die damalige Annahme, oder allgemeiner das Prinzip des Empfindens lebendiger Wesen, das eine gewisse Eigenständigkeit z. B. im Traum offenbart. Der Begriff der Seele hat eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich gebracht, wobei der zunächst animistische zunehmend von einem immateriellen Substanzbegriff abgelöst wurde (ein Begriff der in sich widersprüchlich ist).


Von einem Wesen zu behaupten, es habe eine Seele, bedeutet auch, dass es fähig ist zu empfinden, zu fühlen und zu wollen. Dabei kann die Seele nicht vom Leib getrennt existieren, ihr 'Nachweis' gelingt vielmehr indirekt durch Indizien wie Leben, Bewusstsein oder Irritabilität.

Streng genommen spricht das ja für die immaterielle Natur der Seele. Aber offenbar gibt es Widerstände bei einer Gruppe von Menschen, die Arbeitshypothese 'Seele' anzunehmen. Während die Psychologen wie selbstverständlich die Seele mit Experimenten indirekt erkunden und ihre Erkenntnisse hieraus systematisieren, gibt es auf der anderen Seite eine Ablehnung gegen alle Annahmen, die sich nicht direkt durch Experimente belegen lassen. Dabei lassen sich aber auch direkte Beweise z. B. in Gestalt physikalischer Experimente angreifen: Die grundlegenden "Gesetze" der Physik sind nichts weiter als plausible Annahmen, die auf weite Strecken widerspruchsfrei zusammengefügt wurden. Fortwährendes Experimentieren führt dann schonmal zu Widersprüchen und bedingt eine Erweiterung und Neuordnung der Annahmen. Insofern gehen Natur- und Geisteswissenschaften durchaus ähnlich vor, wenn auch in letzteren das Experiment nur gedanklich durchgeführt wird.

Zitate

  • Von Rudolf Virchow (1821–1902) ist der Ausspruch überliefert, er habe bei seiner ausgedehnten Sezierarbeit an Leichen niemals die Spur einer Seele entdecken können.
  • (François Marie Arouet de) Voltaire (1694–1778)
Das Wort Seele gehört zu den Worten, die jedermann braucht, ohne sie zu verstehen. Wir verstehen nur die Dinge, von denen wir eine Vorstellung haben. Von der Seele, vom Geist haben wir keine Vorstellung; also verstehen wir sie nicht.

S. bei der Trachealkanüle

Mit "Seele" wird in der Pflege auch das Innenröhrchen einer "gefensterten" Trachealkanüle bezeichnet, die man herausnehmen kann, um die Kanüle zu reinigen. Sie ermöglicht die Sprechfunktion mit der Trachealkanüle.

Siehe auch

Quelle

  • R. Eisler, Wörterbuch der Philosophischen Begriffe

Weiterführende Literatur

  • Georg Gasser, Josef Quitterer (Hrsg.): Die Aktualität des Seelenbegriffs. Interdisziplinäre Zugänge. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2010. 362 S.
  • Thomas Vasek: „Seele“. Eine unsterbliche Idee. Warum wir mehr sind als die Summe unserer Teile. Ludwig Verlag, München, 2010. 352 S.
  • Peter Nickl, Georgios Terizakis (Hrsg.): „Die Seele: Metapher oder Wirklichkeit?“ Philosophische Ergründungen. transcript Verlag, Bielefeld, 2010. 240 S.
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