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Ein Totenschein ist eine öffentliche Urkunde, in der eine Ärztin nach gründlicher Untersuchung eines menschlichen Körpers den Tod dieses Menschen mit Personalien und Zeit und Ort des Todesfalls bescheinigt (Leichenschau), wenn möglich eine Todesursache angibt und die Todesart vermerkt, also, ob es sich um einen natürlichen oder nicht natürlichen Tod handelt. Bzw. sie/er vermerkt, wenn etwas ungeklärt ist.

Denn die/der Arzt füllt ihn vorschriftsmäßig aus, nachdem sie/er die Leiche entkleidet und den Leichnam von allen Seiten sorgfältig untersucht hat. In der Realität oft ein fehleranfälliges Geschehen, das seit Jahrzehnten in der Kritik steht. Unleserliche Angaben, Todesfälle, die als natürlich eingestuft worden sind, obwohl ein nicht natürlicher oder ungeklärter Tod hätte attestiert werden müssen, fehlende Angaben zu sicheren Todeszeichen und eine Todesursache, die nicht zu den Vorerkrankungen passt, sind nur einige der schwerwiegenden Fehler, die bei Nachuntersuchungen regelmäßig in deutschen Totenscheinen gefunden werden.

Aufgabe: Todesart und die Todesursache benennen

Bescheinigt die/der Arzt keine natürliche Todesursache, sondern z. B. eine unklare oder unnatürliche Ursache, entscheidet die Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen; die Leiche kann beschlagnahmt und eine Obduktion/Leichenöffnung angeordnet werden.

Ärztin

Danach Staatsanwalt und Standesamt, denn wenn die der Ärztin keine natürliche Todesursache bescheinigt, sondern z. B. eine unklare oder unnatürliche Ursache, entscheidet die Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen; die Leiche kann beschlagnahmt und eine Obduktion/Leichenöffnung angeordnet werden.



Achtung: Umgangssprachlich wird oft nicht unterschieden zwischen Leichenschau (Todesfeststellung) und der Leichenöffnung (Sektion).



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viet nam — a way to nursinggerman

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Häufige schwerwiegende Fehler? Bei zwölf Prozent der Totenscheine war laut Zack die Kette aus attestierter Todesursache und zum Tod führender Vorerkrankungen nicht plausibel. In einem solchen Fall hat der untersuchende Arzt entweder die Kausalkette falsch erfasst oder der Tod war unnatürlich. Natürlich im Sinne des Totenscheins ist ein Ableben durch eine innere Krankheit, an dem kein rechtlich bedeutsamer, äußerer Einfluss beteiligt war. Stirbt zum Beispiel ein Grippe-Patient an einer Lungenentzündung, ist das ein natürlicher Tod. Die Todesursache ergibt sich aus der Grippe und ist ein Ereignis, mit dem man bei dieser Erkrankung leider rechnen muss.

Stirbt aber jemand nach einem Beinfraktur an einer Lungenentzündung, weil er bettlägerig wurde, ist das keine plausible Kausalkette für einen natürlichen Tod, sondern für einen unnatürlichen Tod. In diesem Fall muss die Ursache für den Sturz geklärt werden. Der Verstorbene kann ausgerutscht oder gestolpert sein, er kann aber auch geschubst oder gestoßen worden sein. Hinter einem nicht natürlichen Tod steht also nicht zwangsläufig ein Tötungsdelikt, aber die Umstände müssen geklärt werden. Dies sollte durch das richtige Ankreuzen der Todesart veranlasst werden.


( Solche Studien wurden wiederholt vorgenommen, da es in D. vor der Einäschung Pflicht ist. Damit soll die Vertuschung unnatürlicher Todesfälle erschwert werden. )



Belege für die Kritik

Eine Veröffentlichung von Fred Zack vom Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Rostock und seinen Kollegen zeigt besonders klar, wie fehlerbehaftet das Ausstellen der Totenscheine in Deutschland ist („Rechtsmedizin“, doi: 10.1007/s00194-017-0193-7). Von den zehntausend Bescheinigungen, die Zack und seine Kollegen vor dem Kremieren der Leichen noch einmal unter die Lupe genommen haben, enthielt jede dritte bis vierte Urkunde einen schwerwiegenden Fehler. („Legt man eine rigorose Fehlerdefinition zugrunde, nach der alles, was nicht vorschriftsmäßig ausgefüllt worden ist, als Fehler gewertet wird, sind sogar 97 Prozent der Urkunden fehlerhaft“, sagt Zack im Gespräch. „Verwendet man eine weniger rigorose Definition und ignoriert zum Beispiel fehlende Angaben zum Geburtsort des Toten, zum Kreis oder zu einer möglichen Schwangerschaft bei älteren Frauen, sind noch 90 Prozent der Todesbescheinigungen fehlerhaft.“)

Ähnlich die Ergebnisse von Sabine Gleich und ihren Kollegen vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München. Gleich und ihre Kollegen haben geprüft, wie vollständig und plausibel die beim Gesundheitsamt München eingegangenen Totenscheine zwischen 2010 und 2013 und zwischen 2014 und 2015 waren. In beiden Zeiträumen musste die Behörde jede zehnte Urkunde mit Bitte um Korrektur an die Ärzte zurückschicken („Rechtsmedizin“, doi: 10.1007/s00194)

! ak!

Siehe auch

  • Obduktion (Leichenöffnung)

www

  • S3-Leitlinie: Regeln zur Durchführung der ärztlichen Leichenschau der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, AWMF-Registernummer 054/002 (online: Volltext), Stand 12/2007
  • Was ist der Totenschein noch wert? In: FAZ (Totenscheine voller Fehler und Sterbefälle, die mit fadenscheinigen Todesursachen umschrieben werden: Die Leichenschau ist in Deutschland ein Desaster, wie neue Studien zeigen. HILDEGARD KAULEN, FAZ)
  • Wikipedia-Artikel über Totenschein
  • dto. Obduktion Sektion - Leichenöffnung zur Feststellung der Todesursache und zur Rekonstruktion des Sterbevorgangs. Diese Art der Inneren Leichenschau wird von Pathologen bzw. Rechtsmedizinern (Forensikern) durchgeführt. (Sektionsassistenten heißen in Österreich „Prosekturgehilfen“)
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