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Das Doodle zeigt das alte Hörrohr und die seit Laënnec verbesserte Version

Vorschau Pressebild von Jens Büttner

Vorläufer: das Hörrohr

Das Stethoskop dient dem Abhorchen von Körpergeräuschen. Es wird häufig beim Blutdruckkmessen und der Lungengeräusche eingesetzt. Bei der Diagnostik dient es der Auskultation (Fachausdruck) der Geräusche verschiedener Organe wie Herz (über der Klappenebene), Lunge (Dämpfung, Flüssigkeit in den Alveolen), Darm (Peristaltik), Arterien (Aussackungen, Verengungen, Herzfrequenz).


Das Stethoskop ist im Wesentlichen ein Schlauch mit einem platten Ende zum Auflegen auf den Körper und zwei Enden für die Ohren; ein verbessertes Hörrohr. Das Hörrohr, und seit ca. 200 Jahren das Stethoskop, ist ein in der Medizin gebräuchliches Instrument zum Abhören / Abhorchen von Geräuschen aus dem Körperinneren auf der Haut, der Körperoberfläche. Das Hörrohr wurde im Altertum mehr und mehr verbessert, damit die/der Untersuchende beim Abhören (auskultieren) mit dem Ohr und dem Kopf nicht direkt mit dem Körper und der Bekleidung der erkrankten und möglicherweise infektiösen Person in Berührung kommen mußte. 

Es wird auch als Kennzeichen / Statussymbol für ÄrztInnen eingesetzt und so auch von Pflegekräften quasi zur Rangübertragung imitiert zur >> Rangüberhöhung Vortäuschung benutzt. Typisch ist dabei die gut sichtbare Trageweise um den Hals bzw. in der Kitteltasche.



Z. Bspl: die Korotkow-Geräusch


Details, Funktionsweise

Am platten Ende, zum Auflegen auf den Körper, befindet sich eine leicht verformbare, flexible Membran (Übertragung der Schallwellen) und evtl. ein Schalltrichter. Der Schlauch (cave Hygiene) leitet die Schallwellen von der Körperoberfläche und der Membran über die beiden Ohrbügel in die Ohrmuscheln. Dort sind so genannte Oliven am Stethoskop zur besseren Anformung an die äußeren Gehörgänge der Ohrmuschel angebracht. Das Trommelfell und das Innenohr wandelt die Schallwellen der Geräusche in Nervenreize um, die direkt an das Gehirn des Untersuchenden weitergegeben werden (Hörnerv, Cortex/Großhirnrinde).


Bei einem akustischen Stethoskop befinden sich Membran und Schalltrichter am Bruststück und leiten durch direkten Körperkontakt die Schallwellen in den Schlauch. Von dort aus gelangen die Tonwellen über den Ohrbügel in die Ohroliven, welche die Geräusche direkt an das Ohr des Untersuchenden weitergeben. Doppelkopfstethoskope besitzen zwei funktionelle Seiten am Bruststück, eine mit Membran und eine mit Trichter. Der Trichter ermöglicht in bestimmten Fällen eine bessere Schallaufnahme. Außerdem gibt es Membranen, welche diese beiden Bauteile vereinen und über unterschiedliche Druckintensität getrennt voneinander verfügbar machen. (DualFrequency)

Die Qualität eines Stethoskops hängt neben der Verarbeitung auch fast immer von der Wahl der Materialien und damit vom Preis ab. Beispielsweise gewährleisten hochwertige Bruststücke aus Edelstahl wesentlich höhere Lebensdauer, Komfort und Präzision als solche aus Aluminium.

PVC-freie Schläuche bieten bessere Schallübertragung und haften bei der Untersuchung weniger.


Tipps, Anwendungshinweise

  • Für bessere Hörqualität die Bügel des Stethoskops leicht in Richtung Nase drehen (vergl. Anatomie des Gehörgangs).
  • Bei Metallstethoskopen ggf. Membran und Zylinder vor der Anwendung durch Reiben auf der Handfläche anwärmen (weniger unangenehm für den Patienten).
  • Zum Kontaminationsschutz ggf. Einmalhandschuh über den Stethoskopkopf ziehen. Die Hörqualität wird damit allerdings deutlich verschlechtert.
  • Kann teilweise in lauter Umgebung oder bei schwerhörigen Patienten als Hörhilfe verwendet werden (Patient bekommt das Stethoskop in die Ohren und man spricht zuerst versuchsweise leise auf die Membran.)
  • Manche Kollegen bewahren eine Pflasterrolle an ihrem Stethoskop auf (Kopf vom Schauch abziehen, Schlauch durch die Rolle und Kopf wieder aufstecken). Dies ist allerdings hygienisch bedenklich.


Jubiläum 2016

Google feiert am 17. Februar 2016 René Laënnec mit einem besonderen Icon (Doodle). Der französische Mediziner gilt nämlich als Erfinder des Stethoskops und hätte an dem Tag seinen 235. Geburtstag.

Das Doodle (Icon) bei der Suchmaschine Google war 2016 dem Mann gewidmet, der das Stethoskop erfunden haben soll. Der französische Mediziner wird als Begründer der "Lehre vom Behorchen und Hören" in der Krankenuntersuchung (Diagnostisches Vorgehen, Klinik) bezeichnet. Die auch von ihm selbst gemachten Beobachtungen vor allem  zu Lungen- und Herz-Krankheiten, die im Kern bereits seit langen Bestandteil des ärztl. Wissens waren, veröffentlichte er 1819 gesammelt in seinem Werk "Traité de l’auscultation médiate" (über das ärztl. Abhören des Körpers). Durch seine Erfindung des Stethoskops, eine Verbesserung des Hörrohrs, ermöglichte er die leichtere Diagnostik der Krankheiten der Brustorgane. Mit seinem ausziehbaren Rohr, aus Holz gewickelt, waren die Herz- und Lungengeräusche viel besser hörbar als mit dem bloßen Ohr. Damit prägte er die Medizin auch durch ein äußerliches Symbol der ärztl. Tätigkeiten (Diagnose-Stellung).

Das Laënnec-Stethoskop von 1820. (Wikipedia-Bild)











1781 wurde René Laënnec geboren René-Théophile-Hyacinthe Laennec, frz. WP) und würde dementsprechend 2021 seinen 240. Geburtstag 🥳  Gestorben ist Laënnec am 13. August 1826. Laënnec studierte in den Hospitälern in Nantes und war ab 1799 Wundarzt bei der französ. Armee.

Stethoskop-Varianten

Es gibt Stethoskop-Arten auch ohne Membran oder mit beidem (Abbi. oben).


Als Unterrichtsmittel auch Stethoskope mit zwei Schläuchen - das Doppelschlauchstethoskop, damit Lehrkraft und Schülerin gemeinsam dasselbe hören und sich einander darüber austauschen können.


Ein binaurales Stethoskop mit einem Doppelmembran-Bruststück und zwei parallelen Schläuchen für eine Person nach (Nikolai Sergejewitsch) Korotkow (ja, das ist der mit den Geräuschen).


Bei vielen Stethoskopen sind defekte Einzelteile wie Membran, Olive austauschbar.

Hygiene

… im Umgang mit dem Stethoskop: routinemäßige Flächendesinfektion bei jedem Wechsel zu anderem Pat.

Stethoskop-App

Im digitalen Zeitalter gibt es selbstverständlich eine Stethoskop-App. Für verlässliche Daten sollte man jedoch besser eine ÄrztIn aufsuchen und damit der Erfindung Laënnecs vertrauen.

Siehe auch

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